Ein Stellenangebot mit „Geschmäckle“

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TRIER. Es bewegt sich was am Augustinerhof. Und dabei kann es sich nicht um einen Zufall handeln. Nach der Verurteilung eines Mitarbeiters des Grünflächenamts wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung, hat die Stadt Trier die Stelle eines Projektleiters/einer Projektleiterin für „Baumangelegenheiten“ ausgeschrieben.

Am 28. November war Gerhard T., der für die Baumkontrolle zuständige Mitarbeiter des Grünflächenamts, vom Amtsgericht Trier nach dem verhängnisvollen Unglück im Wilhelm-Rautenstrauch-Park ein Jahr zuvor zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat der Angeklagte inzwischen Berufung eingelegt (lokalo berichtete).

Der zeitliche Zusammenhang zwischen diesem Urteil und der jetzt erfolgten Ausschreibung einer neu geschaffenen Stelle hat ein gewisses „Geschmäckle“. Während der Verhandlung, insbesondere in den Plädoyers, hatten vor allem die Rechtsbeistände der Nebenkläger, dem Witwer Walter S. und dem bei dem Unglück schwer verletzten Karl-Heinz R., auch die Stadt ins Visier genommen und ihr organisatorische Mängel vorgeworfen. Noch massiver war die Kritik, die Richter Wolf-Dietrich Strick in seiner Urteilsbegründung verpackte. Dort fand er in der Präambel klare Worte: „Die Verantwortungspflicht der Stadt für die Verkehrssicherheit ist gescheitert. Man wollte lediglich Geld sparen.“ Strick prangerte insgesamt Einsparungen am falschen Platz und „gravierende, strukturelle Mängel bei der Stadt“ an.

Genau die Aufgaben, die T. und das Amt, in dem er tätig ist, nach den Vorwürfen in der Verhandlung nicht mit ausreichender Sorgfalt wahrgenommen haben, sind nun in der Stellenbeschreibung aufgelistet. Wie „die Optimierung des städtischen Baumbestandes, die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht durch Optimierung von Pflege- und Sanierungsmaßnahmen in der Baumpflege, die Weiterentwicklung des Baumkatasters und das Beobachten von Schadbildentwicklungen an Bäumen und Entwicklung wirksamer Sanierungskonzepte.“ Offensichtlich wirkt der Druck, der durch die Verhandlung und das Urteil aufgebaut wurde. Die Stelle, die für die Dauer fünf Jahren ausgeschrieben ist, soll zum „nächstmöglichen Zeitpunkt“ besetzt werden. (red/wir)

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1 KOMMENTAR

  1. @ waldmeister: Langsam ja, zu langsam. Der Preis war auf jeden Fall zu hoch. Aber was juckt es eine Dezernentin, wenn in der Stadt ein Baum umfällt. Wie sagte sie doch damals: Es könnte ja auch ein Ziegel vom Dach fallen. Menschenverachtend. Man sollte sie aus der Stadt jagen.

  2. Ich bin erst wieder froh, wenn ich die Stellenanzeige lese: „Trierer für Trier. Stadtvorstand neu zu besetzten.“
    Was machen diese Zugereisten Karriere-Politiker nur mit meiner schönen Stadt??

  3. Typisch Käse-Tortellini! Mein Gott, die Frau macht mich von Tag zu Tag mehr aggressiv! RAUS mit der aus dem Rathaus – sofort!!

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