…und dann kommt „Barki!“

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BITBURG. Der schönste Tag im Leben. Das ist für die meisten Menschen der Hochzeitstag. Die Kleidung sorgsam ausgesucht, oft maßgeschneidert – besonders der Dress der Braut entspricht oft dem Jungmädchentraum, ist ein Unikat und entsprechend teuer. Vom ideellen Wert ganz abgesehen – bis „Barki“ kommt.

„Barki“ ist der Spitz- oder auch Künstlername von Michael Barg, der immer innovativ arbeitet und derzeit an der Kollektion „Trash the Dress“ arbeitet. Wenn „Barki“ fertig mit dem Foto-Shooting ist, kann man oft nur noch erahnen, dass es sich bei den Kleidungsstücken der jungen Damen ehemals um blütenweiße Brautkleider gehandelt hat. Er schubst das Brautpaar ins Wasser, lässt es eine Schlamm- oder Farbschlacht veranstalten und hält diese Momente in Fotosessions fest.

Unmöglich? Nein! Was dieser Fotograf hier macht fällt unter das von ihm erdachte Konzept „Trash the Dress“. Michael Barg, so heißt „Barki“ mit bürgerlichem Namen, ist 1968 in Bitburg geboren und in Fließem aufgewachsen. Barg ist Autodidakt, denn erlernt hat er den Beruf des Vermessungstechnikers. Seine wahre Leidenschaft gehört aber der Fotografie. Wer ihn Künstler nennt, stößt sofort auf Widerspruch: „Das ist mir zu aufgeblasen, zu hoch gegriffen.“ Seine Werke sprechen aber eine andere Sprache.

„Als Kind war ich eher introvertiert, habe viel gelesen. Charles Dickens lese ich sehr gerne“, sagt der Mitvierziger. Auch wenn er die Bezeichnung „Künstler“ als anmaßend ansieht, ist das was er macht doch in diesem Genre anzusiedeln. Sein Lebenscredo benennt er mit dem Zitat: „Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.“ Dem „Peter-Pan-Prinzip“ folgend, hoffend, nie erwachsen zu werden, sieht man seinen Fotos die Verspieltheit an. „Ich schreibe Geschichten mit der Kamera“, erklärt er. Wer seine Fotos sieht, wird ihm Recht geben.

Anfang 20 war er, als er seine ersten Gehversuche in der Fotografie unternahm. Schnell entwickelte er eine unbändige Leidenschaft für sein Hobby. Sein Geheimnis: Der Moment und der Blickwinkel. „Es gehört auch Glück dazu“, räumt der zweifache Familienvater ein, als er ein Foto kommentiert, das er in der Liebfrauenkirche in Trier gemacht hat – just in dem Moment, als die Sonne wie durch göttliche Fügung ein ornamentiertes Fenster erstrahlen ließ. Brautpaare können mit ihm nach der Hochzeit eine Foto-Session machen, bei der sie den ganzen Stress und Druck der Trauung buchstäblich wegspülen können. Sei es mit einem Sprung ins kalte Wasser, mit einer Tortenschlacht oder umtobt vom Funkenflug einer Flex in der Werkstatt. So entsteht ein weiteres Dokument für seine Serie „Trash the Dress“. Brautpaare, die ihn als Hochzeitsfotograf gebucht haben, kommen kostenlos in diesen Genuss.

Doch er ist mehr als „nur“ ein „Wedding-Shooter“. Aktuell arbeitet er an einer Serie für die Bitburger Braugruppe, er soll die „Fassbrause“ in rechte Bild setzen. Er erzielt starke Effekte mit einfachsten Mitteln sodass sich jede Location in Kürze ohne übermäßigen Aufwand in ein geeignetes Studio wandelt.

Seinen erlernten und ausgeübten Beruf aufzugeben und hauptberuflich Fotograf zu werden ist derzeit für ihn keine Option: „Ich möchte den Spaß am Fotografieren nicht verlieren und ich weiß nicht ob der in vollem Umfang erhalten bleibt, wenn ich meine Berufung zum Beruf mache.“ Harry Fröhlich

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