TBB Trier: 77:89 – Revanche misslungen

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TRIER. Zwei katastrophale Viertel nahmen der TBB Trier vor 4451 Zuschauern gegen die Eisbären Bremerhaven alle Möglichkeiten, das Parkett als Sieger zu verlassen. Am Ende setzte es eine 77:89 (40:45)-Niederlage. Die Gäste wirkten über weite Strecken wacher und bissiger. Bei Trier erreichten nur die Cheerleader Normalform.

Schlechte Nachrichten schon vor dem Sprungball: Mathis Mönninghoff lag mit einer Magen-Darm-Grippe im Bett und konnte nicht am Spiel teilnehmen. Im weiteren Spielverlauf sollte sich dann herausstellen, dass viele seiner Teamkollegen auch nur physisch anwesend waren.

Leider lief der Beginn der Partie so gar nicht nach dem Geschmack von Henrik Rödl. Die Trierer lagen nach fünf Punkten von Zwiener und neun des bärenstarken Darius Adams schnell mit 0:14 im Rückstand und machten in der Offensive eine exrem unglückliche Figur. Erst ein Dreier von Trevon Hughes nach mehr als vier Minuten brachte die ersten Punkte auf die Habenseite der Moselstädter. Doch auch das half den Mannen aus der ältesten Stadt Deutschlands nichts. Erschreckend schwach und leblos präsentierte man sich gegen die Gäste aus Norddeutschland. Andreas Seiferth foulte Ex-TBBler Brian Harper beim Stand von 3:18 unsportlich – es war ein Viertel, das selbst die größten Pessimisten nicht hätten schlimmer vorhersagen können. Jermaine Bucknor fiel nach dem All-Star Wochenende nur durch haarsträubende Ballverluste auf. Sein sonst so ruhiges Spiel – Fehlanzeige. Beim Stand von 5:26 nahm Oldham eine Auszeit. Trier schien sich zunächst zu fangen, doch selbst der 8:0-Run brachte rein gar nichts. Mit 13:34 und einem der schlechtesten Viertel in der Trierer Basketballgeschichte ging es in den zweiten Durchgang.

Im zweiten Viertel lief es dann endlich besser für die Moselstädter. In der Offensive fand man nun zu einfacheren Abschlüssen und auch defensiv war man nun endlich im Spiel. Beim Stand von 28:42 nahm Gästecoach Oldham eine Auszeit, um sein Team wieder in die Spur zu bringen. Doch jetzt hatte die TBB Trier Blut geleckt. Warren Ward drehte nun auf und markierte neun Punkte im zweiten Abschnitt und auch Hughes hatte defensiv und offensiv großen Einfluss auf das Spiel der TBB. Als kurz vor der Halbzeit ein 40:45 von der Anzeigetafel leuchtete, konnte man seinen Augen kaum trauen: Es war wieder alles drin in der Arena! Mit 27:11 entschied man den zweiten Spielabschnitt für sich.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit hatten leider erneut die Gäste. Juskevicius und Adams brachten die Eisbären wieder zweistellig in Führung (43:56), Bucknor und Ward antworteten. Beim 48:56 nahm Calvin Oldham eine Auszeit. Sein Team übernahm jetzt wieder vollends die Kontrolle über die Partie. Adams und Co. dominierten die Partie jetzt nach Belieben und setzte sich mit einem 13:2-Lauf wieder auf 51:69 bis zum Ende des dritten Viertels ab. Trier wirkte emotionslos und zeigte nicht genügend Biss.

Im entscheidenden Durchgang zeigte sich Trier zwar stark verbessert, aber 18 Punkte Rückstand in einem Viertel aufzuholen, ist fast unmöglich. Bremerhaven bot eigentlich genug Angriffsfläche, warf jede Menge Fahrkarten. Leider fehlte auch den Trierern die nötige Treffsicherheit, um das Spiel noch einmal spannend zu machen. Sowohl von der Freiwurflinie, als auch aus dem Feld fehlte das nötige Feingefühl. Vor allem Laurynas Samenas erwischte einen rabenschwarzen Tag. Der Litauer versuchte es acht Mal von jenseits der 6,75-Meter.Linie und traf kein einziges Mal. Andreas Seiferth markeite seinen ersten und einzigen Punkt gar erst im vierten Viertel. Am Ende brachte auch das Stop-The-Clock nichts mehr. Bremerhaven siegte mit 77:89.

Trier muss jetzt wieder in die Spur finden, wenn man nicht wieder unten rein rutschen will. (cw)

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl: „Glückwunsch an Calvin und sein Team. Ich muss sagen, dass ich etwas schockiert über das Auftreten meiner Mannschaft bin. Ich hatte absolut nicht erwartet, dass der Anfang so in die Hose gehen könnte. Das ist für mich unerklärlich. Auch nachdem wir im zweiten Viertel wieder rangekommen sind, haben wir nach der Halbzeit genau so angefangen wie zu Spielbeginn. Auch das ist unerklärlich für mich. Ich kann das auch im Moment nicht umschreiben. Bremerhaven war besser und hat verdient gewonnen. Warum das so war, müssen wir aufarbeiten. Wir treffen uns morgen früh und führen weitere Gespräche. Die letzten zwei Wochen waren eigentlich in Ordnung, es wurden schon viele Gespräche geführt. Um so mehr bin ich überrascht, wie das heute gelaufen ist.“

Calvin Oldham: „Zunächst bin ich glücklich, dass wir auswärts gewinnen konnten. Nach so einer Pause ist es immer sehr schwierig, man hat gemerkt, dass bei einigen Spielern ein bisschen die Energie gefehlt hat, vor allem in unserem letzten Viertel. Aber ich bin sehr zufrieden damit, wie wir heute aus der Kabine gekommen sind, zuerst am Anfang der Partie, dann nach der Halbzeit am Anfang des dritten Viertels. Wir haben versucht, einen Spieler rauszunehmen, das war Andreas Seiferth, ich denke, dass uns das gut gelungen ist, er war jetzt schon in zwei Spielen gegen uns kein wichtiger Faktor. Wie gesagt, ich bin froh über diesen Sieg.“

 

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