„Trier feiert“: Messepark wird zum Ballermann

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TRIER. Jürgen Drews, Michael Wendler, Mickie Krause und viele mehr – das Line-Up von „Trier feiert“ las sich wie ein „Who-is-Who“ der Schlagerszene – zumindest der für Partygänger relevanten.

Fast zwölf Stunden lang, von 13 Uhr bis kurz nach Mitternacht, war die Trierer Messehalle am Samstag fest in der Hand von Schlagerstars und –fans aller Altersklassen. Meike, Nathalie, Alexandra und Fabienne aus Trier hielten schon am Mittag fest: „Wir sind zum dritten Mal hier – es ist wie immer der Wahnsinn.“

„Heute will ich einfach mal die Sau rauslassen“, kündigte Marcus aus Saarburg bereits um 13 Uhr an, als er gerade in der Schlange die letzten Schlucke aus seiner mitgebrachten Bierflasche nahm. Seinem Beispiel folgten die meisten der Besucher im Messepark: Wer niveauvolle Unterhaltung suchte, war bei „Trier feiert“ sicherlich komplett falsch, wer – wie der Großteil der Schlagerfans – jedoch auf Marcus‘ Spuren wandelte, und lediglich zum Trinken, Tanzen und Mitsingen bekannter Gassenhauer zum Party-Marathon gekommen war, kam am gestrigen Samstag voll und ganz auf seine Kosten.  „Erst waren wir skeptisch, aber jetzt sind wir begeistert“, erzählten Alexa und Birgit aus Trier.

Nicht nur die Auftritte auf der Bühne vermittelten dem Besucher das Gefühl, sich mitten in El Arenal auf Mallorca zu befinden, viele der Besucher hatten zum besonderen Anlass ihre Urlaubsshirts mit Aufschriften wie „Malle 2012 – gekotzt wird später“ oder „17. Bundesland wir kommen!“ aus den Schränken geholt. Zentraler Anlaufpunkt in der Messehalle war neben den reich frequentierten Getränkeständen, an denen sich Durstige zu teils günstigen, teils übertrieben wirkenden Preisen mit Bier, Schnaps und Cocktails eindecken konnten, die Bühne, auf der sich den ganzen Tag lang bekannte Gesichter der Stimmungsmusik das Mikrofon in die Hand gaben. Ex-Dschungelcamp-Insasse Willi Herren, Perückenträger Mickie Krause („Schatzi, schenk mir ein Foto“, „Sie hatte nur noch Schuhe an“) der selbsternannte „König von Mallorca“ Jürgen Drews höchstpersönlich und viele mehr gaben sich alle Mühe, den Trierern das Gefühl zu geben, sie befänden sich trotz fehlender Sangria-Eimer mitten im Mega-Park auf Mallorca.

Während Künstler wie Michael Wendler, dessen Bühnentänzerinnen vor allem die männlichen Besucher begeisterten, und Tim Toupet, die Menge zum Kochen brachten, entpuppte sich der Auftritt von Marty Cintron als nicht unbedingt förderlich für die Stimmung. Der Funke zwischen dem Sänger der Pop-Gruppe „No Mercy“, die in den 90ern mit „Where Do You Go“, „When I Die“ und „Please Don’t Go“ mehrere Hits hatte,  und den Trierern wollte einfach nicht überspringen. Dass die Gitarre, auf der Cintron angeblich spielte, überhaupt nicht eingestöpselt war und seine Lippen sich nur selten zeitgleich mit dem Playback bewegten, brachte dem Sänger nur noch mehr Spott der Fans ein.

Das Finale von „Trier feiert“ stellte in diesem Jahr DJ Ötzi dar, der einigen ausgelaugten Fans mit Hits wie „Ein Stern“ und „Hey Baby“ noch einmal neues Leben einhauchte. Um kurz nach Mitternacht verließen die zufriedenen, vom Alkoholkonsum teilweise jedoch sichtlich angeschlagenen Besucher das Trierer Messegelände, die meisten Fans zogen ein durchweg positives Fazit.  Auch die Sicherheitskräfte konnten an diesem Tag zufrieden sein: Bis auf ein paar kleinere Zwischenfälle und Rangeleien war „Trier feiert“ reibungslos über die Bühne gegangen. (jow)

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