Das SEPA-Verfahren kommt

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TRIER. Ab dem 1. Februar 2014 wird der Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union einheitlich. Im Rahmen der Umsetzung von SEPA wird der Zahlungsverkehr in Deutschland sowie den 28 EU-Staaten reformiert. Bankleitzahl und Kontonummer werden konstant durch die IBAN und zusätzlich für zwei Jahre durch den BIC ersetzt. Um einen sanfteren Übergang zu schaffen, gelten die alten Formulare noch für weitere sechs Monate.

Die IBAN „International Business Account Number“ besteht in Deutschland immer aus 22 Zeichen, beginnend mit der Länderkennung DE, einer zweistelligen Prüfnummer, der achtstelligen Bankleitzahl und der zehnstelligen Kontonummer. Die IBAN und der BIC lassen sich auf der Rückseite der Bankkarte sowie auf den Kontoauszügen ablesen. Die Kreditinstitute stellen für den Verbraucher eingerichtete Daueraufträge auf IBAN und BIC um, sodass der Kunde keinen Mehraufwand hat. Der BIC (Business Identifier Code) ist ein standardisierter Bankcode, der mit der Bankleitzahl vergleichbar ist. Er dient weltweit als eindeutige Identifizierung.

Erteilte Lastschriften werden auf das SEPA-Lastschriftverfahren umgestellt. Der Zahler erteilt sowohl dem Zahlungsempfänger als auch dem Zahlungsdienstleister des Zahlers seine Zustimmung, einen bestimmten Betrag vom Zahlungskonto einzuziehen. In Deutschland ist durch eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Zahlungsdienstleister sichergestellt, dass bestehende deutsche Einzugsermächtigungen seit dem 9. Juli 2012 auch für Einzüge im SEPA-Basislastschriftverfahren genutzt werden können. Es ist also nicht nötig, für die SEPA-Basislastschrift ein neues Mandat einzuholen – es sei denn, dass noch gar keine Einzugsermächtigung vorliegt.

Erstattungsrecht bei Lastschriften

Das bisher von Einzugsermächtigungslastschriften bekannte, bedingungslose Widerspruchsrecht wird im Rahmen der AGB-Umstellung durch ein als gleichwertig anzusehendes bedingungsloses Erstattungsrecht ersetzt.

Somit kann der Zahler bei einer autorisierten Zahlung aufgrund einer Einzugsermächtigung oder eines SEPA-Lastschriftmandats binnen einer Frist von acht Wochen ab dem Zeitpunkt der Belastungsbuchung auf seinem Konto die Erstattung des belasteten Lastschriftbetrags von seinem Zahlungsdienstleister verlangen.

Eine unautorisierte Lastschrift kann binnen einer Frist von 13 Monaten zurückgegeben werden.

Um einen schonenden Umstieg zu ermöglichen, kann der Verbraucher vom 1. Februar 2013 bis zum 31. Januar 2014 sowohl die gewohnte Bankleitzahl- und Kontonummer-Variante sowie IBAN- und BIC-Variante bei Überweisungen vornehmen.

Die Bankinstitute der Region bieten beim SB-Banking den Konvertierungs-Service. Steckt der Bankkunde seine EC-Karte in den Automat und wählt „Überweisung“, wird die IBAN anhand der automatischen Erkennung auf den Überweisungsträger konvertiert, muss also nicht mehr per Hand eingegeben werden. Das gilt aber nicht bei den Daten des Empfängers. Die müssen vom Einzahler eingetragen werden.

Das SEPA-Verfahren stellt länderübergreifend eine Verbesserung dar, weil die Zahlungsverfahren in den 28 Ländern der EU, auch denen, die den Euro noch nicht als Währung eingeführt haben, standardisiert werden. Neben den EU-Staaten haben sich außerdem die Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Island und Norwegen dem SEPA-Verfahren angeschlossen. Ein Bankfachmann erklärt gegenüber lokalo: „Für den minimalen Anteil am Zahlungsverkehr stellt diese Umstellung einen enormen Aufwand dar, er meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt ist. Der Anteil von Auslands- gegenüber Inlandsüberweisungen ist nämlich verschwindend gering.“

Unabhängig von der Übergangsphase ändert sich für private Verbraucher im nationalen Zahlungsverkehr bis zum 1. Februar 2016 nichts. Erst dann ersetzt auch hier die IBAN die Kontonummer und die Bankleitzahl. (red/wir)

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