TBB Trier: Ausverkauft! Moselstädter empfangen FC Bayern

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TRIER. Es ist angerichtet: Der große FC Bayern kommt in die Arena Trier und wenn es nach dem Geschmack der Verantwortlichen der TBB Trier geht, soll es zum dritten Mal ein erfolgloses Intermezzo in der ältesten Stadt Deutschlands werden. Die Rahmenbedingungen stimmen: Die Arena ist ausverkauft. Kapitän Andreas Seiferth wünscht sich eine grüne Festung: „Alle sollen in Grün erscheinen!“

Die Arena Trier hat seit 2003 große Spiele gesehen: Die Playoff-Viertelfinals gegen Bonn mit zwei Heimspielen im Frühjahr 2004, das “Skandalspiel“ gegen ALBA Berlin 2004, die Partie gegen eben jene Albatrosse im Januar 2007 mit dem immer noch gültigen Zuschauerrekord. Und eben zwei Heimsiege gegen den FC Bayern München, ein Team, das nicht nur aufgrund seines großen Namens eine Faszination ausübt. Das dritte Gastspiel der Bayern in Trier wird durch diesen Mythos zum Rekordspiel: noch nie waren alle Sitzplätze der Arena Trier so schnell ausverkauft, alle Stehplätze weg. Eine Abendkasse gibt es nicht. Die gute Nachricht für alle, die kein Ticket mehr ergattern konnten gleich vorneweg: Die Partie wird live auf www.tbb-trier.de/livestream im WebTV übertragen, ab 16.40 geht es mit Interviews zum Spiel los.

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Die meistgestellte Frage (nach „Gibt es noch Karten?“) ist zurzeit „Gibt es den dritten Heimsieg gegen die Bayern im dritten Spiel?“ Das wird dieses Jahr noch etwas schwieriger sein: Der FC Bayern der Saison 2013/14 wird nicht nur von Henrik Rödl als klarer Titelkandidat eingeschätzt („für mich die stärkste Mannschaft der Liga“), zudem befindet sich die TBB Trier nach argen Verletzungsproblemen zum Auftakt immer noch in einer „späten Findungsphase“. Nach zuletzt starken Leistungen in Ludwigsburg und zu Hause gegen Würzburg folgte eine deutliche Niederlage in Berlin, zudem hat sich Pechvogel Tony Canty erneut verletzt.

Was macht Bayern so stark? Die Bayern sicherten sich die Dienste von gleich vier Ex-Albatrossen, namentlich Yassin Idbihi, Heiko Schaffartzik, Nehad Djedovic und Deon Thompson – alle zum Zeitpunkt des Wechsels vertragslos und nicht „herausgekauft“. Vor allem Djedovic hat sich an der Isar eingelebt, ist Bayerns Topscorer mit 13,1 Punkten pro Partie. Deon Thompson folgt ihm und macht 12,8 Punkte und starke 7,4 Rebounds pro Spiel. Er kann jeden Frontcourt der BEKO BBL vor Probleme stellen.

Zu den Berliner Neuzugängen gesellt sich mit Malcolm Delaney einer der besseren Aufbauspieler in Europa. Der 24-jährige US-Amerikaner spielte zuletzt für BK Budivelnik Kiew, davor für Elan Chalon und gewann bereits diverse Titel – so einer passt natürlich zu den Bayern, bei denen er 10 Punkte und starke fünf Assists pro Spiel auflegt. Eine weitere Personalie sorgte im Sommer für Aufsehen: Mit John Bryant wechselte einer der dominantesten Spieler der Liga aus Ulm nach München. Der 211 cm Hüne mit dem weichen Handgelenk bringt es auf 10,5 Punkte und 7,3 Rebounds. Bryce Taylor ist ebenfalls kein Unbekannter: Der Small-Forward kam aus Quakenbrück und war zuvor auch schon in Diensten von Alba Berlin aktiv. Dreierspezialist Lucca Staiger stieß aus Ludwigsburg dazu.

