Verfestigung der Armut in Trier

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    TRIER. Die Verfestigung der prekären Lebensverhältnisse ist bedrückend, wenn über 40% der Hartz IV-Bezieher in der Stadt Trier mindestens vier Jahre auf staatliche Fürsorge angewiesen sind.

    „Dem Hartz IV-System ist es bisher nicht gelungen, eine Verfestigung prekärer Lebenslagen zu verhindern“, sagt DGB-Stadtverbandsvorsitzender Detlef Schieben.

    Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren 5,9 Prozent der erwerbsfähigen Menschen in Trier Ende 2012 auf Hartz IV-Leistungen angewiesen, das waren 4.422 Einwohner im Alter von 15-64 Jahren.

    Besorgniserregend sei, so der DGB, dass Hartz IV-Empfänger/innen in der Stadt Trier lange im staatlichen Fürsorgebetrieb verbleiben. Über 60 % der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher/innen der Stadt sind bereits im Langzeitbezug und haben in den letzten zwei Jahren mindestens 21 Monate Hartz IV bezogen. 41,8 Prozent aller Empfänger/innen im Alter von 15-64 Jahren sind sogar seit mindestens vier Jahren auf Hartz IV angewiesen.

    „Selbst wenn Trier besser als der deutsche Durchschnitt dasteht, sind die Zahlen erschreckend. Wir dürfen nicht die Augen vor der Situation verschließen“, so Schieben.

    „Die Anzahl dieser hilfebedürftigen Menschen in Trier geht weit über die der Arbeitslosen hinaus. Viele Hartz IV-Bezieher/innen befinden sich in Fördermaßnahmen oder gehen einer Beschäftigung nach, die durch niedrige Löhne, eine geringe Stundenzahl oder durch eine kurzfristige Dauer nicht existenzsichernd und prekär ist. Andere haben Betreuungspflichten oder befinden sich noch in der Ausbildung“, erläutert Schieben.

    Trotz der Verhärtung im Hilfebezug gibt es auch im Hartz IV-System relativ viel Bewegung. Ständig kommen andere hinzu, während andere doch immer wieder den Hilfebezug auf Zeit, wenige dauerhaft, entgehen können. Erstmals hat der DGB in Trier differenzierte Daten zum Eintritts- und Verbleibsrisiko im Hartz IV-System vorgelegt. Ihnen zufolge liegt das Eintrittsrisiko in Hartz IV für Erwerbsfähige im vergangenen Jahr in Trier bei 3 Prozent. 3 Prozent der Bevölkerung von 15-64 Jahren muss innerhalb eines Jahres Hartz IV beantragen.

    Bei dem Risiko, hilfebedürftig zu bleiben, lässt sich für die Stadt Trier festhalten, dass nicht mal die Hälfte der Hartz IV-Beziehenden im ersten Jahr die Überwindung der Hilfebedürftigkeit gelingt.

    Angesichts der Situation in der Stadt fordert der DGB Jobcenter und das Rathaus zu mehr Anstrengungen zur Vermeidung und zum Abbau von Langzeitbezug auf. „Dazu braucht es eine stärkere Professionalisierung der Betreuung. Stabilisierungs-, Unterstützungs- und Ein-gliederungsmaßnahmen müssen stärker am Ziel der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Zudem müssten die sozialintegrativen Maßnahmen der Kommunen und der Träger – wie Schuldnerberatung, etc. – sowie Qualifizierungen für diese Zielgruppe ausgebaut werden. Ebenso sollten Menschen bei einer Jobvermittlung noch längere Zeit nachbetreut werden, um ein neues Arbeitsverhältnis möglichst stabilisieren zu können. Dabei ist vor allem die Bundesregierung gefordert: Durch die Kürzung der Arbeitsförderung in den vergangenen Jahren haben sich die Förderchancen für Hartz IV-Empfänger/innen massiv verschlechtert. Dies hat dazu beigetragen, dass viele Menschen längerfristig auf staatliche Fürsorge angewiesen sind. Aber auch die Unternehmen sollten mehr tun und Hartz IV-Empfängern und Empfängerinnen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt geben“, fordert Schieben. (red)

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