Das Observatorium Hoher List soll erhalten bleiben

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SCHALKENMEHREN. Wie geht es weiter mit der Sternwarte „Hoher List“, auf dem gleichnamigen 551 m hohen Berg bei Schalkenmehren? Nach mehr als 40 Jahren war das vom astronomischen Institut der Universität Bonn betriebene Observatorium zwischen den Maaren im Jahr 2012 aus Einsparungsgründen geschlossen worden. Seitdem bemüht sich die „Astronomische Vereinigung Vulkaneifel“ um eine Weiterverwendung der Sternwarte.

Nebel waberte am gestrigen Samstag, den 7. Dezember, durch die Eifel. Und nebulös ist wohl auch die Zukunft des Observatoriums Hoher List bei Schalkenmehren. Das außergewöhnliche Gebäude der Sternwarte einfach verkommen lassen, das wollen besonders die 90 Mitglieder der AVV (Astronomische Vereinigung Vulkaneifel) und auch die Verbandsgemeinde Daun nicht. Die Frage ist nur, was soll damit geschehen, wie soll es weitergehen?

Die gesamte Anlage, die Gebäude und auch das Grundstück, auf dem sie errichtet wurden, gehören dem Land Nordrhein-Westfalen – Mieter ist die Universität Bonn. Doch beide haben nur noch ein begrenztes Interesse daran, das ist klar. „Es wäre ein unglaublicher Verlust, wenn Astronomie an diesem Ort nicht mehr vermittelbar wäre. Dieses Gebäude bietet Atmosphäre und Wissenschaft“, meint die Landtagsabgeordnete Simone Ratter (Bündnis90/Die Grünen), die sich durch zwei Besuche in der Sternwarte dem Erhalt verpflichtet fühlt. Ideen zur Weiterverwendung der Sternwarte wurden gesucht und der Anfang soll im kommenden Jahr der „Sternensommer“ mit kulturellen Veranstaltungen sein, der die Menschen näher dahin führen soll, sich mit dem Objekt zu identifizieren.

„Sternensommer“, das soll vom 14. bis 20. Juli 2014 eine Art Sommercamp im Zirkuszelt für etwa 80 Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren sein, bei dem die Themen Theater, Konzert, Astronomie und Fotografie im Mittelpunkt stehen werden „Das ist ein Alter, in dem man Jugendliche noch begeistern kann“, meint der frühere Leiter des Observatoriums, Professor Wilhelm Seggewiß. Die Gruppe der Campteilnehmer soll sich aus Schulen und Arbeitsgemeinschaften aus dem nahen Umland, aber auch aus dem Ausland zusammensetzen. „Das kann eine insgesamt spannende Woche der Fantasie mit einer lebendigen Atmosphäre werden – es wird aber auch gearbeitet werden“,  glaubt Dr. Birgitta Goldschmidt vom Planungsbüro Wunderlich, das bei der weiteren Nutzung unterstützend tätig sein soll.

Den „Sternensommer“ lässt sich die Verbandsgemeinde Daun, die ein Interesse an der weiteren Nutzung der Sternwarte für die Region hat, auch was kosten. 39.000 Euro sind im VG-Haushalt dafür eingestellt, man erhofft sich aber eine Förderung vom Land über den Kultursommer, wofür bereits ein Antrag gestellt wurde. Bis zu 50 Prozent Förderung erhofft man sich, 10.000 Euro sind als Eigenanteil der Teilnehmer kalkuliert, für die VG verbleibt im günstigsten Fall ein Anteil von 9000 Euro, wenn nicht noch Sponsoren für das Projekt gefunden werden. „Die Intention der geplanten Veranstaltung ist es, auf die Sternwarte aufmerksam zu machen und die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren“, sagt Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun.

Rund 10.000 Eigenanteil, das bedeutet auch, das die Familien der Jugendlichen rund 120 Euro pro Teilnehmer bezahlen müssten. Allein das Zelt koste rund 5000 Euro, Licht und Tontechnik, Unterbringung sowie der Workshop Fotografie verschlingen nochmals genau so viel Geld, so Klöckner. Viel Geld soll also für den Erhalt und die Zukunft der Sternwarte in die Hand genommen werden. „Ich kann mir das Observatorium auch sehr gut als außerschulischen Lehrort vorstellen“, meint Simone Ratter. (hega)

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