Skandal um das „Wirtshaus Zur Glocke“

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TRIER. Über die Renovierung/Restaurierung des Wirtshauses „Zur Glocke“ in der Glockenstraße wurde ein Baustopp verhängt. Die Bauarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude, die erst Anfang November begonnen hatten, ruhen. Der Grund dafür ist nicht mehr und nicht weniger als ein Skandal.

Dass eine sach- und fachgerechte Renovierung, einhergehend mit einem Ausbau in einem denkmalgeschützten Gebäude investitions- und zeitintensiv werden würde, war jedem klar. Auch dem Eigentümer Peter Brommenschenkel, im Zusammenhang mit geschäftlichen Aktivitäten von der hiesigen Tageszeitung gern in einem Atemzug mit Ehefrau Anne als „das  Unternehmerehepaar“ betitelt. Wie man Kosten sparen und sich über Auflagen des Denkmalschutzes hinwegsetzen kann, hat der Investor schon bei seinem vorherigen Großprojekt in der Grabenstraße/Am Pranger unter Beweis gestellt. Dort wurde ein historischer Gewölbekeller einfach „platt gemacht.“ Die simple Begründung ist ein Totschlag-Argument – „er war einsturzgefährdet“. Das sollen mehrere hundert Jahre alte Gemäuer schon mal an sich haben.

Die Dreistigkeit, nur wenige Monate später in der Glockenstraße noch einmal so vorzugehen, ist kaum noch zu überbieten. Nach zuverlässigen Informationen eines Insiders, die lokalo vorliegen, wurde die gesamte hintere Wand der „Glocke“, die von der Straße aus, in der reger Fußgängerverkehr herrscht, nicht einsehbar ist, eingerissen. Auch sie ein denkmalgeschützter Teil des Gebäudes, auch sie nach Auskunft unseres Informanten nach Angaben von Peter Brommenschenkel „einsturzgefährdet.“ So schafft man Fakten. Die Wand ist weg und damit ist Ruh‘ – oder? Es ist zu befürchten.

Konsequenzen hatte der Frevel in der Grabenstraße auch nicht. Zumindest bis jetzt keine, die öffentlich bekannt geworden wären. Und Brommenschenkel steht ja nicht alleine da. Sein Architekt ist Rudolf P. Weidert, angeblich erfahren nicht nur in der Planung und Renovierung von Bauten, sondern definitiv auch im Umgang mit Ämtern und Behörden. Seit einiger Zeit hat das Duo Verstärkung bekommen. Mit an Bord ist jetzt auch Herbert S., eigentlich im Ruhestand, aber noch rührig. Und vor allen Dingen ein Mann mit besten Verbindungen. Schumacher war schließlich jahrelang leitender Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörde bei der Stadt Trier. Diese Seilschaft kann sich augenscheinlich eine Menge erlauben.

Schon bei der Übernahme des Gasthauses im Jahr 2011, das Brommenschenkel zum Schnäppchenpreis von kolportierten 800 000 Euro erwarb, führte der Weg nicht nur schnurstracks geradeaus. X-mal wurde der zur Auflage gemachte Umbau wegen der nur befristet erteilten Konzession verschoben. In der Gastronomie muss beim Wechsel des Inhabers eine neue Konzession beantragt werden. Die konnte aber wegen des enormen Renovierungsstaus nicht erteilt werden. Die sanitären Anlagen entsprachen nicht dem Standard und Stromkabel verliefen über Putz, um nur zwei von etlichen baulichen Mängeln zu nennen. Die (erste) vorläufige Konzession war bis zum März 2012 gültig. Die mehrmalige Verlängerung wurde mit einem kleinen Trick erworben. Wer einen Bauantrag einreicht, der abgelehnt wird, bekommt Zeit eingeräumt, einen überarbeiteten vorzulegen. Das Prozedere hat aufschiebende Wirkung – der Gastronomiebetrieb kann weiterlaufen.

Und so ging eine Menge Zeit ins Land. In der Zwischenzeit übernahm der umtriebige Selfmade-Unternehmer (Quelle: Trierischer Volksfreund) die gegenüberliegende „Krim“ und erklärte sie kurzerhand zur „Glocke auf Zeit“. Über die Modalitäten des Inhaberwechsels hin zu Brommenschenkel kursieren wenig schmeichelhafte Gerüchte in der Stadt.

