Engel aus der Kohlegrube

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ERNZEN. „Alles außer la-la“ ist das Motto, welches sich das Atelier f aus Fließem zum Grundsatz des „Pingo-Fonds“ gemacht hat. In diesen „Fonds“ fließen Erlöse aus Hörbuch- und Buchverkäufen der Eifelmärchen „Felicio“ zusammen.

Die Idee dahinter ist, dass die Betreiber des Atelier f pädagogisch wertvolle Projekte realisieren, die gegensätzlich zur überzeichneten und plakativen Medienwelt einen Ruhepol schaffen. In den Genuss der Umweltbildungsprogramme kamen in den letzten beiden Jahren mehr als 1000 Kinder der Region (Arbeiterwohlfahrt Bitburg, Villa Kunterbunt Trier, Levana-Schule für geistig behinderte Schweich u.v.m.)

„Edutainment“ (Anm. d. Red.: Spielerische Weiterbildung) nennt Dipl.-Designerin Loscheider dieses Vorhaben: „Kinder öffnen sich gerne einer entschleunigten Phantasiewelt, wenn man ihnen nur die richtigen Impulse gibt, und das ist auch mehrfach gelungen.“ Strahlende Kinderaugen bei Märchenwanderungen durch die Südeifel und bei Umweltbildungsprogrammen zeugen davon. Die neue Idee ist nun, Vertreter der bunten Medienwelt in die reale Welt einzuladen, um den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass Naturerlebnisprogramme nicht „uncool“ sind. Bereits im Frühjahr 2014 soll es wieder losgehen und der erste Kandidat des „Promi-Projektes“ soll Tom Barcal sein. Zurzeit läuft die Planungsphase, weil die Terminierung abhängig von Termin- und Drehplänen. Wenn Barcal nach Ernzen kommt, ist auch eine Autogrammstunde in Trier geplant.

Stromlinienförmig sind viele, nur nicht Tom Barcal. Seine Lebensgeschichte liest sich wie ein unglaubwürdiges Drehbuch. Tom Barcal (*1964/Duisburg) arbeitet unter Tage als er 1999 wegen Krankheit berufsunfähig wird. Nach der Trennung von seiner Frau gerät er ins soziale Aus. Er lebt in einer 30-m²-Wohnung mit Campingmöbeln und ist pleite. Dann entdeckt er in der Zeitung einen Castingaufruf aus Düsseldorf, bewirbt sich und eine Woche später steht er zum ersten Mal als Komparse in der ZDF-Serie „Der Nesthocker“ mit Helmut Zierl vor der Kamera.

Doch die Zielgerade war noch nicht erreicht. Ebenso einer Filmszene gleichend, steht er eines Tages mit knapp zwei Euro Bargeld vor der Entscheidung, Essen zu kaufen oder eine Bewerbungsmappe zu verschicken. Er entschied sich für den Hunger und sollte belohnt werden, denn seitdem geht es steil aufwärts. Der „kantige Typ“ aus dem Ruhrgebiet wird zum beliebten Darsteller. In den Serien: „Lindenstraße“, „Unter uns“, „Alarm für Cobra 11“ und zahlreichen anderen Produktionen taucht er immer wieder auf, bis er in der Serie „Alles was zählt“ seinen endgültigen Vormarsch in die Schauspielerexistenz als „Keule“ antritt.

Spielfilm-Regisseure werden auf den deutschen Schauspieler aufmerksam und es folgen Kino- und Fernsehfilme wie „The Poet“  (Regie: Paul Hills),  „Tor zum Himmel“ (Regie: Veit Helmer), „Schwarznull“ (HR/Regie: Alexander Bischoff, in denen er Hauptrollen einnimmt. Nahezu rastlos treibt es ihn umher und so pendelt er zwischen Berlin, Köln, Dortmund, München, Stuttgart, Hamburg und Sachsen. Sein rastloser Einsatz zeichnet sich auch in Auszeichnungen aus: Film ‘Rebels Art’ (Rolle: Jürgen Richter): Visionale 2005;
Hessischer Nachwuchspreis 1. Platz: Newcomer Award 2005; ’70 Jahre deutsches Fernsehen’ (Rolle: Horst Bless): 4. Platz in Cannes 2005. Das sind Auszeichnungen die zeigen, dass das Publikum ihn ins Herz geschlossen hat.

Doch der schnelle Ruhm verführt natürlich auch die Boulevardpresse anhand von kleinen Indizien Schlagzeilen zu formen. Eine dubiose polnische Freundin von Barcal prellt in zwei Krefelder Hotels die Zeche, ein mit Tom bekannter Agent der in Sankt Augustin eine Modelagentur betreibt, sieht sich Missbrauchsvorwürfen an Minderjährigen ausgesetzt. Genau bei diesem Thema sieht Barcal Rot. Wie kaum ein anderer Prominenter engagiert er sich unermüdlich gegen Kindesmissbrauch.

Sein aktuelles Projekt ist der Film „7 Stunden“, in dem er die Hauptrolle spielt. Der Film handelt von Kindern die missbraucht werden und später ihren Peinigern als Erwachsene begegnen. Den Abspann-Titel „Scheinheilig“ singt Tom selbst ein.

Im Social-Network ist er in zahlreichen Foren unterwegs und macht sich wie kaum ein anderer Promi im Höhenflug seiner Karriere für Kinder stark. Tom Barcal  ist nah an den Menschen, seinen Fans und stark im sozialen Engagement u.a. für Kinder. Er ist Schirmherr für *STERNENLAND EV* und Botschafter für „HELFEN BEWEGT!“ Auf die Frage weshalb er sich explizit für Kinder stark macht, antwortet er: „Wenn ich Kinder sehe, dann werde ich einfach weich. Außerdem kann ich schlecht nein sagen, deswegen habe ich im abgelaufenen Jahr mehr Zeit mit diesen Projekten verbracht, als mit meiner Arbeit. Ich habe sehr viel Glück in meinem Leben gehabt und da möchte ich gerne etwas von an die Menschen zurückgeben.“

Das Internet ist für ihn eine selbstverständliche Plattform und er macht auch kein Geheimnis daraus, dass er seine Liebe auch hier gefunden hat. Die Geschichte seiner Liebe besingt er in dem Stück „Als ich dich sah“. Überhaupt verarbeitet Tom sehr viel Biographisches in seinen Songs, denn die Musik ist neben der Schauspielerei seine große Leidenschaft. Eine Karriere wie aus dem Bilderbuch, der Mann, der aus dem Stollen stieg, um sich für eine bessere Welt stark zu machen – eben der Engel aus der Kohlengrube. Harry Fröhlich

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