Duo wegen schweren Raubes angeklagt

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TRIER. Am heutigen Donnerstag, den 9. Januar, wurde der Prozess gegen einen 38-Jährigen und einen 40-Jährigen aus Trier eröffnet. Beide Männer müssen sich wegen schweren Raubes vor dem Landgericht Trier verantworten. Ihnen werden unterschiedliche Vermögensdelikte vorgeworfen, die sie teilweise gemeinsam begangen haben sollen.

Anfang März 2013 soll der Angeklagte Roman T. gemeinsam mit seinem Halbbruder, der bereits abgeurteilt ist,  verfolgt wird, nachts in ein Bistro in Trier eingebrochen sein. Dort sollen sie gemeinsam zunächst einen Geldspielautomaten geknackt und das darin entnommene Bargeld mitgenommen und zu Hause aufgeteilt haben.

Noch in derselben Nacht soll der Angeklagte dann mit seinem Halbbruder erneut in das Bistro eingestiegen sein. Bei dieser Gelegenheit sollen sie den zweiten Spielautomaten aufgebrochen und geleert, sowie Zigaretten aus der Auslage mitgenommen haben. Insgesamt sollen sie so ca. 4 000 Euro Bargeld und eine unbekannte Anzahl an Zigaretten erlangt, sowie einen Sachschaden von 2 500 Euro angerichtet haben.

Ende März 2013 soll Roman T. für einen Bekannten an einen Zeugen ein Macbook für 650 Euro verkauft haben, obwohl er wusste, dass dieses Diebesgut aus einem Einbruch seines Halbbruders war. Hierfür soll er eine „Provision“ von 50 Euro für sich behalten haben.

Ende Juni 2013 soll er in eine Kneipe in der Trierer Innenstadt eingebrochen sein. Hier soll er das Bargeld aus dem unverschlossenen Glücksspielautomaten entwendet haben, indem er die Münz- und Scheineinsätze heraus riss. Der Sachschaden beläuft sich auf 200 Euro Der entnommene Bargeldbetrag ist nicht bekannt.

Der Angeklagte Sascha S. soll Anfang Juli 2013 versucht haben, eine Spielothek in Trier zu überfallen. Hierzu ging er maskiert in die Spielothek und hielt der Rezeptionistin eine geladene Schreckschusspistole vor und forderte Geld. Die Zeugin soll den Angeklagten jedoch erkannt und mit seinem Namen angesprochen haben, so dass er seinen Plan aufgab und flüchtete.

Ebenfalls Anfang Juli soll der Angeklagte T eine Spielothek in Trier überfallen haben. Er soll einer Angestellten eine echt aussehende Soft-Air-Pistole vorgehalten haben und 1 000 Euro gefordert haben. Die Zeugin soll dem Angeklagten 200 Euro Wechselgeld ausgehändigt haben, da sie nicht mehr Geld nicht hatte, was sie dem Angeklagten mitteilte. Daraufhin sei er geflüchtet.

Wenige Tage später sollen beide Angeklagten gemeinsam eine Gaststätte in der Trierer Innenstadt überfallen haben. Sie hielten den beiden Anwesenden Beschäftigten Schreckschusspistolen vor und forderten Geld. Diese sollen die Tageseinnahmen von 85 Euro ausgehändigt haben. Der Zeuge T. soll dann noch versucht haben, das Münzgeld aus dem vorhandenen Spielautomaten zu entnehmen.

Als die Angeklagten jedoch merkten, dass eine der Beschäftigten den Notruf habe wählen wollen, seien sie geflüchtet. Beide Angeklagte sind bereits mehrfach, einschlägig, strafrechtlich in Erscheinung getreten. Sie befinden sich beide seit Mitte Juli 2013 in Untersuchungshaft.

Am heutigen Verhandlungstag wurde zunächst der 38-jährige Roman T. zu den Anklagepunkten befragt. Er sagte, dass er 1975 in Trier geboren worden und ledig sei. Zu seiner Schullaufbahn sagte er, dass er die vierte Klasse der Grundschule habe wiederholen müssen. Dann habe er versucht, einige Ausbildungen zu absolvieren, die er jedoch alle nach kurzer Zeit abgebrochen habe. Mit 14 Jahren habe er angefangen, Drogen zu konsumieren, da ihm sein Vater zu diesem Zeitpunkt an und zu Haschisch angeboten habe. „Mein Leben hat eigentlich fast nur aus Drogen und Haft  bestanden.“ Im Juli 2012 sei er zum letzten Mal in Haft gewesen. Danach sei es ihm sehr schwer gefallen, sich „an draußen zu gewöhnen“. Da er jedoch in dieser Zeit viele Drogen konsumiert habe, sei er wieder „abgerutscht“ und sei auf Grund der Anklagepunkte im Juli letzten Jahres verhaftet worden.

Dann wurde Sascha S. aufgefordert, seinen Lebenslauf zu schildern. Der 40-Jährige berichtete, dass er ebenfalls in Trier aufgewachsen sei. Über seine Schullaufbahn sagte er, dass er von der Grundschule zum Gymnasium gewechselt sei. „Nach der siebten Klasse wollte ich aber unbedingt in ein Internat gehen, um das Abitur zu machen. Das wäre mir auf dem damaligen Gymnasium nicht gelungen. Da ich zu der Zeit mit den falschen Leuten zusammen war und
mich zu wenig um die Schule kümmerte!“

