Film der Woche: Nebraska

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TRIER. Im Broadway Filmtheater in Trier läuft seit dem 23.01. der Film “Nebraska“ von dem Regisseur Alexander Payne. In dem hochgradig emotionalen Drama geht es um einen Mann der an Demenz erkrankt ist und glaubt, viel Geld bei einem Gewinnspiel gewonnen zu haben. 

Inhalt

Woody Grant glaubt, bei einem Gewinnspiel eine Million Dollar gewonnen zu haben. Was Woody nicht weiß, bzw. ständig vergisst, ist die Tatsache, dass er an Demenz erkrankt ist. Um seinen vermeintlichen Gewinn abzuholen, will er nun von Billings nach Lincoln reisen. Nach langer Diskussion mit seinem Sohn David, entschließt sich dieser seinen Vater zu begleiten und ihn nach Lincoln zu fahren. Durch einen Unfall müssen beide Männer einen unplanmäßigen Zwischenstopp in einem kleinen Örtchen in Nebraska einlegen: Dem Geburtstort von Woody.

Kritik

Nebraska ist eines des diesjährigen Highlights im Drama-Genre. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Film für sechs Oskars nominiert ist. Allerdings ist der Zugang zu dem Streifen nicht ganz einfach. Das liegt vor allem an der Ausweglosigkeit, in der der Protagonist steckt: Zum Leben zu schwach, zum Sterben zu stark. Auch die Grundstimmung des Films ist depressiv, traurig und verzweifelt. Für den ein oder anderen dürfte die Umsetzung in Schwarz-Weiß ebenfalls gewöhnungsbedürftig sein. Doch die fehlende Farbe betont die düstere Stimmung einmal mehr.  Im Laufe des  Films verziehen sich dunklen Wolken allmählich und gelegentlich kommt sogar die Sonne durch. Das ist genau so gewollt, denn dadurch entfaltet sich erst die ganze Wirkung des Films. Ein weiteres Charakteristikum sind die zum Teil verstörend anmutenden Humoreinlagen. Ist der Kinobesucher zunächst stark emotional in eine tragische Szene involviert, wird er ohne Vorwarnung durch urkomische Dialoge aus der Negativität hinauskatapultiert.

Unter dem Strich ist Nebraska ein Film, der zum Nachdenken anregt. Er appelliert insbesondere dafür, den Umgang mit psychisch Kranken zu überdenken. Trotz der Krankheit sind es weiterhin Menschen! Daher sollte nicht immer nur bitterer Ernst oder übertriebene Empathie herrschen. Authentizität und Humor können auch die Stimmung des Kranken verbessern. Es ist eben alles eine Frage der richtigen Mischung. (tw)

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