Jürgen Brech: Ein Leben für den Handball

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TRIER. Bundesliga-Handball in Trier – ohne Jürgen Brech kaum vorstellbar. Wenn die Rede von der DJK/MJC Trier, oder besser gesagt, weil viel geläufiger, den „Miezen“ ist, dann stößt man zwangsläufig auf den 53 Jahre alten Familienvater. Seit dem Jahr 1968 ist „Joga“ im Verein, seit dem Jahr 2000 im Vorstand.

Brech hat alle Höhen und Tiefen des Klubs miterlebt, von der deutschen Meisterschaft 2003 bis hin zu den Fast-Abstiegen, Lizenzproblemen und Umstrukturierungen. Die Zeiten haben auch bei Brech – selbst 30 Jahre als Handballer aktiv – Spuren hinterlassen, seiner Leidenschaft für den Bundesliga-Standort in Trier zu kämpfen, tut das allerdings keinen Abbruch. Lokalo.de sprach mit dem Motorrad- und Musikliebhaber über die aktuelle Spielzeit, Planungen für die neue Saison und die Stellung des Frauen-Handballs. Typisch für Brech, dass er Wert darauf legt, auch seine Mitstreiter zu nennen: „15 Jahre haben ja maßgeblich Martin Rommel und ich das Ganze geleitet. Seit seinem Ausstieg steht mir Peter Rohr im Vorstand zur Seite, und uns wiederum der Aufsichtsrat.

Aktuell steht die Mannschaft auf einem Nichtabstiegsplatz. Wie optimistisch sind sie, dass das auch nach dem letzten Spieltag der Fall ist?

Brech: Ich bin überzeugt, dass wir auch in der Saison 2014/2015 erstklassig sind. Uns allen ist bewusst, dass noch ein langer Weg vor uns liegt. Wir müssen nach den schwachen Auftritten zuletzt wieder in die Spur kommen. Gegen Weibern und Bensheim hat man gesehen, was diese Mannschaft leisten kann.

Politik und Wirtschaft haben nach den Querelen in der Vergangenheit um Lizenzprobleme, sowie fehlender Gehälter, Änderungen gefordert. Tatsächlich scheint man den Bundesliga-Handball in Trier in den letzten zwei Jahren auf stabilere Füße gestellt zu haben. Was ist passiert?

Brech: Wir haben zu großen Teilen die Forderungen nachhaltig umgesetzt. Alle unsere Spielerinnen gehen einer Arbeit nach, wir haben keine Profis. Und auch im Vorstand haben wir durch einen fest installierten Aufsichtsrat, eine neue Satzung und Neuwahlen Änderungen vorgenommen. Unsere Partner haben dies auch zur Kenntnis genommen und unterstützen uns weiter. Aber eben nicht alle. Hier würden wir uns nicht nur Lippenbekenntnisse wünschen.

Fehlt Ihnen da in gewisser Weise Wertschätzung?

Brech: Wir haben nach wie vor einen hohen Stellenwert in der Region. Aber es wird zum Teil alles als selbstverständlich hingenommen. Und das wird unserer Arbeit nicht gerecht. Das Team hinter dem Team – Physiotherapeuten, Fanclub, Geschäftsstelle und so weiter – arbeitet zu großen Teilen ehrenamtlich. Und die Mannschaft engagiert sich nicht nur sportlich, sondern auch sozial. Hin und wieder wäre ein wenig mehr Wertschätzung wünschenswert.

Zurück zum Sportlichen: Wie weit sind sie denn mit den Planungen für die neue Spielzeit?

Brech: Da haben wir einiges an Arbeit vor uns. Bis auf Katrin Schneider hat keine Spielerin einen Vertrag über die Saison hinaus. Das gilt übrigens auch für das das Trainerinnen-Duo. Hier werden wir zuerst den Hebel ansetzen, denn wir wollen Kontinuität auf dieser Position. Alles andere wird sich dann ergeben.

Wie bewerten sie die Arbeit von Cristina Cabeza Gutiérrez und Jana Arnošová, die beide in ihrem ersten Jahr für ein Bundesliga-Team verantwortlich sind?

Brech: Beide bringen eine unglaubliche Erfahrung aus ihrer aktiven Zeit mit. Aber klar ist, dass sie noch viel lernen müssen. Wir wollen ihnen aber die nötige Zeit geben. Zeit, sich persönlich, aber auch die Mannschaft weiterzuentwickeln.

Herr Brech, lokalo bedankt sich für das Interview und wünscht Ihnen weiterhin viel Erfolg

Mit Jürgen Brech sprach unsere Mitarbeitern Franziska Garcia

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