Willis Korbleger

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Für Substantive gibt es bekanntlich keine Steigerungsformen. Vielleicht sollte man sie erfinden, um aus dem Wort „Pechvogel“ einen Superlativ machen zu können. Und der wäre dann sicher für Anthony Canty reserviert.

Für Substantive gibt es bekanntlich keine Steigerungsformen. Vielleicht sollte man sie erfinden, um aus dem Wort „Pechvogel“ einen Superlativ machen zu können. Und der wäre dann sicher für Anthony Canty reserviert.

Mit großen Hoffnungen war der 22-Jährige im Sommer von den Eisbären Bremerhaven nach Trier gewechselt. Große Hoffnungen hatte auch der Trainerstab der TBB, denn Canty zeigte in den Testspielen, dass er zu einer wertvollen Verstärkung werden kann – und dann das. Noch bevor es losging, hatte sich Tony eine schwere Schulterverletzung zugezogen. Mehrere Wochen Pause. In seiner Saisonstatistik stehen viele Nullen. Mit einer Ausnahme: Am 9. November spielte er knapp drei Minuten bei den Artland Dragons. Bisher sein kompletter Arbeitsnachweis nach 13 Spielen. Denn unmittelbar nach diesem Kurzeinsatz hatte sich der Ex-Berliner einen Muskelfaserriss in der Hüfte zugezogen.

Vor zwei Wochen keimte langsam Hoffnung auf. Der 21-Jährige war endlich ins Mannschaftstraining eingestiegen und machte den ersten überzeugenden Gehversuch in der Regionalliga-Mannschaft mit 25 Punkten. In Berlin, sozusagen vor heimischem Publikum, sollte er dann sein wirkliches Saisondebüt feiern. Doch was geschah? Kurz vor der Abreise nach Berlin verletzte er sich erneut. Jetzt ist es die andere, die rechte Schulter. Fest steht: sie ist nicht „nur“ ausgekugelt, was schon schlimm genug wäre. Noch gibt es keine genaue Diagnose über die Schwere der Verletzung und demzufolge auch keine Prognose, was den Heilungsprozess angeht. Dass der Guard aber in diesem Jahr auf keinen Fall mehr spielen wird, ist sicher. Und damit geht auch die traurige Serie weiter, die mit dem Satz überschrieben ist: „Noch nie in Bestbesetzung“.

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Und das ausgerechnet bei den letzten drei Mammutaufgaben im alten Jahr. ALBA Berlin hat die TBB ja bereits hinter sich. Die Hürden, die sich vor dem Team von Trainer Henrik Rödl auftürmen, sind nicht minder hoch. Mit dem FC Bayern München wartet der nächste harte Brocken auf die TBB. Davon zu träumen, den Bayern die Lederhosen auszuziehen, wäre angesichts der Kräfteverhältnisse vermessen.

Danach geht es nach Bonn. Da ist den Moselanern zwar schon häufiger eine Überraschung gelungen – und wie die Niederlage der Baskets gegen Würzburg zeigt, sind sie auch nicht unverwundbar – aber einplanen sollte man ein Erfolgserlebnis dort auch nicht. Es deutet also manches darauf hin, dass das alte Jahr endet, wie die Saison begann – mit drei Niederlagen. Um das zu verhindern, gibt es nur eine denkbare Konstellation. Die Gegner dürfen keine Bestform bringen, Trier dagegen einen Sahnetag erwischen.

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