Erste Vorboten des Winters auf regionalem Arbeitsmarkt

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TRIER. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im November ist saisonüblich. In diesem Jahr fällt er jedoch moderat aus. 213 Menschen mehr als vier Wochen zuvor sind arbeitslos. Im vergangen Jahr lag der Zuwachs von Oktober auf November bei 320 Männer und Frauen – also rund 100 Personen mehr als in diesem Jahr. Die Quote steigt leicht von 3,8 auf 3,9 Prozent.

Für Agenturchef Wilhelmi ist das jedoch kein Anlass zur Freude: „Wir sind in der Region Trier sehr stark von der saisonalen Auftragslage in der Gastronomie und im Bau abhängig. Durch den langen Winter, fast bis in den Mai hinein, hat sich die Saison in diesem Jahr leicht nach hinten verschoben. Viele Angestellte befinden sich derzeit noch in ihren Betrieben. Wann genau sie entlassen werden, hängt neben dem Wetter auch von Feiertags- und Ferienterminen ab.“

Einen Blick auf die Berufe der Menschen, die in den letzten Wochen arbeitslos geworden sind, bestätigt die These von der saisongeprägten regionalen Wirtschaft. Viele haben zuvor auf dem Bau, in der Verkehrs- und Logistikbranche oder im Tourismus gearbeitet. Hinzu kommt, dass im November insbesondere die Arbeitslosigkeit bei den Kunden gestiegen ist, die von der Arbeitsagentur betreut werden – und zwar um 225 Personen. „Es handelt sich um Männer und Frauen, die erst seit kurzem arbeitslos und entsprechend qualifiziert sind. Sie haben gute Chancen schnell, spätestens aber im nächsten Frühjahr, wieder einen Job zu finden“, erklärt der Behördenleiter. Die Arbeitslosigkeit, der im Jobcenter registrierten Bürger, also der Hartz-IV-Empfänger, ist hingegen sogar gesunken. Dieser Bereich ist weniger von saisonalen Zyklen abhängig.

Damit Beschäftigte der Hotellerie und Gastronomie die Winterpause sinnvoll nutzen können, bietet die Agentur für Arbeit ein speziell auf die Region zugeschnittenes Weiterbildungsprogramm an. In einer Gesamtlaufzeit von sechs Monaten drücken berufserfahrene Servicekräfte und Küchenhilfen die Schulbank und besuchen unterschiedliche Praxisseminare. Am Ende steht die IHK-Gesellenprüfung für Hotel- oder Restaurantfachleute, zum Koch oder zur Köchin oder zur Fachkraft in der Systemgastronomie. Betriebe gewinnen so qualifizierte Mitarbeiter, Angestellte oder Arbeitslose einen anerkannten Abschluss. Im letzten Jahr haben so zehn Frauen und Männer ihren Berufsabschluss nachgeholt.

Bestand an Arbeitslosen und Bewegungsdaten
Die Arbeitslosigkeit ist im November leicht gestiegen. Aktuell sind in der Region Trier 10.799 Menschen ohne Job. Das sind 213 Personen mehr als einen Monat zuvor und 918 mehr als vor einem Jahr. Dennoch hat in diesem Jahr die Arbeitslosigkeit von Oktober auf November weniger zugenommen als in 2012.
In den letzten vier Wochen konnten 2.792 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. 3.013 Männer und Frauen mussten sich neu oder erneut arbeitslos melden.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote ist leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent gestiegen. Dieser moderate Anstieg ist saisonüblich. Im letzten Jahr betrug die Arbeitslosenquote im November 3,6 Prozent.

