Zweieinhalb Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs

    0

    TRIER. Am heutigen Montag, den 23. Dezember, wurde vor dem Landgericht Trier der Prozess gegen einen 21-jährigen Mann aus der Verbandsgemeinde Obere Kyll und dessen Mutter abgeschlossen. Dem jungen Mann wurde schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen, seiner Mutter, eine sexuelle Beziehung ihres Sohnes zu einem minderjährigen Mädchen erlaubt zu haben (lokalo berichtete).

    Der 21-jährige Simon F.* (alle Namen von der Redaktion geändert) soll bei zwanzig nicht näher bestimmbaren Gelegenheiten im Zeitraum von Ende Dezember 2012 bis Mitte März 2013 mit der im Mai 1999 geborenen Zeugin Lena D. unter Verwendung eines Kondoms den Geschlechtsverkehr vollzogen haben, obwohl ihm das Alter des Mädchens bekannt gewesen sei. Durch eine der Taten wurde die damals 13-Jährige schwanger, weil ein Kondom geplatzt sein soll. Heute wurde das Urteil verlesen.

    Der Hauptangeklagte Simon F. wurde wegen erwiesenen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in 13 Fällen zu insgesamt zwei Jahren und sechs Monaten Haftstrafe verurteilt. Davon seien bereits sechs Monate durch die Untersuchungshaft verbüßt. Seine Mutter wurde zu zehn Monaten Haft verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der für sie zuständige Bewährungshelfer soll ihr dabei helfen, ihr Leben neu zu ordnen. Beide Angeklagten müssen zudem die Anwaltskosten der 13-jährigen Lena D. tragen.

    In seiner Urteilsbegründung führte Richter Keimburg aus, Simon F. habe keine einfache Jugend gehabt. Zum einen war sein Vater sehr krank und zum anderen habe er unter der schlechten finanziellen Situation gelitten, die nach dessen Tod eingetreten war. Zudem habe er in der Schule nicht immer gute Noten erzielt. All dies habe zu der Entwicklung bestimmter Charaktereigenschaften des Hauptangeklagten und in der Folge zur Verübung einiger Straftaten geführt. Dass der Schwerpunkt des 21-Jährigen im Freizeitbereich liege, liege auf der Hand, da er viel Zeit mit anderen Heranwachsenden verbracht und dabei natürlich auch einige Mädchen kennengelernt habe, mit denen er Beziehungen begonnen habe. Die Taten, die der Hauptangeklagte als 14-Jähriger an Jüngeren begangen haben soll, wurden ebenfalls angesprochen. Er soll sie zu sexuellen Handlungen gezwungen und diese gefilmt haben. Für diese Taten wurde er bereits verurteilt, hat die Strafe bereits verbüßt und war in psychologischer Behandlung.

    Zu der 13-Jährigen habe F. eher eine körperliche als eine emotionale Beziehung gehabt. Es gebe zudem keinen Zweifel daran, dass das Mädchen älter wirke, als sie tatsächlich sei. Die ebenfalls angeklagte Mutter von F. habe „irgendwann die Augen geschlossen“ und somit eine aktive Beihilfe-Handlung ausgeübt, jedoch sei sie eine „geständige Angeklagte“, die sich in den Verhandlungen einsichtig gezeigt und ihre Fehler eingesehen habe.
    In die Entscheidung über das Strafmaß des Hauptangeklagten sei mit eingeflossen, dass er zum einen vorbestraft gewesen sei, die 13-Jährige sowie eine Ex-Freundin schwer beleidigt sowie seine Mutter in eine unangenehme Lage gebracht habe. Außerdem täten ihm die Taten nur für sein eigenes Schicksal leid, nicht aber für das jugendliche Opfer. Dies seien „negative Gesichtspunkte“, jedoch gebe es auch einige positive. Der 21-Jährige habe zum einen ein Geständnis abgelegt und zum anderen bei seinen Handlungen verhütet – wenn auch nicht ausreichend. Die Jugendstrafe müsse, so Keimburg, zu einer “längeren Gesamterziehung” führen, sodass F. daraus lernen könne.

    Am Ende der heutigen Verhandlung wurde der Haftbefehl schließlich außer Vollzug gesetzt. Simon F. muss sich jedoch einmal pro Woche bei einer zuständigen Polizeidienststelle melden. Auch darf er zu der 13-Jährigen Lena D. keinen Kontakt aufnehmen. Wenn er sich nicht an diese Abmachungen halte, so Keimburg, könne der ausgesetzte Haftbefehl jedoch sofort wieder in Vollzug gesetzt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Laura Dolfen

    Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.