Abgehörtes Telefonat belastet Dimitry J. schwer

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TRIER. Am heutigen Donnerstag, den 5. Dezember, wurde der Prozess gegen den 30-jährigen Dimitry J. aus Wittlich fortgesetzt. Dem gebürtigen Russen wird vorgeworfen, am 26. Mai dieses Jahres zwei Bekannte mit einem Messer sowie einer Axt schwer verletzt zu haben (lokalo berichtete).

Zu Beginn des Verhandlungstages stellten die beiden Verteidiger des Angeklagten, Ralph Schira aus Wittlich und Matthias Reinbacher aus Wiesbaden, einen Antrag auf Verschiebung der Verhandlung. Als Grund nannten sie Aufzeichnungen der bereits bekannten Telefongespräche zwischen dem Angeklagten und dem von polizeilicher Seite abgehörten Valeri D., die die beide vor der Tat geführt hätten. Aus diesen gehe ganz deutlich hervor, dass Dimitry J. die Absicht gehabt habe, jemanden umzubringen. Darum, so die Verteidiger, müsse man sich intensiver und besser auf diesen Prozess  vorbereiten, da er nun „ganz andere Dimensionen“ annehme. Richter Armin Hardt lehnte jedoch vorerst eine Verschiebung ab.

Er wollte zunächst die Aufzeichnungen laut abspielen und eine simultane Übersetzung der Telefongespräche vom 10. und 11. April sowie vom 26. Mai vornehmen lassen. Ein Dolmetscher verglich die bereits niedergeschriebene Übersetzung mit den vorgespielten Dialogen.

Aus dem Telefonat ergebe sich eindeutig das das Vorhaben des Angeklagten, jemanden umzubringen. Zwei Männerstimmen waren zu hören, die in russischer Sprache laut darüber diskutierten, wie man „bei diesen Menschen“ am besten vorgehe, so der Dolmetscher. Dimitry J. tätigte am Telefon zwei Aussagen, die die ihm vorgeworfenen Absichten bestätigen. Die erste Aussage: „Ich müsste sechs Jahre absitzen, aber dafür würde es zwei Idioten weniger auf dieser Welt geben.“ Die zweite: „Ich habe nichts zu verlieren, ich hätte sie sofort mit der Axt kaltmachen sollen!“

Der Angeklagte betonte jedoch immer wieder, er habe lediglich von „niederschlagen“ gesprochen, aber nie vorgehabt habe, wirklich zu töten. Nach einer zwanzigminütigen Beratung sagte Hardt, dass aus den Gesprächen ganz deutlich hervorgehe, dass der gebürtige Russe intensive Kontakte ins kriminelle Milieu habe und Verdunklungsgefahr bestehe. Die Telefonate, so der Richter, ließen einen deutlichen Tötungsvorsatz annehmen, der von dem Angeklagten zwar bestritten werde, jedoch genauer untersucht werden müsse.

Dann gab Hardt dem Antrag der Verteidigung statt und setzte die Hauptverhandlung aus, die geladenen Zeugen wurden entlassen. Ein neuer Termin ist noch nicht anberaumt. Der Angeklagte bleibt in Untersuchungshaft. Laura Dolfen

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