Das Zwischenhoch ist vorüber

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BIETIGHEIM. Jana Arnošová schüttelte immer wieder den Kopf, versuchte wild gestikulierend ihre Mannschaft zu erreichen. Allein, es nützte an diesem Samstagabend in Bietigheim nichts. „Die ersten 30 Minuten sind nicht zu erklären und auch nicht zu entschuldigen“, so die völlig konsternierte Co-Trainerin der DJK/MJC Trier nach Spielende. Mit 27:33 (10:19) kassierte ihr Team die vierte Niederlage in der Frauenhandball-Bundesliga in Folge.

Viel schlimmer als die verlorenen zwei Punkte wiegt allerdings die Tatsache, dass sich die Miezen in Halbzeit eins wie ein echter Absteiger präsentierten. Lethargisch, ohne Mut und vor allem ohne Leidenschaft. Im Kampf um den Klassenerhalt hat man so keine Chance. Gegen einen guten Aufsteiger aus Bietigheim ließen sich die Miezen von der ersten Minute an den Schneid abkaufen und zum Teil vorführen.

Auch weil die Einstellung nicht stimmte: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass alle Spielerinnen wussten worum es geht. Heute haben wir eine Lektion bekommen“, so die deutlichen Worte von Arnošová. Dabei hatten sich die Moselstädterinnen durchaus Chancen auf Zählbares ausgerechnet, auch weil Bietigheim mit der Entlassung von Ex-MJC-Trainer Dago Leukefeld einige Turbulenzen zu überstehen hatte.

Davon war beim Aufsteiger allerdings nichts zu spüren. Bietigheim war von der ersten Minute an präsent: Aggressiv in der Defensive und mit einem Tempospiel, dass den Miezen wie ein vorbeifahrender ICE vorgekommen sein muss. Fehlwurf oder technischer Fehler Trier, Gegenstoß Bietigheim, Tor – die Schwäbinnen deckten die Schwächen der Miezen in der Rückwärtsbewegung schonungslos auf. Über die Stationen 6:3 (10.) und 14:6 (25.) erspielten sich die Gastgeberinnen so eine komfortable 19:10-Halbzeitführung.

Zugute halten kann man der Mannschaft von Cristina Cabeza Gutiérrez, dass sie sich in der zweiten Halbzeit wehrte und das Ergebnis im Rahmen hielt. Nach dem 13:23 gelang dem Meister von 2003 immerhin ein 4:0-Lauf, am Bietigheimer Sieg gab es allerdings nie einen Zweifel. Am Ende stand ein ernüchterndes 27:33 auf der Anzeigetafel und die Erkenntnis, dass die gute Stimmung nach den Siegen gegen Weibern und in Bensheim nun endgültig verpufft  ist.

„Wir sind wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Jetzt gilt es aber auch eine Reaktion zu zeigen und wieder aufzustehen“, so Arnošová. Ein Appell, der hoffentlich Gehör findet. (fa)

Stenogramm:

DJK/MJC Trier: Flöck (bei einem 7-Meter), Vogt (n. e.), Kockler (1.-60.);  Irsch (2), Sattler (n.e.), Schneider (6), Czanik (3), Vallet (3), Adeberg (7/2), Pilmayer (1), Derbach (3), Cabeza (2)

Beste Werferinnen für Bietigheim: Covic (8/4), Behnke (6), Eickhoff (5)

Schiedsrichter: Florian Gerhard/Tobias Küsters – Zuschauer: 500

Die Ergebnisse und die Tabelle finden Sie (http://sis-handball.de)

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