Riol und Oberthal schreiben Geschichte

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SALZGITTER/OBERTHAL. Ein unglaubliches Wochenende liegt hinter den Rioler Bundesliga-Keglern. Mit zwei gewonnenen Auswärtspunkten beim zuhause noch unbesiegten TSV Salzgitter und in einem historischen Duell beim Serienmeister in Oberthal, stellte der KSV seine Playoff-Ansprüche eindrucksvoll unter Beweis. Es war der bisher beste Doppelspieltag in der Bundesliga-Geschichte der Moselaner.

Für das Auftaktspiel beim bärenstarken Aufsteiger in Salzgitter hatte Sportwart Anton Krämer den Gewinn des Zusatzpunkts als Zielsetzung ausgegeben. Bei den Niedersachsen, die zuhause erst zwei Punkte abgegeben hatten, eine schwierige Aufgabe. Mit Steve Blasen und Kai Knobel als Startduo wollten die Moselaner gleich ein Ausrufezeichen setzen. Die Rechnung ging nicht ganz auf, obwohl ein Plus von 21 Holz zu Buche stand. Aber, Salzgitters Thomas Stasch hatte mit 935 Holz die Tagesbestmarke erzielt. Im zweiten Durchgang ließ Riol Federn. Thomas Steines verlor genau die 21 Holz, die das Plus ausgemacht hatten und der gerade auswärts oft überragende Martin Hoffmann geriet gar mit 65 Holz ins Hintertreffen. Ein Sieg gegen die ausgeglichen besetzten Hausherren war nun außer Reichweite, aber Bernardo Immendorff und Horst Mickisch brachten den angepeilten Zusatzpunkt sicher nach Hause.

Alle zwölf Kegler übertreffen die 900er-Schallmauer

Dann ging es zur Kür ins Saarland – „El Classico“ in Oberthal stand an. Die Zutaten für dieses Festmenü: Die zwei besten Teams der letzten Jahre in der Bundesliga, die wohl schönste Kegelarena weltweit, am Start internationale und nationale Topspieler und als Gast die einzige Mannschaft, die in den letzten Jahren beim Serienmeister punkten konnte. Und dieses Duell hielt alles, was man sich davon versprochen hatte – mehr noch. Selbst hohe Erwartungen wurden noch übertroffen. Denn erstmals in der Geschichte der Kegel-Bundesliga übertrafen alle zwölf Akteure die 900er-Schallmauer.

Dass die Trauben in dieser Saison in Oberthal noch höher hängen würden, als zuvor, wusste das Team um Kapitän Kai Knobel, denn die Kegelfreunde können derzeit auf den unglaublichen Schnitt von 5739 Holz auf eigener Bahn verweisen. Riol hatte umgestellt und startete mit dem dreimaligen Weltmeister Steve Blasen und dem Ex-Oberthaler Horst Mickisch. Blasen blieb mit 976 Holz nur ganz vier Punkte hinter Weltrekordmann Holger Mayer zurück, obwohl er schwach gestartet war. Eine Serie von 23 Neunern brachte ihn aber wieder auf Tuchfühlung. Mickisch (935) war stark, konnte Daniel Schulz (976) dennoch nicht halten. Mit nochmals 13 Neunern am Ende egalisierte Blasen die Leistung von Schulz und verschaffte seinem Team ein Plus, da die Auswärtsmannschaft bei Punktgleichheit bevorteilt wird.

Der zweite Durchgang verlief ähnlich. Die Oberthaler starteten besser, die Gästeakteure Thomas Steines (944) und Martin Hoffmann (951) wurden mit zunehmendem Verlauf immer stärker und übertrafen beide den Saarländer Michael Pinot (934). Der Grundstein für den Zusatzpunkt war damit gelegt.

Im Schlussdurchgang wurden die Rioler Bernardo Immendorff und Kai Knobel zwar in Schach gehalten, der Punktgewinn war den Moselanern aber nicht mehr zu nehmen.

Während in den Vorjahren der Punkt glücklich und durch Einzelleistungen zustande kam, wurde er diesmal kollektiv gewonnen, auch die Gesamtholzzahl ist absolut auf Augenhöhe des Serienmeisters.

Riol übertraf sich selbst, denn nach dem schweren Auswärtsspiel am Vortag in Salzgitter, mit über tausend Kilometern im Mannschaftsbus, konnte man eine solche Leistung höchstens erhoffen, aber nicht erwarten. Mit nur einem Punkt Rückstand auf Oberthal geht Riol als Tabellenzweiter in die Weihnachtsferien. (wir)

KSV Riol: Kai Knobel (917 Holz in Salzgitter/919 in Oberthal), Steve Blasen (872/976), Thomas Steines (851/944), Bernardo Immendorff (846/938), Martin Hoffmann (833/951), Horst Mickisch (819/935)

In der 2. Kegel-Bundesliga der Herren hat der SKV Trier die Tabellenführung verteidigt und dabei in Neuhof nur knapp einen Sieg verpasst. Dem SK Eifelland Gilzem gelang endlich mal wieder ein Dreier zu Hause, mit dem das Team von Klaus Dichter den Anschluss ans Mittelfeld halten konnte. 

SKV Trier: Nico Klink (867 in Neuhof/919 gegen Remscheid), Mike Reinert (851/896), Engelbert Poth (846/853), Daniel Klink (836/880), Jürgen Reinert (802/834), Christian Bach (798/788, ab der 55. Kugel Manfred Göbel)

SK Eifelland Gilzem: Christian Junk (834 in Rösrath/878 gegen Oberthal II), Julius Mangerich 831/Klaus Dichter 840, Pascal Petry (792/847), Patrick Dichter (779/798), Tom Hoffmann (776/833), Fränk Greischer (717/868)
 

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