Onnertz redet Klartext

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DAUN. Mit seinem Buch „13 1/2“ über seine Zeit als Landrat des Vulkaneifelkreises und über die massiven Angriffe gegen ihn von einer Allianz aus Eifelzeitung und Kreis-CDU rechnete Heinz Onnertz am gestrigen Dienstag, den 21. Januar im Forum Daun mit seinen Gegnern noch einmal kräftig ab.

Dass Prominente ein Buch über ihr Leben mit mehr oder weniger informativen Inhalt schreiben, ist alltäglich. Dass jedoch ein (Ex-) Landrat eines kleinen Kreises ein Buch über seine Amtszeit schreibt, ist ungewöhnlich. Doch Heinz Onnertz‘ Amtszeit war alles andere als gewöhnlich. Sein Streit mit der Eifelzeitung, dem Unternehmer Peter Lepper, Vorsitzender der Bürgerunion Vulkaneifel (BUV)  und den CDU -Kreisgranden Herbert Schneiders, Gordon Schnieder und Werner Klöckner ging bundesweit durch die Medien in Fernsehen und in vielen bekannten großen Zeitungen. Böse Gerüchte, unhaltbare Vorwürfe, fingierte Leserbriefe und anonyme Briefe, all das spielte sich in den letzten Jahren seiner Amtszeit ab und gipfelte in der Ankündigung vom Rücktritt von Heinz Onnertz als Landrat des Vulkaneifelkreises im Sommer 2012.

 

Das alles wollte sich der beliebte Ex-Landrat anscheinend einmal von der Seele schreiben und hat auf eigene Kosten ein 152-seitiges kleines Buch mit dem Titel „13 1/2“ herausgegeben. „High Noon“ hieß es nun am gestrigen Abend im Forum Daun, wo Heinz Onnertz vor rund 300 Besuchern Passagen aus seinem Buch vorlas und auch sonst Erklärungen zu den Geschehnissen in den für ihn schlimmen Jahren abgab.

Es war wohl der Tag der Abrechnung mit seinen Gegnern, die ihn aus dem Amt getrieben haben, und Genugtuung, für das was ihm angetan wurde. „Mit dem Schreiben wird viel Ballast abgeworfen und man kann sich was von der Seele schreiben“, gab er zu. Alles „liebe Freundinnen und Freunde, andere habe ich noch nicht gesehen“, so Onnertz, waren zu der Lesung gekommen, der Saal im Forum Daun wurde schnell zu klein, sodass noch weitere Plätze eingerichtet werden mussten. Zuerst gab es aber einmal ein „Happy Birthday“ von den Zuschauern für den Ex-Landrat der gerade 64 Jahre geworden war. In seinem Buch hat Onnertz die Namen des CDU-Dreigestirns, bestehend aus  Herbert Schneiders, Gordon Schnieder und Werner Klöckner sowie den von Peter Lepper geändert. Für den Dauner Unternehmer und Vorsitzenden der Bürgerunion Vulkaneifel, Peter Lepper, steht das Omega, das übrigens immer am Ende der anonymen Leserbriefe in der Eifelzeitung stand. Das Phi steht für den CDU-Landtagsabgeordneten Herbert Schneiders, das Chi für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, Werner Klöckner (CDU), das Psi für den CDU-Kreisvorsitzenden Gordon Schnieder. Doch in der Lesung hielt Onnertz mit den Namen nicht hinterm Berg, er nannte sie immer wieder.

„Die zweite Amtszeit war schon ein dicker Knüller. Ich habe feststellen müssen, dass Politik nicht den Charakter verändert, aber es viele Leute in der Politik gibt, die wenig Charakter haben“, sagte er. Es ging um den „Krieg“ mit der Eifelzeitung, die von der CDU initiierte Sparkassenfusion zwischen der Kreissparkasse Bitburg-Prüm und der Kreissparkasse Vulkaneifel, die gekippt wurde. „Das Fusionsdebakel beruhte nur auf gekränkter Eitelkeit von Michael Billen. Als ich dann den Beschluss wegen Rechtmäßigkeit aussetzte, war aber Dampf im Kessel“, erzählte Onnertz. Diese drei, so Onnertz immer wieder, hätten ihm das Leben zur Hölle gemacht, alles moniert und schrieben sich jetzt Müllentsorgung, Schulsanierungen, Straßenausbauten auf ihre CDU-Fahne, obwohl sie gar nichts damit zu tun hatten und bestimmte Vorgänge zuerst torpediert hatten.

„Psi ist schizophren, er verarscht die Leute. Ich könnte die Kotze kriegen“, beschrieb Onnertz diese Zeit. Viel Beifall gab es am Ende für den Ex-Landrat und ein riesiges Interesse an seinem Buch, welches jetzt nach einer nur kleinen Auflage von nur 500 Stück schon nachgedruckt werden muss. (Hega)

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1 KOMMENTAR

  1. Kenne ein paar Leute, die gerne dort gewesen wären, aber durch ihre Arbeit bei oder für Herrn „Omega“ sich nicht getraut haben. „ANGST, man könnte gesehen werden.“
    So weit ist es also schon mit unserer Eifelpolitik…

    Umso schöner, daß Onnertz´Richtigstellungen doch noch so einen gewaltigen Anklang gefunden haben!

    Ich habe großen Respekt vor Hr. Onnertz.

    Trotz mit Sicherheit folgender Rechtsstreitigkeiten hatte er die Courage den Bürgern öffentlich mitzuteilen, was wirklich in der Vulkaneifelpolitik läuft.

    Er verdient daran übrigens Nichts: Buchdruck aus eigener Tasche bezahlt, die 5¤ Buchpreis werden gespendet und selbst den gestrigen Abend (ca. 2000¤ Kosten) hat er auf eigene Kappe genommen. So viel Eigeninitative eines Ex-Politikers sieht man selten.
    Hut ab!

  2. Habe das Büchlein gerade gelesen und stelle mir unweigerlich die Frage, warum man in den Medien so oft Berichte über so ferne Regionen wie Kalabrien, Sizilien, Apulien oder Neapel liest, sieht oder hört. Unsere Eifelregion beheimatet doch auch einige außergewöhnliche Lebensformen, welchen viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird.
    Ein wundervolles Werk zur heimischen Fauna.
    Danke.
    φχψω

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