Also sei er für eineinhalb Jahre in ein Internat in Prüm gekommen. „Danach wollte ich wieder auf das vorige Gymnasium, da ich mich gefestigter fühlte und meine Freunde vermisste. Jedoch wollte meine Mutter mir den Wechsel nicht erlauben. Also trieb ich viel ‚Unfug‘ und so flog ich von dem Internat.“ Nach kurzer Zeit auf dem Gymnasium sei er jedoch zur Realschule gewechselt, da es ihm nicht gelungen sei, auf dem Gymnasium so ein guter Schüler zu sein, wie im Internat. Mitte der zehnten Klasse habe er die Realschule abgebrochen und die Möglichkeit bekommen, eine Ausbildung zu absolvieren: „Da ich zwei Monate später zum ersten Mal verhaftet wurde, konnte ich die Ausbildung aber nicht machen. Zu dieser Zeit habe ich zudem viele Drogen konsumiert. Ich habe außerdem ein Auto geklaut und andere ‚Dummheiten‘ gemacht.“

Im Jahr 1997 sei es ihm trotzdem gelungen, eine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker in der Haft zu absolvieren. Später, so der 40-Jährige, sei er in Aachen in Haft gekommen wegen der Einfuhr von Drogen. Im Lauf der Zeit habe er immer härtere Drogen konsumiert, weshalb er schließlich 2007 aus eigenem Entschluss eine Therapie begonnen habe. In Köln habe er in einem „Betreuten Wohnheim“ gewohnt. Nach der Rückkehr nach Trier sei er jedoch wieder in Haft gekommen: „Ein Freund von mir starb in meiner Wohnung an einer Überdosis, weshalb die Polizei meine Wohnung durchsuchte und natürlich Drogen fand.“

Verteidigerin Martina Prechtl kündigte ein volles Geständnis ihres Mandanten Roman T. an. Als Grund für die Begehung der Taten nannte T. seine Drogensucht, er habe täglich 50 bis 60 Euro gebraucht, um seinen Heroinbedarf zu decken. Zum ersten Anklagepunkt, dem Überfall der Bar, sagte er, dass beide Beteiligten ca. 2 000 Euro bekommen sowie Zigaretten hätten, die zum Teil verkauft worden seien. Als der erste Automat leer gewesen sei, sei die Alarmanlage losgegangen: „Darum sind wir abgehauen und später wieder gekommen. Dann war der Alarm aus und wir konnten den zweiten Automaten aufbrechen.“
Zu dem zweiten Anklagepunkt, dem Verkauf des gestohlenen MacBook’s, sagte er, dass er seinem Halbbruder Geld gegeben habe und etwas habe behalten können. Den Einbruch in die Bar habe er ebenfalls begangen.  An den Überfall der Spielothek, könne er sich jedoch kaum noch erinnern, er habe die Tat jedoch begangen.
Zu dem sechsten und letzten Anklagepunkt, er sei in eine Gaststätte eingebrochen, sagte er, dass er mit der anderen Person gegen 2.50 Uhr eingebrochen sei, Beide Täter, so der 38-Jährige, hätten Pistolen gehabt – er eine Schreckschusspistole, der andere eine Soft-Air-Pistole. Sascha S. sagte, dass er bei diesem Einbruch der „unbekannte Mittäter“ gewesen sei.

Er könne sich jedoch kaum noch an diesen Einbruch erinnern, da er zu dieser Zeit wegen seines Drogenentzugs Medikamente habe nehmen müssen. Die Tabletten hätten ihn „verballert“. Auf Grund dieser Verwirrung habe er die Angestellte, die er kannte, auch mit dem Vornamen angesprochen und Geld von ihr gefordert.
Zu dem vierten Anklagepunkt, er habe versucht, die Spielothek zu überfallen, sagte er, dass er sich auch an diese Tat nicht mehr ganz erinnern könne. Da der Angestellte ihn jedoch mit „Sascha“ angesprochen habe und er öfter dort gewesen sei, sei er geflüchtet.

Thomas P. War der erste Zeuge. Der 41-Jährige Kaufmann aus Trier ist der Besitzer der Gaststätte, in die Roman T. eingebrochen sein soll. Er sagte aus, dass der Einbruch die Alarmanlage ausgelöst habe, aber dennoch insgesamt zwei Geldspielautomaten aufgebrochen worden seien. Die Versicherung habe zudem nicht alle Schäden beglichen: „Ich selbst musste zum Teil für den hohen Schaden aufkommen.“ In den Monaten nach dem Einbruch, so der Kaufmann, habe er mit den Angestellten außerdem jedes Mal Angst gehabt, wenn er arbeiten musste.

Der nächste Zeuge war Steven F., der 18-jährige Halbbruder des Angeklagten Roman T.  der bereits zu einer Jugendstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt worden ist. Der Einbruch sei die Idee seines Halbbruders gewesen. Man habe die 4 000 Euro Gewinn geteilt. Zu dem Verkauf des MacBooks’s, den er veranlasst habe, sagte er, dass er das Gerät geklaut und dann alle Daten gelöscht habe: „Da ich noch keine 18 Jahre alt war zu dieser Zeit, sollte Roman das MacBook schließlich verkaufen.“

Es folgte Franz-Robert K., ein 59-jähriger Kaufmann. Er ist der Verleiher eines der Geldspielautomaten, der bei dem Einbruch der beiden Brüder in die Gaststätte aufgebrochen wurde. Aus seinem Automaten seien 2 651,10 Euro entwendet worden. Eine Versicherung gebe es nicht, sagte K. verärgert.

Sezer E. war der letzte Zeuge am heutigen Verhandlungstag. Der 22-Jährige war der Aufsteller des anderen Geldspielautomaten. 750 Euro habe er selbst für die Reparatur bezahlen müssen. Über den Verlust des Bargeldes und die Entschädigung dafür diskutiere er derzeit noch mit der Versicherung.

Die Verhandlung wird am 30. Januar fortgesetzt. Laura Dolfen

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