Für 33,50 Euro und zwei Handys in den Knast

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    TRIER. Am heutigen Mittwoch, den 15. Januar, fand vor der 1. Großen Jugendkammer des Landgerichts Trier der Prozess gegen drei junge Männer aus Prüm und Gerolstein statt. Sie mussten sich wegen „besonders schweren Raubes in Tatheinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

    Ihnen wird vorgeworfen, in der Nacht des „Prümer Sommers“ gemeinschaftlich in der Innenstadt von Prüm zwei junge Männer ausgeraubt zu haben. Sie sollen die beiden Zeugen geschlagen und getreten und ihnen anschließend Bargeld in Höhe von 30 bis 40 Euro, eine Bankkarte und zwei Handys weggenommen haben.

    Die Angeklagten Marco M. und Bonjamin C. sind bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. Der Angeklagte Arbnor T. ist nicht vorbestraft. Der Angeklagte M., dem die umfangreichste Tatbeteiligung vorgeworfen wird, befindet sich seit dem 20. Juli 2013 in Untersuchungshaft.

    Zu Beginn des Verhandlungstages belehrte Richter Albrecht Keimburg, das Tro, dass es viele, durch Zeugenaussagen untermauerte Anhaltspunkte dafür gebe, dass die Anklageschrift den Tatsachen entspreche. Er wies darauf hin, dass es sich strafmildernd auswirke, wenn sie Geständnisse ablegen würden, „da Erwachsene, denen schwerer Raub vorgeworfen wird, im Normalfall mit mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe rechnen müssen.“ Daraufhin legten auch alle ein Geständnis ab.

    Der 24-jährige Marco M., der bereits Vater einer fünfjährigen Tochter ist, gab an: „Wir trafen uns an dem Abend zum ersten Mal. Als es bei dem Fest immer leerer wurde, sahen wir die beiden Geschädigten. Ich bin sofort auf sie losgegangen, habe sie geschlagen und getreten. Ich wollte ihr Geld. Über die Folgen habe ich überhaupt nicht nachgedacht, da ich ziemlich betrunken war! Die anderen beiden haben mir zwar immer wieder gesagt, ich solle aufhören, mir war das jedoch egal. Dann kam die Polizei und nahm mich mit. Erbeutet habe ich 3,50 Euro.“ Er gab außerdem an, er habe „im Gegensatz zu den anderen“ hohe Schulden. 

    Bonjamin C. legte ebenfalls ein Geständnis ab: „Als nichts mehr beim ‚Prümer Sommer‘ los war, sind wir einfach rum gelaufen. Als wir die beiden Männer sahen, ist Marco sofort mit Gewalt auf sie losgegangen. Er wollte Geld, Arbnor und ich wollten die Handys und den Geldbeutel. Später habe ich den Geldbeutel aber in einen Fluss geschmissen, weil ich Angst hatte, dass die Tat auffliegt. Die 30 Euro daraus habe ich natürlich behalten.“

    Arbnor T., der jüngste Angeklagte, bestätigte den Tathergang: „Erst hat Marco nur eine Person geschlagen, dann beide. Die beiden Handys, die Bonjamin und ich wollten, nahm ich nach der Tat an mich. Ich entfernte die SIM-Karten zuhause, da ich Angst vor einer Ortung hatte. Die Handys wurden trotzdem wenig später geortet.“

    In seiner Urteilsbegründung bezeichnete Richter Keimburg Marco M. als Haupttäter. Er habe zum Tatzeitpunkt 1,85 Promille im Blut gehabt, ihm sei auch der Genuss von Cannabis nachgewiesen worden. können. „Aber die Tat war nicht nur von ihm gewollt“, so der Vorsitzende. „Alle haben getreten und geschlagen. Der eine wollte das Geld, die anderen die Handys.“

    Die Urteile fielen in dem angekündigten Rahmen aus. Gegen den Marco M. hat die Kammer unter Einbeziehung einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten aus einer Vorverurteilung durch das Amtsgericht  Prüm eine Gesamtfreiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verhängt.

    Bonjamin C. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Jüngste des Trios, Arbnor T., kassierte eine Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Die Strafen gegen C. und T. wurden für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Laura Dolfen

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