Jede Hilfe für Nico und Jörg zählt!

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TRIER. „Leute, lasst euch typisieren!“ – so oder so ähnlich geht der Hilfsaufruf für zwei an Leukämie erkrankte Trierer durch die Social-Media-Gemeinde rund um Trier. Aber nicht nur via Internet, sondern auch in Trier und Umland selbst hat die für Sonntag, den 5. Januar, angekündigte Typisierungsaktion für den 13-jährigen Nico und den 44-jährigen Jörg glücklicherweise große Solidarität ausgelöst.

Sportclubs, Unternehmen und Privatleute wollen helfen, dass die passenden Stammzellspender bald gefunden werden.

Emil Morsch, der 1986 nach dem Tod seines Sohnes Stefan, die Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld gründete, freut sich über dieses Engagement: „Diese Hilfe ist eine gute Investition in die Zukunft. Den nicht nur Nico und Jörg können davon profitieren. Mit jedem neu gewonnen Stammzellspender erhöht sich die Chance, dass einem Leukämie- oder Tumorkranken, die Chance auf Heilung gegeben werden kann.“

Zusammen mit Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei haben die Familien von Nico und Jörg die Hilfsaktion ins Leben gerufen.

Ziel ist es, Menschen dafür zu gewinnen, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Und genau das kann man am Sonntag, den 5. Januar, von 12 bis 17 Uhr im Pfarrsaal St. Matthias in der Matthiasstraße 79 in Trier.

Den Aufruf unterstützen nicht nur die Handball Miezen aus Trier. Sie spielen am 28. Dezember zugunsten der Aktion. Auch die Fußballer von Eintracht Trier machen den Aufruf auf ihrer Homepage publik und rufen alle Mitglieder zur Hilfe auf. Und während auf Facebook der Typisierungstermin immer weiter geteilt wird, werden die Busse der Rhein-Mosel-Verkehrsbetriebe in den nächsten Tagen ihre Fahrgäste mit Plakaten darauf aufmerksam machen.

Im Broadway-Kino in Trier soll am 22. Dezember eine Matinee stattfinden. Der Fanclub des 1. FC Bayern-München in Trier hat Autogrammkarten aller Spieler organisiert. Vom Vorstand des Fußballclubs kam zudem eine Grußkarte nach Trier. Aber auch Trierer Geschäftsleute unterstützen die Organisatoren vor Ort: Fin-Tower stellt Geschirr für die Typisierungsaktion bereit, wo Kaffee und Kuchen verkauft werden soll. Und ein das Sportgeschäft Fleck hat ein Bayerntrikot mit den Unterschriften der Profis.

Auch Privatleute haben sich spontan bereit erklärt, zu helfen. Schüler der IGS Trier haben zugunsten der Hilfsaktion Crepes und Würstchen verkauft und so mehr als 400 Euro an Spendengeldern eingenommen.

Ein anderes Beispiel: Franz Zimmer aus Mittelstrimmig im Hunsrück hat vor kurzem seinen 60. Geburtstag gefeiert. Seine Gäste hat er gebeten, ihm statt Geschenken eine Spende für die Stefan-Morsch-Stiftung anzuvertrauen. 1800 Euro sind so zusammengekommen. Mit dem Spendenscheck sind er und sein Enkel Luca dann nach Birkenfeld gereist – nicht nur um dem Vorstandsvorsitzenden der Birkenfelder Stiftung, Emil Morsch, das Geld zu überreichen. Der Jubilar hat sich auch darüber informiert, wie die Stiftung arbeitet und wofür die Spendengelder verwendet werden.

Emil Morsch erzählte ihm bei dieser Gelegenheit von der geplanten Typisierungsaktion im nahe gelegenen Trier. Für das Geburtstagskind aus Mittelstrimmig an der Mosel war sofort klar: „Meine Spende soll Nico und Jörg helfen, einen Lebensretter zu finden.“ Emil Morsch freut sich über dieses Engagement: „Jeder kann helfen. Und jede Hilfe ist richtig und wichtig. Die einen, die sich typisieren lassen. Die anderen die Geld spenden, damit wir als gemeinnützige Organisation, die Registrierungskosten von 50 Euro pro Typisierung tragen können. Und auch diejenigen, die auf diesen Aufruf für Nico und Jörg aufmerksam machen. Alle helfen, damit Menschen mit Leukämie- und Tumorkranken durch eine Stammzellspende eine Chance bekommen.“

Die Stefan-Morsch-Stiftung informiert: Wie wird man Lebensretter?

Als „Typisierung“ bezeichnet man die Laborarbeiten, die für eine Aufnahme in die Stammzellspenderdatei notwendig sind: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe – es genügt ein Fingerhut voll Blut – werden die Gewebemerkmale im Labor bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut.

Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine Neuaufnahme, die aus Spendenmitteln finanziert wird, liegt bei 40 Jahren. Darüber hinaus gelten nahezu die gleichen Ausschlusskriterien, wie für die Blutspende.

Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation werden dann die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert bzw. zentrifugiert. Apherese heißt dieses Verfahren.

Bei der klassischen Methode der Knochenmarkspende entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender.

Sollten Sie jetzt festgestellt haben, dass Sie nicht als Spender geeignet sind, können Sie trotzdem die Hilfsaktion unterstützen.

Die Stefan-Morsch-Stiftung hat ein Spendenkonto unter dem Stichwort: „Hilfe für Nico und Jörg“ eingerichtet: Kreissparkasse Birkenfeld IBAN: DE35 5625 0030 0000 0797 90 BIC: BILADE55

Info-Abend

Sollten Sie sich vorab über das Thema Stammzell- bzw. Knochenmarkspende informieren wollen. Am Montag, den 2. Januar um 18 Uhr stehen im Mutterhaus der Borromäerinnen in der Feldstraße 16-20 in Trier die Experten gerne Rede und Antwort.

Sollten Sie vorab noch Fragen haben, sind die Mitarbeiter gerne für Sie unter der gebührenfreie Hotline 08 00 – 766 77 24 erreichbar. (red)

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