Prozess gegen Dimitry J. fortgesetzt

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TRIER. Am heutigen Mittwoch wurde der Prozess gegen den 30-jährigen Dimitry J. aus Wittlich fortgesetzt. Dem gebürtigen Russen wird vorgeworfen, am 26. Mai 2013 zwei Bekannte mit einem Messer sowie einer Axt schwer verletzt zu haben (lokalo berichtete).

Zum Auftakt des heutigen Verhandlungstages wurde zuerst der Zeuge Hans-Peter N. vernommen, der kurze Zeit nach der Tat die vermeintliche Tatwaffe während Gartenarbeiten auf einem Firmengelände in einer Hecke fand. Nach seiner Aussage sah der 73-jährige Rentner etwas blinken und erkannte ein Messer, welches er zwei Tage später, nachdem der Inhaber der Firma ihn auf die Suche der Polizei aufmerksam gemacht hatte, an einen Stammtischkollegen weitergab, der bei der Polizei in Wittlich arbeitet. Nach seiner Aussage identifizierte N. das Messer sowie die Fundstelle anhand von Fotos.

Nächster Zeuge war Polizeikommissar S. aus Wittlich. Dieser führte ab Juni 2013 die Ermittlungen in dem Fall. Er gab zu Protokoll, dass mehrere Zeugen in diesem Fall eingeschüchtert und bedrängt worden sein sollen, ihre Aussagen vor Gericht zu überdenken.

Dr. med. Jürgen M. aus dem Wittlicher Krankenhaus war sowohl als medizinischer Sachverständiger, als auch als Zeuge zum Prozess geladen. Der 43-jährige Anästhesist hatte das Opfer Victor K. im Krankenhaus betreut. Er gab zu Protokoll, dass die angelegte Thoraxdrainage, die K. zum Ausgleich des Lungendrucks nach dem Messerstich gelegt wurde, lebensrettend war, da die Verletzung grundsätzlich tödlich hätte enden können. Über die Stichtiefe bzw. inwieweit die Lunge touchiert wurde, konnte er allerdings keine Angaben machen.

Als nächstes war die 29-jährige Tatjana D. geladen, die Metzgereifachverkäuferin war zwischen November 2005 und Frühling 2007 mit dem Opfer Victor K. liiert und hat mit ihm eine gemeinsame Tochter. Sie gab zu Protokoll, dass der Angeklagte stets romantischen Kontakt zu ihr suchte, weswegen Victor K. des öfteren mit Eifersucht reagierte. Sie gab ferner an, dass sich die beiden Männer wegen dieser Konstellation hassen würden.

Nach der Aussage von Tatjana D. zitierte die Staatsanwaltschaft Telefongespräche zwischen dem Angeklagten und dem von polizeilicher Seite abgehörten Valeri D., in denen Dimitry J. ankündigte, das Opfer „kalt machen“ zu wollen. Die Verteidigung reklamierte jedoch, dass die Übersetzung fehlerhaft sei und die betreffende Passage auch mit „niederschlagen“ übersetzt werden könne. Eine simultane Übersetzung der Telefongespräche soll am nächsten Prozesstag, am 05. Dezember, die Frage klären.

Zum Abschluss des heutigen Verhandlungstages gab der Sachverständige Prof. Dr. Breitmeier eine erste allgemeine Stellungnahme zum Tatgeschehen und zu den Aussagen des Zeugen Dr. Jürgen M., die er bestätigen konnte. Ferner hält Breitmeier beide möglichen Tathergänge, sowohl die von Dimitry J. geschilderte Variante, in der er vom Opfer Victor K. Mit einem Messer attackiert und J. diesen Angriff mit einem kampfsportlichen Mannöver abgewehrt und den Arm des Opfers nach hinten gedreht habe, wobei sich dieser selbst mit dem Messer verletzte, als auch die, das J. aktiv zustach, für möglich.

Der Prozess wird am 05. Dezember fortgesetzt. (ros)

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