Eine „Stolpersteine-App“ nicht nur für Trier

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    TRIER. Mit dem Stolpersteine-Guide (stolpersteine-guide.de[http://stolpersteine-guide.de/]) legen Studierende der Hochschule Trier ein kostenloses Angebot für Nutzer von Smartphones vor. Die Anwendung ermöglicht es, sich von Stein zu Stein führen zu lassen und Informationen zu den Stolpersteinen direkt vor Ort zu erhalten.

    Das Projekt entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Trier und der Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier, die das dezentrale Projekt ‚Stolpersteine‘ des Künstlers Gunter Demnig mit dem Kürenzer Kulturverein nach Trier brachte.

    146 Gedenksteine wurden seit 2005 in Triers Straßen verlegt und erinnern an Opfer des Nationalsozialismus. Europaweit sind es rund 40.000 Gedenksteine an über 650 Orten. Opferbiografien, Fotos, teilweise Filme und Audiobeiträge und thematische Führungen ergänzen beim Stolperstein-guide.de die Angaben von Name, Jahrgang, Deportation bzw. Todesdatum auf den Gedenksteinen.

    „Erkunde die Geschichte hinter dem Stolperstein, direkt an dem Ort an dem sie geschrieben wurde“ so lautet die Begrüßung auf stolpersteine-guide.de.

    „Damit können sich besonders junge Menschen die Menschenverachtung der Nazis vergegen­wärtigen. Die Naziopfer erhalten mit der Stolpersteinaktion wieder einen Namen, die App ergänzt sie mit Geschichten. So wird an Menschen erinnert, wo sie Teil der Gesellschaft waren. Wir werden zum Nachdenken angeregt – auch um sich heute für eine menschliche und demokratische Gesellschaft zu engagieren“, so Markus Pflüger von der AG Frieden Trier.

    „Dieser virtuelle Stolperstein-Führer ist eine innovative Möglichkeit, um das Projekt ‚Stolpersteine‘ bekannter zu machen. Informationen zu NS-Opfern, für die Gedenksteine verlegt wurden, können so von jedem und jederzeit mit einem Smartphone direkt vor Ort erhalten werden. Der Stolper­stein-Guide ergänzt damit sehr gut bisherige Informationen; in Trier sind das beispielsweise eine Broschüre und die Führungen ‚Stolpersteine erzählen‘, bei denen ebenfalls Opferbiografien und Hintergründe zu den Menschen zu erfahren sind“ erläuterte Markus Pflüger von der AGF.

    „Andere Orte, in denen Stolpersteine verlegt wurden, können sich melden und für ihren Ort ebenfalls Informationen einpflegen und damit ihren eigenen ‚Stolpersteine-Guide‘ vor Ort entwickeln“, erläutert Peter Nürnberger vom Team der Intermedia-Design-Studierenden, die in einem Projektseminar von Dozent Marcus Haberkorn das Projekt entwickelt und dann technisch umgesetzt haben.

    „Bis Anfang 2014 wird es die App auch für Android-Smartphones geben und damit die Reichweite weiter erhöhen“, ergänzen Alexander Prümm und Kim Becker vom Stolpersteine-Guide-Team aus Trier.

    Das Ziel der Stolperstein-Aktion ist es, dass Menschen nicht vergessen werden, die den Nazis aufgrund des Rassenwahns oder weil sie der Diktatur im Wege standen deportiert und ermordet wurden. Die dezentralen Mahnmale von Gunter Demnig werden in der Regel am letzten Wohnort des NS-Opfers ebenerdig ins Straßenpflaster eingelassen. (red)

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