TBB Trier: 82:77 – Wichtiger Heimsieg gegen Würzburg

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TRIER. Vor 4319 Zuschauern in der Arena Trier gewann die TBB Trier mit 82:77(50:36) gegen die s. Oliver Baskets Würzburg. Was zur Halbzeit nach einem lockeren Heimsieg der Trierer aussah, entwickelte sich wieder einmal zu einem Krimi. Stark auf Trierer Seite: Trevon Hughes mit 17 Punkten und Andreas Seiferth mit 14 Punkten.

Die Fans sahen eine zehr zerfahrene Anfangsphase. Zu Beginn versuchte die TBB Trier vor allem über Vitalis Chikoko zu gehen, eine intensive Defensive auf beiden Seiten ließ die Gameplans der beiden Trainer jedoch verpuffen. Nach 6,5 Minuten stand es  8:7 für die TBB Trier. Danach liefen die Offensiv-Motoren plötzlich auf Hochtouren. Laurynas Samenas zeigte, dass er endgültig in der Moselstadt angekommen ist. Drei Dreier verwandelte der Litauer in den ersten zehn Minuten – darunter den Buzzer-Beater zum 22:20 zum Ende des ersten Viertels. Es war die Krönung eines lehrbuchmäßigen Spielzugs. Würzburg hatte in Ricky Harris allerdings ebenfalls einen Spieler mit heißem Händchen –  eine enge Partie bahnte sich an.

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Jermaine Bucknor machte im zweiten Durchgang auf sich aufmerksam. Zwei Dreier streute der Kanadier zur zwischenzeitlichen 35:29 Führung bei. Stefan Koch reagierte mit einer Auszeit. Diese fruchtete wohl nicht nach dem Geschmack des Würzburger Headcoachs, der beim Stand von 38:31 erneut zum Gespräch bat. „Wir träumen da draußen!“, mahnte der neue Trainer der Mainfranken. Doch angeführt von einem Trevon Hughes, der seine Mitspieler perfekt in Szene setzte, bauten die Schützlinge von Henrik Rödl  ihren Vorsprung immer weiter aus. Andreas Seiferth hatte mit 12 Punkten und sieben Rebounds ebenfalls einen großen Anteil an der 50:36-Führung zum Pausentee. Eine Leistung der Trierer, die viel Vorfreude auf die zweite Halbzeit weckte. Weniger begeistert zeigte sich Stefan Koch von seinem Team. „Pomadig“ nannte er die Leistung in den ersten 20 Minuten. Ohne Herz habe sein Team gespielt.

Besser in die zweite Halbzeit kamen allerdings die Gäste. Der starke Harris und McNaughton markierten die ersten vier Punkte und stellten das Ergebnis auf 50:40. Henrik Rödl reagierte prompt und wurde belohnt –sein Team spielte jetzt wieder konzentriert. Durch ein 4-Punkte-Spiel von Samenas und einen Dreier von Mönninghoff konnte man den Vorsprung auf bis zu 16 Punkte ausbauen. Harris und Tweety Carter übernahmen allerdings jetzt das Ruder und drückten den Vorsprung beim 66:57 sogar unter die 10-Punkte-Marke. Solle Trier wieder einen großen Vorsprung  verspielen?

Hughes war es, der im vierten Spielabschnitt die Trierer mit zwei frechen Dreiern etwas auf Abstand hielt. Würzburg war wieder im Spiel und zog die defensiven Schrauben an – und hatte offensiv leichtes Spiel. Beim 72:65 hatte Henrik Rödl genug gesehen und bat zur Auszeit.  Doch Punkt für Punkt kamen die Gäste näher heran –  spätestens beim 74:72 war eine spannenden Schlussphase garantiert. Die Fans der Moselstädter fühlten sich unweigerlich an die beiden verlorenen Spiele gegen Vechta und Hagen erinnert, als man auch schon große Vorsprünge leichtfertig aus der Hand gab.  Vor allem im Rebound schlief Trier nun ein ums andere Mal – beim 79:77 und noch 33 Sekunden auf der Spieluhr hatte Trier Ballbesitz. Isolation für Hughes, der 13 Sekunden vor Schluss unbedrängt zum Korb zieht und zum 81:77 einnetzt. Es war die Entscheidung. Harris verliert im anschließenden Angriff den Ball, Trier spielt die Uhr runter und der überragende Hughes stellte den 82:77 Endstand her. Ein wichtiger Sieg vor den schweren Spielen gegen Berlin, Bonn und München. (cw)

Stimmen zum Spiel 

Henrik Rödl: „Ich bin sicher, dass Stefan Koch die Situation in Würzburg in den Griff bekommen wird. Würzburg wird in den nächsten Wochen da unten raus kommen, was viel mit ihm zu tun hat, ich wünsche ihm dafür viel Glück. Wir haben heute eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, was uns nicht immer gelingt, was wir uns aber fest vorgenommen hatten. Dafür war die zweite problematisch, es kam Unsicherheit in der Offensive und der Defensive rein. Würzburg hat das mit vielen einfachen Körben ausgenutzt. Zum Glück haben wir offensiv weiter gut agiert und gut zusammen gespielt und letztlich gewonnen. Ich bin überglücklich, dass die Mannschaft das heute zu Hause gut über die Bühne gebracht hat. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals ausdrücklich bei Marin Petric bedanken, der uns hier zwei Monate ausgeholfen hat. Er ist ein Riesenkerl und ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft.“

Stefan Koch, s.Oliver Baskets: „Glückwunsch an Henrik und seine Mannschaft zu einem Sieg, der das Prädikat ‘verdient’ tragen darf. Von meiner Mannschaft war ich vor allem in den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte sehr enttäuscht. Wir sind in dieser Phase zu wenig zielstrebig und zu überheblich aufgetreten, was angesichts der Tabellensituation absolut nicht erklärbar ist. Trier hat das vor allem in diesen letzten fünf Minuten durch starkes Spiel ausgenutzt. Wir sind noch einmal zurückgekommen, konnten das Spiel aber nicht drehen, weil wir vor allem im Rebound zu weich waren, die wichtigen Rebounds haben wir alle abgegeben, deswegen fahren wir mit leeren Händen nach Hause.“

 

1 KOMMENTAR

  1. @ H. Hilgert: Richtig. Das Schluss-Scouting aber auch. Da stand Hughes mit 17 Punkten drin. Nur zur Ehrenrettung von Christoph.
    Willi Rausch, lokalo-Chefredakteur

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