Stellenangebote
Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im November 830 neue Arbeitsstellen gemeldet. Seit Jahresbeginn sind es insgesamt 10.016 Stellenangebote, die vom Arbeitgeber-Service betreut wurden. 2.283 Arbeitsstellen sind derzeit noch unbesetzt. In den letzten vier Wochen wurden im Handel, im verarbeitenden Gewerbe, in der Zeitarbeit, im Dienstleistungssektor und in sozialen Berufen zahlreiche neue Stellenangebote ausgeschrieben.
Personengruppen – jugendliche und ältere Arbeitslose, Frauen und Männer
Aktuell sind 5.784 Männer und 5.015 Frauen in der Region arbeitslos. Unter ihnen befinden sich wiederum 1.292 unter 25-Jährige und 3.667 über 50-Jährige. Bis auf die Jüngeren, haben alle Personengruppen die ersten Anzeichen des Winters zu spüren bekommen. Bei ihnen ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Nur bei den unter 25-Jährigen ist der Trend gegenläufig. Hier ist die Arbeitslosigkeit leicht gesunken. Acht Menschen weniger als einen Monat zuvor sind arbeitslos.
Blick in die einzelnen Regionen

Stadt Trier
Die Stadt Trier trotzt bisher noch dem Wintereinbruch auf dem Arbeitsmarkt. Mit 21 Personen weniger ist die Arbeitslosigkeit leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 5,3 Prozent. Auch gegenüber dem Vorjahr ist die Quote nur sehr gering um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Während im gesamten Bezirk die Jüngeren noch nichts vom rauer werdenden Klima spüren, zeigt sich in der Stadt Trier ein genau gegenläufiges Bild. In der Moselmetropole ist nur die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen mit 11 zusätzlichen arbeitslosen Menschen leicht gestiegen. Bei allen anderen – den Männern, den Frauen, den Älteren und den Ausländern – ist sie gefallen. In der Stadt Trier haben derzeit insgesamt 2.908 Menschen keinen Job.

Landkreis Bernkastel-Wittlich
Im Landkreis Bernkastel-Wittlich waren im November 2.189 Männer und Frauen ohne Job, dies sind 117 mehr als im Oktober dieses Jahres und 305 mehr als im November des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte nach oben geklettert und liegt aktuell bei 3,6 Prozent. Sie liegt damit 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit macht sich insbesondere bei Kunden, die in der Arbeitsagentur betreut werden, bemerkbar. Sie sind häufig erst seit kurzem arbeitslos und haben Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das ist typisch für einen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Menschen verlieren über Winter ihren Job und werden im Frühjahr, sobald die Saison auf dem Bau und in der Gastronomie anzieht, wieder eingestellt.

Eifelkreis Bitburg-Prüm
Der Arbeitsmarkt im Eifelkreis zeigt sich – wie bereits einen Monat zuvor – auch im November nahezu unverändert. Die Quote steigt leicht auf 3,2 Prozent, 30 Personen mehr als im Oktober sind arbeitslos. Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote jedoch um 0,4 Prozentpunkte angewachsen, 176 Personen mehr sind arbeitslos gemeldet. Aktuell sind insgesamt 1.585 Menschen ohne Job, 866 Männer und 719 Frauen. Während die Arbeitslosigkeit bei den Männern gestiegen ist, hat sie sich bei den Frauen reduziert. Hinter der Zahl aller Arbeitslosen verbergen sich 230 unter 25-Jährige, 479 über 50-Jährige und 164 Ausländer.

Kreis Vulkaneifel
In der Vulkaneifel waren im November 1.458 Menschen ohne Job, dies sind gegenüber dem Oktober 56 Personen mehr. Dementsprechend hat sich auch die Arbeitslosenquote erhöht. Sie ist um 0,2 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent geklettert. Im letzten Jahr betrug die Arbeitslosenquote 4,1 Prozent. Am stärksten gestiegen, im Vergleich zum Vormonat, ist die Arbeitslosigkeit bei den Älteren. Bei den Jüngeren ist sie hingegen sogar leicht rückläufig.

Landkreis Trier-Saarburg
Der Arbeitsmarkt im Landkreis Trier-Saarburg zeigt sich robust. 31 Personen mehr als im Vormonat sind arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote pendelt sich unverändert bei 3,4 Prozent ein. Bemüht man den Vorjahresvergleich, ist sie jedoch um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Aktuell sind im Trierer Umland 2.659 Menschen ohne Job, 1.407 Männer und 1.252 Frauen. Unter allen Arbeitslosen befinden sich 292 Jüngere, 946 Ältere und 316 Ausländer. (red)

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