„Ihnen kann man gar nichts glauben!“

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TRIER. In der heutigen Fortsetzungsverhandlung gegen die beiden Angeklagten Besar M. und Perparin K. wegen Besitz und Handel mit Betäubungsmitteln, kam die 3. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Armin Hardt zu der Überzeugung, dass beide Angeklagte schuldig seien und verurteilte sie zu jeweils 3 Jahren und 9 Monaten.

Die beiden Albaner, die abgestritten hatten, gewusst zu haben, was sie transportieren, nahmen das Urteil stillschweigend hin. Hatten sie in der vergangenen Verhandlung noch bestritten, jemals mit Drogen etwas zu tun und diese selbst konsumiert zu haben, wurden sie heute deutlich von den Gutachtern des Rechtsinstitutes in Mainz widerlegt. Man habe zwei entnommene Haarproben der Männer untersucht und bei beiden Kokain und dessen Abbauprodukte feststellen können. Auch die negative Urinprobe könne das Gutachten nicht widerlegen. „Kokain ist im Urin nur für ein paar Tage, maximal eine Woche nachweisbar“, erklärte Dr. Jörg R., der auch eine Verwechslung der Proben kategorisch ausschloss. „Unsere Verfahren zur Handhabung mit solchen Proben lassen es nicht zu, dass eine Probe verunreinigt oder verwechselt wird.“

Auch die beiden geladenen Polizeibeamten, die die Haarproben bei K. und M. entnommen hatten, schlossen eine Verwechslung aus, auch wenn der Angeklagte M. bestritt, überhaupt jemals beim Zeugen Michael N. eine Haarprobe abgegeben zu haben. „Ich unterschreibe nur Protokolle, die ich auch selber angefertigt habe“, lautete die Antwort des Kriminalhauptkommissars.

Staatsanwalt Wolfgang Barrot sah es dann auch in seinem Plädoyer als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten gelogen haben. „Es ist das gute Recht eines Angeklagten zu lügen, aber Ihnen kann ich gar nichts glauben.“ Es sei eindeutig erwiesen, dass die beiden Angeklagten über die Drogen Bescheid gewusst hätten und somit genau gewusst hätten, was sie taten. Da in der Fahrertür bei der Untersuchung ein Teleskopschlagstock gefunden wurde und Barrot davon ausgehen musste, dass der Angeklagte K., Fahrer des Wagens, von diesem wusste, forderte er eine höhere Strafzumessung. 6 Jahre für K. und 4 Jahre für M., der sich der Mittäterschaft schuldig gemacht habe.

Martin Laupe-Assmann, Anwalt des Angeklagten K, bat um eine milde Strafe. Es sei lediglich eine „Gehilfenstellung mit geringer Entlohnung“ seines Mandanten zu verurteilen. Kim Ivo Ream, Anwalt von M. forderte gar einen Freispruch für seinen Mandanten. „In dubio pro reo. Man kann Herrn M. keine eigene Täterschaft zuweisen.“ Er habe nichts von den Drogen gewusst und wollte lediglich mit seinem Onkel zu seiner Familie nach Frankreich fahren.

Diesen Ausführungen schenkte die Kammer keinen Glauben. Beide waren „wohlwissend, was sie da machen und haben sich somit wegen Besitz und Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmittel in nicht geringer Menge strafbar gemacht“, begründete Richter Hardt das Urteil. Gegen dieses Urteil haben die Angeklagten das Rechtsmittel der Berufung oder Revision. Somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. (bas)

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