Bereitmachen zum „Entern“ – Piratenpartei nominiert Kandidaten zur Kommunalwahl

0

TRIER. Als erste aller Trierer Parteien nominierte die Trierer Piratenpartei am vergangenen Donnerstag ihre Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl im kommenden Jahr. Angeführt wird die Vorschlagsliste von Dr. Darja Hensler, die zuvor bereits als Landratskandidatin für den Kreis Trier-Saarburg einen Achtungserfolg einfahren konnte. Eine Besonderheit des Parteitages stellte die Offenheit der Liste auch für Parteilose dar.


In der Trierer “Scheinbar” hatte sich die Trierer Piratenpartei am vergangenen Donnerstag zusammengefunden, um ihre Kandidatinnen und Kandidaten zur Stadtratswahl im nächsten Jahr zu bestimmen. Während die Piratenpartei bei der Bundestagswahl im September den Einzug ins bundesdeutsche Parlament verpasste, soll es bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Trier anders aussehen. Man hofft auf mindestens zwei Sitze.

Um ihre Vorschlagsliste zu füllen, setzten die Piraten dabei auch auf Trierer ohne Parteizugehörigkeit. So sind etwa ein Drittel der 20 Listenkandidaten parteilos. Zur Spitzenkandidaten wurde allerdings ein bereits relativ bekanntes Gesicht gewählt. Die 35-jährige Biologin Darja Henseler fuhr vor wenigen Wochen bei den Landratswahlen im Kreis Trier-Saarburg mit 5 Prozent der Stimmen bereits einen kleinen Achtungserfolg ein. “Ich freue mich über das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, und darüber, dass wir so viele und so gute Kandidaten auf unserer Liste haben”, erklärte die neue Spitzenkandidatin. “Es ist wichtig darüber mit entscheiden zu können, was in der eigenen Stadt passiert. Deswegen möchte ich mich dafür einsetzen, dass bei städtischen Projekten künftig der Wille der Bürger stärker berücksichtigt wird.” Transparenz und Bürgerbeteiligung sind die vorrangigen Ziele, der sich die junge Truppe um den Trierer Kreisvorsitzenden Thomas Heinen verpflichtet hat. Bereits am vergangenen Sonntag hatte die Partei ein 38-seitiges Kommunalwahlprogramm verabschiedet, das an vielen Stellen sehr abstrakt, aber nicht unverständlich bürgerliche Freiheiten, Verwaltungstransparenz, mehr direkte Demokratie oder mehr gesellschaftliche Teilhabe fordert. Auf das Eingehen zu konkreten wird größtenteils verzichtet, bis auf ein Positionspapier zum Umgang mit dem Investor ECE. Im Mai dieses Jahres hatte das Unternehmen bekanntgegeben, in Trier investieren und zwei neue Shoppingcenter errichten zu wollen. Dies lehnt die Piratenpartei Trier in ihrem Kommunalwahlprogramm deutlich ab. Man wolle nicht, so der Begründungstext, dass durch neue innerstädtische Einkaufszentren der ökonomischen und der kulturellen Entwicklungsperspektive der Trierer Innenstadt nachhaltig geschadet wird. Mit Kritik an der derzeitigen Stadtpolitik spart auch Darja Henseler nicht: “Ein ungenügendes Radwegenetz, ein mittelmäßiger ÖPNV, die Zentrierung auf das Auto und dennoch schlecht geschaltete Ampelschaltungen sind nur einige Beispiele der verfehlten Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte. Gerade als Touristenstadt muss Trier endlich wieder frei durchatmen können, statt in Abgasen und Staus zu versinken.”

Ob die Piraten mit diesen Themen und Forderungen den Stadtrat im nächsten Jahr erstmals “entern” können, wird sich zeigen. Frischen Wind in den Augustinerhof würde die junge Truppe definitiv bringen. 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.