Prozessfortsetzung: Brandstiftung im eigenen Elternhaus?

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TRIER. Am heutigen Freitag, den 24. Januar, wurde der Prozess gegen einen 44-jährigen Mann aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm fortgeführt. Er muss sich unter anderem wegen Schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht Trier verantworten.

Dem 44-jährigen Angeklagten Michael S. werden mehrere Straftaten zur Last gelegt, die er im Zeitraum zwischen September 2012 und dem Frühjahr 2013 begangen haben soll, darunter auch die Brandstiftung im März 2013 in seinem Elternhaus. Bei der Verhandlung zwei Tage zuvor hatten mehrere Sachverständige und Ärzte ausgesagt, die dem Angeklagten teilweise depressive Phasen bescheinigten.

Der schwerwiegendste Vorwurf ist der der Brandstiftung, bei der er laut Anklageschrift „zumindest billigend in Kauf genommen habe“, dass sich das Feuer im Wohnhaus seiner Eltern ausbreiten, als auch auf das unmittelbar angrenzende Wohnhaus des Zeugen B. übergreifen würde.

Wie schon am vorherigen Verhandlungstag waren etliche Zeugen geladen.

Der erste Zeuge war Andreas K. aus Irrel. Der 32-jährige Dachdecker berichtete, dass auch sein Fahrzeug von dem Angeklagten beschädigt wurde. Er hatte das Firmenfahrzeug im letzten Jahr vor seinem Haus abgestellt. Kurze Zeit später, so der 32-Jährige, seien die Scheibenwischer seines PKW’s verbogen gewesen: „Den Schaden habe ich dann gemeldet. Die Kosten in Höhe von 300 Euro musste ich selbst übernehmen.“

Angelika W., eine 57-jährige Angestellte auf einem Ziegenhof, war die nächste Zeugin. Die Frau sagte, dass man an ihrem PKW ebenfalls die Scheibenwischer abgebrochen habe. Zudem habe die Antenne des Fahrzeugs gefehlt. Für den Schaden habe sie selbst aufkommen müssen.

Kai T. folgte. Der 33-jährige Metallbauer berichtete, dass man an seinem Pkw ebenfalls Scheibenwischer abgebrochen habe. Eine gute Freundin von ihm, Denise S., habe gesehen, wie der Angeklagte den Schaden an seinem PKW verursacht habe: „Ich war in Irrel zu Besuch, da Denises Mann mein bester Freund ist. Als Denise sagte, dass Michael S. gerade dabei sei, die Scheibenwischer meines Autos zu beschädigen, habe ich mit ihr und ihrem Mann Georg versucht, ihn festzuhalten. Er war sehr aufgebracht. Ich kenne ihn schon länger, aber so habe ich ihn noch nie erlebt. Er hat mich provoziert und die Tat heruntergespielt, indem er sagte, dass man Scheibenwischer problemlos ersetzen könne.“ Auch dieser Zeuge musste für die Kosten selbst aufkommen. Auf Nachfrage von Richter Hardt, ob der Angeklagte an diesem Tag alkoholisiert gewesen sei, bejahte Kai T. dies.

Denise S. war die nächste Zeugin. Die 31-jährige Altenpflegerin aus Irrel sagte, dass ihr Mann Georg ein Cousin des Angeklagten sei. Aus diesem Grund kenne sie Michael S. schon länger. Dann berichtete sie: „An einem Abend rief mich die Mutter des Angeklagten an. Sie erzählte mir, dass sie und ihr Mann verzweifelt auf der Suche nach ihrem Sohn Michael seien. Ich bekam natürlich Angst, da ich mit den Kindern zu diesem Zeitpunkt alleine zuhause war. Also rief ich meinen Mann an, der dann auch sofort kam. Kai, der beste Freund meines Mannes, kam auch. Auf einmal hörte ich ein lautes Krachen und sah durch das Fenster Michael, der in der Einfahrt stand und die Scheibenwischer von Kais PKW abbrach.“ Daraufhin habe sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Freund Kai T. versucht, Michael S. festzuhalten: „Dies ist uns auch geglückt, jedoch war er sehr aggressiv und beleidigte uns. Es war offensichtlich, dass er alkoholisiert war.“

Ihr Ehemann Georg Sander, ein Cousin des Angeklagten, folgte. Der 35-jährige Maurer aus Irrel erzählte, dass er immer sehr gut mit Michael S. zurecht gekommen sei. In den letzten zwei Jahren habe sich die Beziehung der beiden Männer jedoch verändert: „Früher haben wir immer sehr viel über Musik gesprochen. Wir hatten sein sehr gutes Verhältnis. Michael war ein zuverlässiger, und ehrlicher Mann! In den letzten zwei Jahren gab es jedoch einige harte Wortgefechte zwischen uns.“ Dann berichtete er von dem Tag, an dem sein Cousin die Scheibenwischer an dem Auto seines Freundes beschädigt hatte: „Kai und ich hatten uns zusammengesetzt, um gemeinsam ein Bier zu trinken. Als ich von dem Vorfall durch meine Frau erfuhr, war ich sehr sauer! Es gab eine Rangelei, wir hielten Michael fest. Er war zu dem Zeitpunkt etwas alkoholisiert, das fiel mir auf.“ Bis zu dem heutigen Tage habe er nicht mehr mit dem Angeklagten gesprochen, so der Zeuge, „da bis jetzt noch keine Entschuldigung kam“.

Der nächste Zeuge war der 59-jährige Polizeihauptkommissar Rudolph R., der am 3. Februar 2013 während seinees Dienstes einen Anruf der Zeugin Denise S. erhalten hatte: „Gegen 1.50 Uhr rief mich die Frau an. Sie berichtete mir, dass Michael S. in Irrel randalieren würde und dass sie den Mann nun mit Hilfe ihres Mannes und eines Freundes festhalten würde, um eine Flucht zu verhindern. Als wir an dem Tatort eintrafen, brüllte Michael S. herum und beleidigte mich sehr. Zwischendurch sprach er immer wieder wirres Zeug, das wir nicht verstehen konnten. Er war zu diesem Zeitpunkt keineswegs zu unterschätzen!“ Zudem sagte der 59-Jährige, dass ein Alkoholtest an dem Tag 1,45 Promille ergeben habe.

Norbert L., ein 51-jähriger Taxi-Fahrer, wurde danach vernommen. Auch an seinem PKW habe man im vergangenen Jahr die Scheibenwischer abgebrochen. Den Schaden in Höhe von 63 Euro habe er selbst bezahlen müssen. Auf Nachfrage von Richter Hardt, ob er den Angeklagten zuvor gekannt habe, verneinte er dies: „Ich habe ihn vor dem Vorfall nur einmal gesehen, hatte aber noch nie Kontakt zu ihm.“

Thomas S. sagte daraufhin als vorletzter Zeuge, dass er viele Gespräche mit Michael S. geführt habe. Der 56-jährige Sozialarbeiter betonte in seiner Aussage, dass ihm dies manchmal schwer gefallen sei aufgrund der Krankheit des Angeklagten.

Martina R., Richterin, war die letzte Zeugin. Die 51-Jährige sagte, dass sie beruflich zwei mal mit Michael S. zu tun gehabt habe: „Er meinte einmal zu mir, dass er eine schwierige Kindheit hatte.“ Ihr sei aber auch aufgefallen, dass der Vater des Angeklagten große Angst vor dem Sohn habe. 

Mit einem Urteil ist im Februar zu rechnen. 

Laura Dolfen

 

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