Kein Zweifel: Die Bayern haben ihren Kader komplett umgekrempelt (geblieben sind neben Youngster Paul Zipser Steffen Hamann, Robin Benzing und Chevon Troutman) und geschickt eingekauft: Die Neuzugänge sind allesamt namhaft, die Mannschaft erfolgreich.

Sportdirektor Marco Pesic formuliert den Titelanspruch als die „logische Entwicklung“ aus den bisherigen Viertel- bzw. Halbfinalteilnahmen. Zurzeit geht diese Rechnung auf: Aus 13 Spielen holten die Bayern bislang zwölf Siege, ausgerechnet bei seinem ehemaligen Arbeitgeber ALBA BERLIN musste Henrik Rödls Mentor Svetislav Pesic eine bittere Niederlage hinnehmen. Das reicht für den „Platz an der Sonne“ vor den Brose Baskets. Auch in der Euroleague steht man als Teilnehmer der TOP16 fest – ein großer Erfolg und der Beweis, dass die Wildcard bei den Münchnern gut aufgehoben war.

Angst machen sollte das der TBB nicht: Unwahrscheinlich war die Sensation immer – und doch ist sie zweimal gelungen. Für TBB-Kapitän Andreas Seiferth sind die Bayern Favorit, aber nicht unschlagbar: „Schon lange war kein Team mehr so dominant, das ist auch der Unterschied zu den letzten beiden Jahren. Wir nehmen die Bayern sehr ernst und müssen sehr hart arbeiten, wenn wir eine Überraschung landen wollen. Aber durch ihr schweres Auswärtsspiel in der Euroleague in Istanbul am Freitag sind sie vielleicht ein bisschen müde, wenn sie zu uns kommen. Deshalb lohnt es sich für uns in jedem Fall, alles in dieses Spiel zu werfen.“

Auch Seiferths Coach Henrik Rödl weiß um die Stärke der Bayern, will sich aber nicht festlegen: „Natürlich ist das ein besonderes Ereignis, für die Fans, für das Team und für mich speziell, weil mit Svetislav Pesic ein für mich besonderer Mensch an der Seitenlinie steht. Ich hoffe, dass wir auch ein besonderes Spiel erleben werden. Wir haben bisher zweimal gegen München gewonnen und das kann gerne so weiter gehen.“

Damit es so weiter geht, hofft die TBB auf lautstarke Unterstützung der ausverkauften Halle – und grüne Accessoires. Andi Seiferth: „Wir würden uns tierisch freuen, wenn die Fans in Grün kommen – Shirts, Pullis, Schals, Mützen, ganz egal. Die Arena soll grün geschmückt sein, damit man sieht, dass es unsere Festung ist.“ Ein grünes Accessoire könnten viele Fans schon auf ihrem Handy haben: Die kostenlose TBB App enthält mit dem „TBB-Strobo“ ein Blinklicht, mit dem die Arena Trier bei der Mannschaftspräsentation ganz in Grün erstrahlen soll.

Die Tore der Arena öffnen um 15 Uhr – es wird keine Tageskasse geben! Früh anreisen lohnt sich für Ticketinhaber aus mehreren Gründen. Einer davon ist sicher der TBB-Weihnachtsmarkt vor der Geschäftsstelle: Wie schon vor zwei Wochen gibt es Glühwein, Waffeln und Weckmänner, dazu eine große Tombola und Kakaospezialitäten des TBB-Partners Hochwald frische Milchideen. Der komplette Erlös geht an die Jugendabteilung der TBB Trier!

Die TBB-Geschäftsstelle ist am Samstag von 10 Uhr bis 14 Uhr geöffnet – verkauft allerdings nur Fanartikel und Tickets für die „restlichen“ zehn Heimspiele!

Lesen Sie hierzu den Kommentar unseres Chefredakteurs Willi Rausch.

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