Erster deutscher Doppelsieg beim Silvesterlauf in Trier seit 1996

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TRIER. Mit einem historischen deutschen Doppelsieg beim 24. Trierer Silvesterlauf, dem „deutschen Sào Paulo“, haben die deutschen Leichtathleten das Jahr 2013 abgeschlossen. Nach Angaben des Veranstalters bejubelten 15 000 Zuschauer die Erfolge von Corinna Harrer im 5-km-Lauf der Frauen und Homiyu Tesfaye über die 8-km-Strecke der Männer.

Milde Temperaturen und trockenes Wetter boten beste Voraussetzungen für das „Fest vor dem Fest“ das wie schon seit Jahren von ZDF-Chefreporter Wolf-Dieter Poschmann und dem Silvesterlauf-Vorsitzendend Berthold Mertes moderiert wurde. Den passenden Rahmen zu den Rennen, bei denen rund 2000 Läufer aus 20 Nationen am Start waren, lieferten rund 200 Kilo Konfetti, 2000 Trillerpfeifen und natürlich die Samba-Tanzgruppe auf der Hauptmarktbühne.

Um 15 Uhr startete das erste Highlight des Tages, der Sparkassen-Lauf der Frauen. Corinna Harrer gelang dabei das Kunststück, ihren Vorjahreserfolg zu wiederholen. Sie ist damit die erste Läuferin in der Geschichte des Trierer Silvesterlaufs, der dieses Kunststück gelang. Die 22 Jahre alte Hallen-Vizeeuropameisterin hatte schon im Vorfeld zu den Topfavoritinnen gezählt, da die ganz große Konkurrenz aus Afrika fehlte. Lediglich die Kenianerin Cynthia Kosgei spielte im Rennen eine relevante Rolle – sieht man von Elini Gebrehiwot aus Wattenscheid ab. Die 29-Jährige stammt aus Eritrea, wird aber in diesem Jahr ebenfalls einen deutschen Pass erhalten.

Harrer ließ von Beginn an keine Zweifel an ihrem Ziel aufkommen, ihren Vorjahressieg zu wiederholen. Es war ein Start-Ziel-Sieg der Regensburgerin, die in einem wahren Ausscheidungsrennen eine Konkurrentin nach der anderen abhängte. Als es in die letzte Runde ging, hatte sie nur noch Gebrehiwot als Begleiterin, die dem Steigerungslauf der Vorjahressiegerin aber dann nicht mehr folgen konnte. Harrer gewann in 15:52 Minuten und nahm der Zweiten auf dem letzten Kilometer noch 16 Sekunden ab. Kosger wurde Dritte vor zwei weiteren deutschen Nachwuchshoffnungen.

Vierte wurde die 23-jährige mehrmalige deutsche Juniorenmeisterin Diana Sujew, als Fünfte kam die erst 21-jährige 3000-m-Hindernis-Spezialistin – U-23-Europameisterin über diese Strecke und Olympia-Achte – Gesa Felicitas Krause ins Ziel. Auf ihrer Abschiedstournee durch Europa belegte die Siegerin von 1998, Irina Mikitenko, inzwischen 41 Jahre alt, den achten Rang.

Auf einen deutschen Sieg bei den Männern hatten die Leichtathletik-Fans lange warten müssen. 1996 hatte ein gewisser Thorsten Naumann aus Mayen für einen DLV-Sensationssieg gesorgt, als er die favorisierten Afrikaner hinter sich gelassen hatte. Nun trat Homiyu Tesfaye in seine Fußstapfen – ein wenig zumindest. Denn wie der Name vermuten lässt, liegen die Wurzeln des erst 20 Jahre alten Wahlfrankfurters in Afrika, genauer gesagt im Hochland von Äthiopien. Der Modellathlet, dessen Paradestrecke eigentlich die 1500 m sind, die er bei der WM in Moskau sensationell auf als Fünfter beendete, hat aber schon eine für sein Alter enorme Bandbreite. Von 800 bis 10 000 m läuft der  Sportsoldat alle Mittel- und Langstrecken. Der Vorteil der größeren Spritzigkeit wegen der häufigen Starts auf den Mittelstrecken bescherte dem kürzlich zu Deutschlands Läufer des Jahres gekürten Tesfaye auch den Sieg.

Auch die deutsche Mittel- und Langstreckenhoffnung hatte wie Harrer bei den Frauen von Beginn an in der Spitzengruppe mitgemischt. „Ich wollte so schnell wie möglich laufen“, war seine entwaffnende Antwort auf die Frage nach seiner Taktik. Runde um Runde wurde die Spitzengruppe kleiner, aber der 20-Jährige war immer im Bilde. Als es auf die letzten 1000 m ging, lief noch ein Trio an der Spitze. Auf der langen Zielgeraden die Brotstraße hinab bis zum Hauptmarkt waren die „echten Afrikaner“, Favorit Thomas Ayeko aus Uganda und Dame Tasama aus Eritrea, dem Schluss-Spurt des Frankfurters nicht gewachsen. Schon 20 m vor dem Ziel reckte Tesfaye unter dem ohrentbetäubenden Lärm der Trommeln, Pfeifen und des Beifalls der in Siebener-Reihen stehenden Besuchermassen triumphierend die rechte Faust in den Himmel. Mit weit ausgebreiteten Armen und einem glücklichen Lächeln durchlief er dann nach 22:38 Minuten die Lichtschranke. Da er sich seines Sieges früh sicher war, schloss Ayeko noch fast zu ihm auf, hatte aber keine Chance mehr, noch an Tesfaye vorbeizuziehen. (wir)

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