Fußball-Oberliga: Wohin geht die Reise des FSV Salmrohr?

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SALMROHR. Präsident Helmut Meeth und Sportchef Friedhelm Rach sind beim Fußball-Oberligisten FSV Salmrohr zurückgetreten (lokalo berichtete). Dass dieser Schritt des Führungsduos auch sportliche Auswirkungen haben wird, ist klar. Welche das sind, diese Frage stellen sich auch die erfahrensten Spieler des Clubs, Daniel Schraps und Alexander Adrian.

Dass wir gerade mit diesen beiden Spielern sprechen, ist kein Zufall. Sie spielen die längste Zeit von allen Akteuren des aktuellen Kaders in der ersten Mannschaft (seit 2006), sind unumstrittene Führungsspieler und ihr Wort hat im Kreis der Mitspieler und auch gegenüber der Vereinsführung Gewicht. Nicht zuletzt, weil sie zu denen gehörten, die nach dem Abstieg aus der Oberliga nach der Saison 2007/08 in Salmrohr blieben, „um den Mist, den wir verbockt haben, wieder auszubügeln.“

Daniel Schraps, der mit seinem Freund Alexander Adrian die Doppelsechs bildet, ist Kapitän des FSV. Wie und wann hat er vom Rücktritt Meeths und Rachs erfahren? „Aus den Medien“, sagt Schraps, der in Fußballerkreisen nur „Schrappo“ genannt wird. „Die ganz große Überraschung war es für mich allerdings nicht. Es gab schon ein paar Anzeichen, die darauf hingedeutet haben, dass Helmut das nicht mehr endlos macht. Und dass Friedhelm dann auch aufhört, das war klar. Der Zeitpunkt ist für mich nur etwas überraschend.“ Im Sommer hatte er schon mal gemutmaßt, dass Meeth einen Rücktritt in Erwägung ziehen könnte, „aber als er dann mit uns die Vertragsverhandlungen geführt hat, waren wir beruhigt.“ Er hat seinem jetzt ehemaligen Präsidenten eine SMS geschickt. Den Inhalt verrät er nicht, aber wenn er sagt, dass er es schade findet, dass die beiden diesen Schritt gegangen sind, dann kann sich das jeder ausmalen.

Die erste Schockstarre im Mannschaftskreis ist überwunden, „aber so richtig wissen wir die Situation noch nicht einzuschätzen, vor allem weil wir nicht wissen, wer diese Aufgaben jetzt übernimmt.“ Dass Meeth sein Sponsoring zumindest bis zum Ende der Saison fortsetzen wird, ist für die Spieler ein Zeichen. „Die finanzielle Sicherheit ist da. Es gibt keinen Grund, sich jetzt in der Winterpause einen neuen Verein zu suchen. Außerdem können wir immer noch das von unserem bisherigen Präsidenten ausgerufene Ziel, den Regionalliga-Aufstieg erreichen.“


Das sieht auch sein Freund Alexander Adrian so: „Trotz aller personellen Probleme können wir immer noch aufsteigen. Das ist fast unglaublich.“ Er sieht für alle Beteiligten, den Verein, die Mannschaft und jeden einzelnen Spieler „eine Riesenchance“ sich zu profilieren und Charakter zu zeigen: „Erstens kann sich jeder mit guten Leistungen für einen anderen Verein empfehlen, wenn einer denn meint, im Sommer gehen zu wollen oder zu müssen. Zweitens können wir gemeinsam, gerade in der jetzigen Situation, etwas ganz Großes vollbringen, weil uns das bestimmt niemand zutraut.“

Die Überlegung, den Verein zu wechseln, stellen weder er noch Schraps an, auch weil sie beide bis 2015 unter Vertrag stehen. „Es bringt für uns alle nichts, wenn wir uns jetzt Gedanken über ungelegte Eier machen“, sagen beide unisono. „Wir wissen nicht, was nach der Jahreshauptversammlung geschieht, wer das Sagen hat und welche Ziele dann ausgegeben werden. Also müssen wir zumindest bis dahin noch abwarten, bevor wir über diese Saison hinaus denken.“ Adrian findet es „traurig“, dass Meeth zurückgetreten ist: „Er war damals nach unserem Abstieg genau der richtige Mann auf dem Posten des Präsidenten. Er hat über sein finanzielles Engagement hinaus vieles getan, was wichtig und richtig war. Er hat den Umbruch eingeleitet und damit auch Aufbruchstimmung verbreitet. Ich kann mir vorstellen, dass er sich mehr Unterstützung und breitere Zustimmung für seine ehrgeizigen Zielsetzungen gewünscht hat.“ Schraps schlägt in dieselbe Kerbe: „Seine Entscheidung ist nachvollziehbar. Und ich kann auch verstehen, dass Friedhelm Rach mit ihm geht. Wir, die Spieler, wissen zu schätzen, was er geleistet hat. Alle im Verein, die vielleicht noch anders denken, werden sich unserer Meinung anschließen, davon bin ich überzeugt.“

Die beiden Trierer, beide 29 Jahre alt, beide Studenten mit dem Abschluss in Reichweite – Schraps in BWL, Adrian in Geowissenschaften – haben schon einmal, beim Abstieg 2008 nachgewiesen, dass es nicht ihre Art ist, zu kneifen. Sie werden zu der Verantwortung stehen, die sie vertraglich und dank ihrer Position als Führungsspieler haben. Egal wohin die Reise geht, und unabhängig davon, wer nach der Mitgliederversammlung am Steuer steht. (wir)

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