TBB Trier: Der Dreierspezialist aus der Schützenstraße

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TRIER. Es war mal wieder an der Zeit, einem TBB-Spieler einen Besuch abzustatten! Dieses Mal war unser Redakteur Christoph Witt beim TBB-Scharfschützen Mathis Mönninghoff zu Gast und sprach mit dem Kapitän der A2-Nationalmannschaft über die Teamchemie, seine perfekte Wurfbewegung – und, ob er sich vorstellen kann, auch in der kommenden Saison im TBB-Trikot aufzulaufen. 

Mathis Mönninghoff wohnt in der Schützenstraße – passender hätte man das Domizil des Dreierspezialisten einfach nicht wählen können. Oben an der Eingangstür angekommen warten schon Mathis und seine Freundin Catharina. Die Beiden haben sich über das Internet kennengelernt, trafen sich erstmals bei einem Nationalmannschafts-Ausflug unter Svetislav Pesic in Bamberg und von da an nahm das Liebesglück seinen Lauf.  Die Bambergerin ist vor zwei Monaten bei dem Trierer Small-Forward eingezogen und hat etwas Leben in die Bude gebracht. „Vor zwei Monaten sah es hier noch komplett anders aus“, verrät der 198 cm große Spieler mit der perfekten Wurfbewegung. Die Wände sind jetzt nicht mehr weiß, sondern rot. Eine Gonzaga-Wand soll in Kürze an seine Zeit am College erinnern.

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Dort verbrachte der sympathische Westfale zwei Jahre seiner noch jungen Karriere. Nach einem durchaus ordentlichen Freshman-Year (erstes Jahr am College), wurde die Saison als Sophomore (zweites Jahr am College) zur Enttäuschung – der Wechsel nach Trier folgte. Trotzdem blickt der 21-Jährige zufrieden auf seine Zeit in den Vereinigten Staaten zurück. Vor seiner ersten Partie in der heimischen Halle hatte er nach eigenem Bekunden allerdings großen Respekt – der „Kennel“ (Anm. d. Red.: Bedeutet „Zwinger“ und spielt auf die ehemalige Halle „The Kennel“ an, in der die „Bulldogs“ zuvor beheimatet waren. Das McCarthey Athletic Center wird „The New Kennel“ genannt) beeindruckte ihn. „Alle Fans trugen die roten T-Shirts, waren extrem laut und sprangen auf und ab – das war eine wahnsinnige Atmosphäre und die werde ich nie vergessen. Dann kam noch erschwerend hinzu, dass es mein erstes Spiel am College war – ich hatte die Hosen wirklich, wirklich voll.“ 

In Trier fühlte er sich von Beginn an wohl. Folgerichtig, aber dennoch überraschend dann die Antwort auf die Frage, ob er sich einen Verbleib über diese Saison hinaus vorstellen kann. „Nächste Saison bin ich sowieso in Trier. Die Option in meinem Vertrag wurde gezogen und damit automatisch für zwei Jahre verlängert“, verkündet er eine Neuigkeit, die wohl den wenigsten Fano bekannt gewesen sein dürfte. Für ihn eine Entscheidung, die passt : „Ich fühle mich pudelwohl in Trier, auch die Wohnsituation ist perfekt, denn die Innenstadt ist nur einen Katzensprung von unserer Wohnung entfernt. Wir bummeln gerne durch die Stadt.“ Der Palastgarten und die Mariensäule sind ihre Lieblingsplätze.

Die Lage der schmucken Wohnung ist wirklich perfekt. Ruhig und trotzdem nah am Zentrum. In der Wohnung ist sogar Platz für ein Gästezimmer, das nebenbei auch als begehbarer Schuhschrank dient. Mathis verfügt über ein stattliche Sammlung an Basketballschuhen – Catharinas Arsenal, eher der Abteilung „Freizeitgestaltung“ zuzuordnen, steht der in nichts nach. Kündigt sich Besuch aus Bamberg oder Ibbenbüren an, ist das Zimmer in Windeseile umfunktioniert. „Meine Familie ist seit jeher basketballbegeistert und jetzt haben wir sogar selbst einen Basketballer in der Familie“, lacht Mathis Freundin und fügt hinzu, dass die Eltern mittlerweile auch große Sympathien für die TBB Trier hegen. Ansonsten schlägt das Herz natürlich für den Serienmeister Brose Baskets Bamberg.

Der Small-Forward der Moselstädter kann sich auch kulinarisch auf seine bessere Hälfte verlassen, wird er doch regelmäßig von der Fränkin bekocht. „Sie kocht original fränkische Küche und macht dabei einen sehr, sehr guten Job“, findet er lobende Worte. Wenn es doch mal schnell und bequem gehen soll, bestellt er am liebsten Reisgerichte mit Curry  in allen Variationen. In punkto Musik dann eine wenig überraschende Antwort – Hip Hop, House und R`n`B sind die Favoriten des Kapitäns der A-2-Nationalmannschaft. „Drake hat eine neue CD rausgebracht, die mir sehr gut gefällt. Ihn würde ich als meinen Lieblingskünstler bezeichnen.“ Einzig der Song, der seiner Meinung nach am besten seinen Spielstil beschreibt, kommt aus einem anderen Genre: „Shoot To Thrill“ von AC/DC.

