Eine Burg kommt unter den Hammer

0

LISSINGEN/DAUN. Wer mal eben 868 000 Euro locker machen kann und das Ambiente einer Burg schätzt, ist am 6. Februar in Daun genau richtig. Dann wird die bei Gerolstein gelegene „Burg Lissingen“ zwangsversteigert. Die genannte Summe will die KSK erzielen, der Einstieg soll bei 433 950 Euro erfolgen.

Die „Burg Lissingen“ an der Kyll ist eine gut erhaltene, ehemalige Wasserburg in Lissingen im Landkreis Vulkaneifel. Sie wirkt von außen wie eine einzige Burg, ist aber eine Doppelburg. Anders als fast alle anderen Eifelburgen blieb sie im Laufe ihrer Geschichte unzerstört und somit auch ein beeindruckendes bauliches Erbe bis in die Neuzeit bewahrt. Die Burg wartet auf mit umfasst Gebäude in unterschiedlichen Baustilen wie Gotik, Renaissance, Barock und nachfolgender Bauperioden inmitten der schönen Eifellandschaft. Heute besteht die Burg Lissingen aus zwei kompletten Burgbereichen, nämlich der sogenannten Unter und der Oberburg.

Auf 4 000 Quadratmeter Fläche, finden sich ein Mühlengebäude mit Gastronomie, Scheunen, ein ehemaliges E-Werk mit Unterstellhalle, Ökonomiegebäude, ein Herrenhaus, ene Zentscheune mit Torhaus, ein Toranlage mit Scheune, eine Parkanlage mit Grünland, ein Burgcafé, Ausstellungsgebäude (Museum) mit Wirtschaftsgebäude und sogar ein Trauzimmer. Das ehemalige Herrenhaus, vor mehr als tausend Jahren erbaut, ist der älteste Teil der Burg, andere Gebäude kamen teilweise erst im 15. oder 19. Jahrhundert dazu.

Insgesamt ist das ganze Objekt aber in einem stark renovierungsbedürftigen und teilweise schlechten Allgemeinzustand – es besteht erheblicher Renovierungsstau. Das Gelände der Parkanlage ist verwildert. Die historische Burganlage steht größtenteils unter Denkmalschutz und ist derzeit teils in Eigennutzung, teils vermietet.
Grund für den Verkauf ist die Tatsache, dass der Koblenzer Patentanwalt und Besitzer der historischen Immobilie, Karl Grommes, der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel Geld schuldet. Das Geldinstitut besteht nun auf eine sofortige Zahlung der Rückstände, die der  72-jährige Burgherr aber nicht leisten kann.

Offen ist eine Restschuld von 300 000 Euro. Als Versteigerungstermin ist der 6. Februar festgelegt. Dann kommt die Burg um 11 Uhr in der Gerichtsstelle in 54550 Daun, Berliner Straße 3, Saal Nr. 110 unter den Hammer. Zumindest bis dahin hat sich ein Mieter der Burganlage noch nicht aufgegeben. Die „Braustuben“, im Mühlenkomplex untergebracht, kämpfen schon jetzt offensiv ums Überleben. „Wir haben weiterhin geöffnet, egal was in der Zeitung steht“, ist im Internet zu lesen. Und weiter: „Ruft uns an, wir geben Euch Antwort.“  (hega)
                                                                                                         
Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.