Tornadoabsturz: Kein technischer Defekt

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LAUBACH. Nach dem Absturz eines Tornados der Bundeswehr bei einem Übungsflug konnte keine technische Ursache festgestellt werden. Munition soll ebenfalls nicht an Bord gewesen sein beim nächtlichen Übungsflug.

Ein Expertenteam der Generalflugsicherheit aus Köln hat mit den Untersuchungen bereits begonnen. Autobahn A48 blieb auch am Freitag morgen noch stundenlang wegen der Suche nach Trümmerteilen voll gesperrt. Kritik am Fliegerhorst Büchel erneut erstarkt.

Wie der SWR meldet, lag bei dem Absturz kein technischer Fehler vor. „Was wir sagen können: es war kein technischer Defekt“, sagte Oberstabsfeldwebel Ralf Passing vom Pressezentrum der Luftwaffe in Berlin dem Sender.  Warum dies ausgeschlossen werden könne, sagte er nicht. Derzeit würden an der Absturzstelle weiter Informationen gesammelt. Auch der Commodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, Oberst Andreas Korb erklärte am Fliegerhorst Büchel, es gebe bislang keine Hinweise auf einen technischen Defekt.

Der Tornado war am Fliegerhorst Büchel stationiert, welcher zur deutschen Luftwaffe gehört. Büchel gilt in Deutschland als einziger Standort, an dem US-Atomwaffen gelagert werden und durch die deutsche Luftwaffe, welche dort für solche Einsätze ausbildet, im Rahmen der innerhalb der NATO vereinbarten nuklearen Teilhabe auch zum Einsatz kommen dürfen. Die Bundesrepublik selbst ist der Besitz von Atomwaffen nicht gestattet. In der Vergangenheit wurde häufiger erfolglos versucht auf Grundlage eines Verstoßes gegen das Völkerrecht wegen des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen zu klagen. Falls der Präsident der Vereinigten Staaten Amerikas den Einsatz dieser anordnet, wird der Einsatz dieser Waffen von Büchel aus gestartet.

Der Absturzort des Tornados befand sich nur wenige Flugsekunden von der Landebahn entfernt und befand sich offenbar im Landeflug. „Man kann in diesem Fall wohl nur von Glück sprechen, dass weder Personen noch Gebäude ernsthaft zu Schaden gekommen sind. Die A48 ist eine der weniger befahrenen Autobahnen Deutschlands und musste noch bis heute Morgen gesperrt bleiben.

Besorgt meldete sich in einer ersten Stellungnahme Udo Buchholz, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. zu Wort: „Ein Absturz über dem Atomwaffenlager hätte eine Katastrophe verursachen können“. Für den Ernstfall herrscht wohl Unklarheit, ob die Hangars, in welchen die Atomwaffen gelagert werden, einem Absturz stand gehalten hätten. Er forderte Aufklärung darüber ob und welche Munition sich an Bord der abgestürzten Maschine befunden hat. Ebenso weisen die Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. und der Initiativkreis gegen Atomkraft Eifel auf die Gefahren des Fliegerhorst Büchel hin. Gemeinsam fordern sie dessen Schließung und die Abschaffung der Atomwaffen und ein Handeln der Bundesregierung bezüglich des Abzugs der US-Amerikanischen Waffen. „Die Atomwaffen müssen verschrottet werden statt modernisiert“, äußert sich die AG Frieden.

Im Standort Büchel werden derzeit wahrscheinlich 20 US-Atomwaffen des Typs B61 gelagert. Die Sprengkraft maximale Sprengkraft dieses Typus wird auf circa das 26-fache der Hiroshima-Bombe geschätzt. Bis 2023 sollen von der USA vier Milliarden Dollar aufgewendet werden, um diese sicherer zu machen. Seit 2004 ist Büchel wohl der einzige Standort in Deutschland an dem Atomwaffen gelagert werden. (red/ma)

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