Natürlich hat die lokalo-Redaktion beim Presseamt der Stadt Trier nachgefragt, ob es stimmt, dass die Renovierung des Traditionsgasthauses gestoppt wurde. Die Antwort war recht einsilbig. „Wenn es sich, wie bei Ihrer Anfrage, um private Baugenehmigungsverfahren handelt, können wir uns im Interesse der Bauherrenschaft nicht äußern. Ich bitte um Verständnis.“

Um Verständnis braucht man bei einem Trierer Geschäftsmann, der im Dunstkreis der „Glocke“ tätig ist, nicht zu werben. „Wir kriegen Ärger, wenn wir eine Reiterwerbung ein paar Zentimeter zu weit auf die Straße schieben. Der reißt Keller und Wände ein und bleibt unbehelligt.“

Wie privat ein Bauvorhaben ist, dass von der Denkmalpflege überwacht werden muss, sei dahingestellt. Auch, ob und wie das Büro der Stadt dieser Aufgabe nachgekommen ist. Einem der gewählten Mitbürger, die im Rathaus sitzen, ging der neuerliche Skandal um die Vernichtung historischen Bauwerks jedenfalls über die Hutschnur. Er hat uns detailliert in Kenntnis gesetzt, was dort geschehen ist. Man darf gespannt sein, welche Konsequenzen dieser Frevel für Brommenschenkel hat, der gerne damit kokettiert, „noch nie Probleme mit der Stadt“ gehabt zu haben. (wir)

Lesen Sie hierzu den Kommentar unseres Chefredakteurs Willi Rausch zu dem Thema.

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1 KOMMENTAR

  1. Frechheit, dass solch ein Klüngel unbehelligt bleibt. Ansonsten wird sich doch immer über alles mögliche aufgeregt und sofort gehandelt. Da werden Hinweisschilder zu gastronomischen Betrieben an der Bundesstraße entfernt, die bereits dort 40 Jahre stehen, mit der Begründung, dass diese nicht rechtens seien. Und hier darf einer machen was er will. Das ist wirklich skandalös!

  2. Ich finde das skandalös was da passiert,
    und es ist eine Schande für unsere „Krim“ ,die Jahrzehnte in allerbester Leitung war und der wir alle sehr nachtrauern.

    Klüngelüngelüng, ich schließe mich der Meinung meiner Vorgänger an!!

  3. Hatte bis jetzt gedacht,der wäre nur so skrupellos gegen sein Personal!Der größte Skandal ist jedoch,daß ein ehemaliger Kontrolleur des Bauaufsichtsamtes da mitmischt.Herbert schäm dich!!!!!!

  4. @ lokalo:Ihr müsst euch mal andere Vokabeln einfallen lassen;beim Trierischen Volksfreund heiß Baustopp „Sanierungspause“!!ja ja wenn man bei Schweinereien grosser Werbekunden nicht mehr objektiv berichten darf!Das ist die neue Unabhängigkeit des TV.

  5. @ Schuster: Nö, der ist u.a. auch noch recht Rücksichtslos gegenüber den für ihn tätigen Handwerkern. Viele Trier Handwerker wollen für ihn gar nicht mehr Arbeiten. Er hat ja auch einfach schon mal im Advent sonntags den laden am Hauptmarkt geöffnet.
    Aber Terror schieben wegen einem illegalem Fahrradständer.
    Die regeln sind für alle gleich. Für ihn gleicher.
    Ja, der TV ist käuflich.

  6. Wie das mit den Schwarzbauten in Trier läuft, hat man gerade erst in der Soterstraße/ Kürenz gesehen: Einfach bauen wie man will- Baustopp -Nachträglicher Bauantrag- Verwaltung lässt diesen in einer Schublade liegen-Bauherr stellt eine Untätigkeitsklage und darf dann auch bauen wie er will. So einfach. Man brauch halt nur etwas Zeit.

  7. Als ehemalige Mitarbeiterin, die ohne Schuld
    entlassen wurde, und mit dem Herrn vor Gericht war, wundere ich mich über gar nichts, weil hier ebenso unmenschliches Verhalten Ihn ausgezeichnet haben…und nicht nur bei mir.
    Hoffe Gottes Mühlen mahlen langsam, aber bald gerecht!!!!!!!!!!!!!!!!
    Frohe Weihnachten.

  8. Also ehrlich, haben Sie denn allen Ernstes geglaubt, dass Herr Brommenschenkel mit Feenstaub um sich werfend, unter einem Regenschirm vom Himmel schwebend und den Mary Poppins-Song „Ein Löffelchen voll Zucker“ durch Triers Gassen trällernd angefangen hat, hier und da in der Innenstadt mit einem Sternchen-Zauberstab seine Geschäfte aus dem Boden erwachsen zu lassen???

    Sollte dem so sein, dann träumen Sie weiter.

