Neujahrsempfang mit Dr. Franz Alt

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    BITBURG. Der Gewerbeverein Bitburg hatte zu einem Neujahrsempfang mit Dr. Franz Alt, dem ökologischen Gewissen Deutschlands, in die Bitburger Stadthalle geladen. Mehrere hundert begeisterte Zuschauer waren der Einladung gefolgt, um sich über den Ist-Zustand der Umweltzerstörung zu informieren. Thema des Abends waren die Energiewende in Deutschland und im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

    Der 2. Vorsitzende des Gewerbevereins, Peter Fabry, begrüßte alle Anwesenden und insbesondere Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels, Landrat Dr. Streit, die Landtagsabgeordnete Monika Fink sowie den CDU-Politiker Michael Billen. Gleichzeitig bedankte sich Fabry für die tolle Resonanz, denn Bitburgs Stadthalle war ausverkauft.

    Mit sichtbarem Stolz wurde Dr. Franz Alt, als „Vordenker,Querdenker und Missionar“ vorgestellt. Ein gefragter Mann der weltweit über 200 Vorträge im Jahr hält, Konzerne und Regierungen in Energiefragen auf der ganzen Welt berät und bislang über 2,5 Millionen Bücher verkauft hat.

    Der Journalist plädierte in seinem Vortrag für eine radikale Energiewende und prangerte gleichzeitig auch die Bundespolitik an. Er startete den Abend mit den Worten, dass die Energiewende nach den Worten der Regierungskoalition eine Jahrhundertaufgabe sei und Bundeskanzlerin Merkel dies sogar als Überlebensfrage der Menschheit ansehe.

    „Das Temperaturgefälle zwischen den USA und Europa beträgt zur Zeit 60 Grad, auch wenn diese Zahl ein deutliches Zeichen setze, sei dies jedoch kein Klimawandel und habe mit Klimawandel auch nichts zu tun. Die Ausmaße des Klimawandels sind absehbar, der Klimawandel kommt, da gibt es keinen Weg mehr zurück. Es gibt jeden Tag mehr Menschen und jeden Tag gibt es weniger fruchtbaren Boden. In 100 bis 200 Jahren wird aus der schönen Eifel eine Wüste geworden sein. Wir spielen Evolution rückwärts“, so Alt.

    Die Zeit sei nicht nur reif, sondern überreif für Bioenergien und Ökostrom. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit seinem produzierten Mix aus Biomasse, Windkraft und Solar gelte landesweit als Vorreiter der Energiewende und sei vorbildlich im Strombereich.

    „Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel“, sagte Alt. „Von Natur aus gibt es kein Energieproblem, wir müssen die Natur nutzen. Die Sonne als Energiequelle bietet 15 000 mal mehr Energie als wir Menschen hier auf der Erde brauchen und die Sonne schickt uns keine Rechnung.“

    Den Klimawandel nicht zu stoppen, sei ein Selbstmordprogramm, so Alt. „Das Wissen und die Technologie um den Klimawandel zu stoppen sind da. Wir sind dabei aus der Erde ein Treibhaus zu machen, wenn wir nicht schnellstmöglich umdenken und handeln. Alles läuft auf eine Elektrifizierung der Welt hinaus. Klimaschutz ist die Voraussetzung für Denkmalschutz.“

    Aus den Regionen komme die Energiewende so „Umweltapostel Alt“, der die Eifel als Vorreiter erneut hervorhob. Energiewende bedeute aber auch zunächst Investition, um dann langfristig sparen. Denn man müsse erstmal in die Technik investieren, künftige Generationen hätten jedoch  klare Vorteile dadurch. Er verwies auf seine eigene Website www.sonnenseite.com auf der man nicht nur nachlesen kann wie er persönlich Ökologie vorlebt, sondern auf der auch umfangreich über Klimawandel und Energiewende informiert wird.

    Im Anschluss an seinen Vortrag bot er den Gästen Gelegenheit zur Diskussion die von den Zuschauern auch gerne angenommen wurde.

    So wollte ein Zuhörer gerne wissen, wie denn genau die Solarbranche in Deutschland gegenüber China einzuschätzen sei. „Deutschland war einmal marktführend im Bereich der Solaranlagen, doch China hat mit seinen Dumpingpreisen den Markt ruiniert, was zu monatelangen Verhandlungen zwischen der EU und China geführt hat, bevor man sich zu einem Deal beim Verkauf von Solaranlagen einigen konnte. Im letzten Jahr gab es zahlreiche Pleiten unter den Firmen von Solaranlagen, und Konzerne wie Bosch oder Siemens haben sogar ihre Solar Geschäfte beendet. Die Firma Solarworld, ehemals Branchenführer in Deutschland kämpft ebenfalls ums überleben“, antwortete Alt.

    Ein anderer Besucher fragte, ob es die Möglickeit des „Frackings“ wie in den USA auch in Deutschland geben könne.
    Alt: „In Deutschland wird Fracking schon seit ungefähr 50 Jahren in der Erdgasförderung angewandt, um eine wirtschaftlichere Förderung der Ressource zu ermöglichen. Derzeit kann man davon ausgehen das rund ein Drittel der deutschen Erdgasförderung unter Anwendung der Fracking-Technologie generiert wird. Was unter Umständen nicht so bekannt ist, ist die Tatsache das auch in der tiefen Geothermie seit mehren Jahren gefrackt wird.“ Petra Thomas

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