Künstler gibt es nicht „á la carte“

0

LUXEMBURG. Was 1985 als „Schnapsidee“ der beiden Studenten Jan Vereecke und Jan van Esbroeck in Antwerpen begann, ist längst zu einer Institution in den Veranstaltungshallen Westeuropas geworden. In Deutschland feiert die Night of the Proms derzeit ihren 20. Geburtstag, auf 32 Bühnen ist die Veranstaltung präsent. Seit drei Jahren gastiert die Show auch in Luxemburg in der „Coque“. lokalo sprach mit Jan Vereecke (50), dem Produzenten der “Night of the Proms“ (NOTP).

Herr Vereecke, die Deutschlandtour der NOTP hat begonnen. Die ersten Konzerte liegen hinter ihnen. Wie sind ihre ersten Eindrücke?

Vereecke: Nun, für mich war es jetzt nicht mehr ganz so spannend, wie für das Publikum, weil wir zuvor ja schon etliche Konzerte in Belgien und Holland hatten – wenn auch in etwas anderer Besetzung. Bis auf Mark King und Morten Harket, die erst in Deutschland dazu kamen, war alles schon eingespielt. Wenn ich den Start in Deutschland benoten sollte, würde ich sagen: „Nicht sehr gut, aber gut bis sehr gut.“ Und es wird mit jedem Tag besser.

In der kommenden Woche gastieren Sie in der Coque. Wie sehen sie dieses Konzert im Vergleich zu denen in den viel größeren Hallen in Deutschland?

Vereecke: Wir schätzen diese Tourstation in Luxemburg sehr. Die Halle ist kleiner, als viele anderen, in denen wir auftreten, aber sie hat Charme. Hinzu kommt, dass die Akustik aufgrund der Konstruktion des Gebäudes sehr gut ist. Sonst ist alles wie in den großen Hallen. Die Fläche der Bühne, die Lightshow, die Videowand, die Künstler. Es macht aber besonders viel Spaß, weil wir zu den Organisatoren dort ein besonderes Verhältnis haben. Wir treffen dort auf sehr liebe Leute, die trotzdem sehr professionell sind.

Die Night of the Proms ist zu einer echten Marke geworden. Macht das die Verpflichtung der Künstler einfacher?

Vereecke: Ja und nein. Bevor ein Vertrag unterschrieben ist, muss vieles passen. Oft scheitern die Wünsche der Künstler oder auch unsere an der Verfügbarkeit. Wenn jemand gerade im Studio für die Produktion einer neuen CD ist, geht es nicht. Oder wenn jemand selbst auf Tournee ist. Natürlich muss der finanzielle Rahmen passen, usw. usw. Deshalb sind wir auch jetzt schon in den Planungen für die kommenden Tourneen bis 2017.

Haben Sie eine Wunschliste?

Vereecke (lacht): Ja klar, die gibt es. Wir haben viele Wünsche. Wir unterbreiten den Künstlern, die wir verpflichten wollen, Vorschläge. Und dann müssen wir sehen, was machbar ist. Aber, wir können die, wir gerne im Rahmen der Night of the Proms haben würden, nicht bestellen, wie das Essen in einem Restaurant von einer Speisenkarte. Es wird nie gelingen, jeden einzelnen, den man haben möchte, auch zu bekommen.

Aber Sie arbeiten Ihre persönliche Wunschliste ab?

Vereecke: Ständig. Aber sie wird deshalb nicht kleiner, weil das Business ja ständig Nachschub bekommt. Grundsätzlich gilt aber: Die aktuelle ‚Line-Up‘ ist immer die bestmögliche. An unserer Maxime hat sich außerdem nichts geändert. Wir wollen in jedem Jahr immer zumindest das vorherige Niveau halten.

Ein Fixpunkt in der Show ist John Miles. Er war bei fast jeder Show dabei. Was ist das Besondere an ihm?

Vereecke: Er verkörpert mit seiner Hymne „Music“ die Idee, die hinter der NOTP steckt, wie kein anderer. „Pop meets Classic“ ist in diesem Song verankert. Allein die Textzeile „to live without my music, would be impossible to do“ (Anm. d. Red: Ohne Musik zu leben, wäre unmöglich) gibt alles wieder, was und wen wir erreichen wollen. John ist inzwischen ein wirklicher Teil der ‚“roms-Familie“. Ein außergewöhnlich talentierter Musiker, der gut Klavier und noch besser Guitarre spielt und professionell lebt. Außerdem ist er ein wunderbarer Mensch.

Wohin führt der Weg von NOTP?

Vereecke: Ich weiß es nicht. Es gibt immer noch Expansionspläne. Wir sind bei der diesjährigen Tour erstmals in Polen. Das wird sehr spannend. Vielleicht kommt bald Dänemark dazu. Außerdem nehmen die Pläne, über den Großen Teich in die USA zu springen, immer mehr Gestalt an. Verträge gibt es noch nicht, deshalb vertiefe ich die Auskünfte jetzt auch noch nicht.

Die Night of the Proms in den USA? Wäre das ein Schritt in eine andere Dimension?

Vereecke: Ein bisschen schon. Aber wir wollen jetzt nicht über etwas reden, was noch nicht definitiv ist.

Sie sind bei allen Konzerten dabei, obwohl sie humpeln. Was ist passiert?

Vereecke: Meine Frau hat mir zum Geburtstag ein Motorrad geschenkt (Anm. d. Red.: am 17. November), eine BMW C 1. Ich bin bei der allerersten Fahrt mit dieser wunderbaren Maschine nach wenigen Kilometern gestürzt und habe mir das Knie ziemlich lädiert. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, bei allen Konzerten dabei zu sein. Ich habe Verpflichtungen in jeder einzelnen Halle, in der wir spielen. Und denen muss ich nachkommen.

Was wünschen Sie sich für das Konzert in Luxemburg?

Vereecke: Dasselbe wie immer. Dass wir alle Spaß haben.

Herr Vereecke, lokalo bedankt sich für das Interview und wünscht Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Vereecke: Ich bedanke mich bei Ihnen. Bis bald in Luxemburg

Das Interview führte unser Chefredakteur Willi Rausch

Zum Thema:

2 x 2 Premium Seats für Night of the Proms zu gewinnen!
Night of the Proms auf dem Weg nach Luxemburg

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.