Urteil im Prozess um sexuelle Nötigung

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Trier. Am heutigen Donnerstag wurde der Angeklagte Hetem Z. wegen Vergewaltigung, Körperverletzung in drei Fällen sowie sexueller Nötigung in Tateinheit mit Bedrohung von der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Armin Hardt zu 5 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Ex-Ehefrau im Mai dieses Jahres mit Gewalt zum Sex gezwungen habe.

Martina W., die am heutigen Tag als Zeugin geladen war, schilderte noch einmal deutlich die Vorfälle. Sie hat das Opfer Isabelle Z. in ihrer Funktion als Richterin am Amtsgericht vernommen. Frau Z. habe ihr vollkommen glaubwürdig geschildert, dass ihr Ex-Mann sie gegen ihren Willen zum Sex gezwungen habe und auch außerhalb der Tatnacht körperliche Gewalt ausgeübt habe. Die Nebenklägerin, die am heutigen Sitzungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit nochmals zu den Vorfällen befragt wurde, sei „gefasst, aber schon betroffen“ gewesen, schilderte Martina W. ihre Eindrücke.

Zeuge Erdoran V., ein langjähriger Freund des Angeklagten, konnte nur wenig zur Entlastung von Hetem Z. beisteuern. Zwar kenne er den Angeklagten sehr lange, wisse aber auch, dass „er sehr impulsiv ist und schnell an die Decke gehen kann. Aber das ist unsere Mentalität“, entschuldigte der Zeuge das Verhalten des Angeklagten. Er habe jedoch nie Gewalt mitbekommen, weder gegen ihn, noch gegen Dritte. „Ich kann nicht verstehen, was da passiert ist. Hetem hat mir immer gesagt, dass es besser läuft und die beiden sich wieder annähern.“

Auch das Gutachten von Dr. Sylvia Leuphold konnte den Angeklagten nicht entlasten. So stellte die Sachverständige fest, dass Hetem Z. in keiner Weise vermindert schuldfähig ist. So habe er keine körperlichen Einschränkungen und auch seine kognitiven Fähigkeiten sind im normalen Rahmen. Zwar sei seine Persönlichkeit stark egozentrisch und patriarchalisch ausgerichtet, und er habe ein erhöhtes Stressempfinden – allerdings reichen diese Beweggründe nicht, um ihm eine verminderte Schuld zuschreiben zu können.

Einen Antrag auf Erstellung eines Gutachtens bezüglich der Glaubwürdigkeit von Isabelle Z. wies das Gericht zurück. Es gebe keinen Grund, die Aussagen der Zeugin und Nebenklägerin durch ein Gutachten auf psychiatrische und psychologische Weise überprüfen zu lassen.        

Richter Hardt sagte in seiner Urteilsbegründung, „die Kammer  hat keine Zweifel an der Aussage der Zeugin Isabelle Z.“, sie sei „glaubwürdig, detailreich und schlüssig.“ Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag von Staatsanwältin Stefanie Wöste, die 5 Jahre und 3 Monate Gesamtfreiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert hatte.

Der Angeklagte bleibt damit weiterhin in Haft. Ihm droht zudem auch eine Abschiebung. Allerdings ist das Urteil noch nichts rechtskräftig. Die Verteidigung kann noch das Rechtsmittel der Revision einlegen. (bas)

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