Weniger spezifisch fällt die Wahl seiner Lieblingsserien aus. „How I Met Your Mother“, „Two and A Half Men“, „Homeland“, „Breaking Bad“ und etliche andere – Mathis ist Serienjunkie. Auf der „Must-Watch-Liste“ stehen noch viele weitere Titel und natürlich werden diese immer im englischen Originalton goutiert.  Das gilt auch für den Lieblingsfilm der beiden: „The Call“ mit Halle Berry. Das Genre des ihrer Meinung nach wirklich guten Streifens sei „Psycho-Horror“ – ob das auch für den ersten Verdacht seine Verletzung in dieser Saison galt?
„Ja. Zuerst bestand der Verdacht, dass das Syndesmose-Band gerissen ist. Ich hatte echt Angst. Als dann die erlösende Diagnose ‚Bänderriss‘ kam, war ich erleichtert.“ Kein Wunder – statt monatelanger Pause, konnte er nach zwei Wochen wieder trainieren. Gerüchten, dass die Teamchemie in dieser Spielzeit nicht so gut gewesen sei, wie in den vergangenen Jahren widerspricht Mönninghoff vehement. „Wir sind eine absolut eingeschworene Truppe und im Team stimmt es absolut – das kann ich garantieren.“ Für die gute Stimmung in der Kabine ist unter anderem Trevon Hughes zuständig, der gerne Späße macht.

Die Gründe, warum es in dieser Saison noch nicht so richtig rund lief, liegen für ihn eindeutig in der Verletzungsmisere.  „Wir haben in dieser Woche zum ersten Mal mit zehn oder elf Mann aus dem Profikader trainiert. Teilweise waren wir insgesamt nur neun Leute – wie beim Spiel gegen Phoenix Hagen.“ Dass man diese Partie dennoch nicht mehr aus der Hand hätte geben dürfen, steht für den 21-Jährigen aber auch fest. „Klar, mit neun Mann es schwierig zu trainieren, wie man eine Zone aushebelt, aber die Mechanismen kennen wir alle. Uns hat dann auch, je länger das Spiel gedauert hat, zunehmend der Mumm gefehlt. Außerdem war die Zone der Hagener zugegebenermaßen auch sehr gut“, sucht er eine Erklärung für die bittere Heimpleite. Gegen Dirk Nowitzkis Heimatclub, die Mainfranken aus Würzburg, vor denen auch er nach dem Trainerwechsel warnt, soll jetzt aber der nächste Sieg vor eigenem Publikum her.

Das Team arbeite hart an sich – und das gilt auch für ihn. „Ich kann noch alles verbessern – selbst  meinem Wurf. Im „Pick and Roll“ habe ich sogar noch sehr viel Nachholbedarf“, zeigt er sich durchaus selbstkritisch. Nach den Niederlagen hat Headcoach Henrik Rödl („Ein toller Trainer, der viel Erfahrung hat und weiß, wie man ein Team führt. Mit ihm kann man auch mal über Dinge abseits des Basketballs sprechen“) das Training verändert. Härter, intensiver, „dafür ein wenig kürzer“ seien die Trainingszeiten geworden.

Lobende Wort findet er auch für das Trierer Unikat „Aggy“. „Er macht die besten Tapes, die ich kenne und er ist im besten Sinn ‚Mädchen für Alles‘. Außerdem kann er einem zu jedem x-beliebigen Datum eine Basketball-Geschichte auftischen.“ Auch in Bamberg ist der Name Axel Mock untrennbar mit dem Trierer Basketball verbunden. „Wenn Trier kommt, heißt es automatisch auch bei uns ‚Aggy kommt‘, verrät Catharina, die ihr Studium jetzt von Trier aus vorantreibt.

Im Gegensatz zu Hughes darf Mathis sogar GTA V (Anm. d. Red.: Videospiel) auf seiner Playstation 3 spielen. Den Kauf einer Playstation 4 hat er noch nicht geplant. „Die steht aber auf dem Wunschzettel für Weihnachten, Madame“, wirft er zum Abschluss in Richtung Catharina lachend ein. Da hat sich offensichtlich ein wirklich harmonisches Paar gesucht und gefunden. Zu Weihnachten wünschen Mathis und seine Freundin allen Fans der TBB Trier und den lokalo-Lesern eine besinnliche Zeit. (cw)

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1 KOMMENTAR

  1. Ich glaube nicht, dass das den meisten Fans neu ist, dass er noch eine weitere Saison bleibt. Wurde schon immer kommunizier, 1+2 Vertrag.
    Sonst ein netter Bericht, die Reihe gefällt mir gut.

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