    Der Mann ist ein knallharter Geschäftsmensch. Und es dürfte doch klar sein, dass solchen Ruf nur derjenige erwirbt, der weiß, wie man es anstellt.
    Personal, Ämter, Kunden… die weitere Liste mit den dazu gehörenden Horrorgeschichten überlasse ich Ihrer Phantasie.

    Aber als solcher ist er, sowohl in Trier, als auch in der Welt, nicht der Einzige.
    Das Muster von Ausbeutung, eigenem Nutzen ziehen und abenteuerlichem Geschäftsgebaren ist nun mal leider immer noch das Privileg derer, die es sich trauen, derart zu agieren. Oft geht es gut, denn wo kein Kläger, da kein Richter. Oder mögliche Scheinchen für einen Kläger ersparen den Richter.
    Aber geht etwas schief, wie in diesem Fall, dann kommt am Ende der Dreck am Stecken vielleicht komplett zum Vorschein. Gut so, weiter so.

    Ich persönlich bin durch den Gedanken erleichtert, dass genau die Eigenschaften eines Menschen, die dazu führen, dass er mit solchen Geschäften reich wird, ihn stets daran hindern werden, diesen Reichtum auch in vollen Zügen zu genießen.

  9. Das TV-Bashing in allen Ehren…

    …aber Lokalo macht’s leider auch nicht besser, sondern eher noch schlechter. Der TV kann ja noch so sehr gekauft sein, aber aufgrund der pseudo-investigativen, hetzenden Darstellung im Lokalo-Artikel hege ich Zweifel an den hier präsentierten „Tatsachen“. Ausgewogen, nüchtern und sachlich (und damit glaubwürdig) berichten geht jedenfalls anders. Sorry Leute, aber das, was hier geboten wird, ist unterste Schublade und hat mit kritischem Journalismus nicht mehr viel gemein.

  10. Gerade die Offenheit hier bei lokalo.de finde ich gut. Wir werden doch hier in Trier so oft hinter´s Licht geführt. In dieser Stadt läuft einfach viel über Vitamin B. Wer jemanden kennt, der jemanden kennt,…dann kann man sich immer schön (z.B. eben im Volksfreund) ins rechte Licht rücken lassen. Es sind doch immer (v.a. in der Gastronomie) die gleichen Leute, die im Volksfreund gelobt und zelebriert werden. Die anderen bleiben auf der Strecke, egal was sie leisten…

  11. @Florian: ja sie haben recht!Es ist schon ein Scheißjournalismus der die Schweinereien des Herrn Peter B.nicht unter den Teppich kehrt,sondern öffentlich macht.

  12. Da gibt es einen Herrn aus Trier, Unternehmer in Trier im Biomarktbereich und so sagte mir ein Biomarkthändler in Luxemburg-Stadt, der führt sich dort in Luxemburg auf wie die Axt im Walde. Er gibt dort vor als wenn ihm die Welt gehöre, Luxemburg- Stadt gehöre. Er ist dort unbeliebt und zeugen für das Gespräch vom Februar 2013 habe ich.

  13. Unter einem Innovativen Unternehmer stellt man sich wohl etwas anderes vor als Peter Brommenschenkel. Für mich als Trierer Unternehmer hat er noch nie dahin gehört, wo manch ein Artikel ihn gehoben hat.
    Das Herz der Glocke ist durch das Dreigestirn sowieso zerschmettert worden.
    Was Gastronomie angeht, so halte ich mich dann doch lieber an „wahre“ innovative Unternehmer, wie z.B. Eric Naunheim.

  14. @ Christian Haag: Bis auf den letzten Satz bin ich hundertprozentig deiner Meinung. Aber, Eric Naunheim innovativ? Ein paar Pleiten hingelegt und jetzt ein Eisbähnchen, für dessen Defizit die Stadt gerade steht! Für mich geht Innovation anders.

  15. Ein einfacher Flutlicht-Mast, für den die Stadt Trier keinen Zuschuss bezahlt, dessen Bau aber wo immer möglich behindert hat: http://www.wochenspiegellive.de/nachricht/obj/2013/11/28/flutlichtanlage-beim-vfl-trier-steht-schon/

    Um den Mast errichten zu dürfen, wohlgemerkt auf Kosten des Vereins, war eine Genehmigungstour durchs Rathaus nötig, und als dann endlich die Genehmigungen alle vorlagen kam dann zum Schluss noch ein neuer Einwand von der Stadt, man müssen die Blendwirkung auf die gegenüberliegende Allee erst untersuchen.

    Und während ein Sportverein mit wenig Geld selbst so ein Projekt auf die Beine stellt und alle Klötze zwischen die Beine geworfen bekommt, die die Stadt finden kann, macht jemand wie der Brommenschenkel was er will.

    Vereinskassen sind halt zu klamm zum Klüngeln…

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