Das Eifel-Literatur-Festival 2014 ist startklar

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PRÜM. Die Vorfreude auf das 11. Eifel-Literatur-Festival ist groß. Nicht nur bei den Literaturfreunden der Region, sondern längst weit über deren Grenzen hinaus. Besonders groß natürlich bei dem Prümer Literaturwissenschaftler Dr. Josef Zierden, dem Vater, Urheber und Organisator dieser Veranstaltung, die den Kinderschuhen längst entwachsen ist.

Obwohl das Festival eine weitaus geringere Förderung erfährt als andere Events der Großregion und insbesondere in Trier, ist es längst zu einem Begriff weit über die Grenzen von Eifel, Mosel und Hunsrück hinaus geworden. Die rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Doris Ahnen, hat das Eifel-Literatur-Festival (ELF) mit dem Satz „das literarische Flaggschiff des Kultursommers Rheinland-Pfalz“ geadelt.

Am heutigen Montag hat Dr. Josef Zierden in einer Pressekonferenz im „Haus des Gastes“ in Prüm das Programm für 2014 vorgestellt. Die Erfolgsgeschichte dieser Veranstaltung, deren erstes Kapitel 1994 noch mit ausschließlich in der Eifel beheimateten Autoren geschrieben wurde, wird auch 2014 weiter gehen. Das Programmheft für das kommende Jahr – natürlich auch von Zierden verfasst – charakterisiert das ELF so: Vom Nobelpreisträger für Literatur bis zum literarischen Geheimtipp, vom Romanvirtuosen bis zum Sachbuchautor: Prominent, bedeutend, abwechslungsreich, in jedem Falle aber eine Entdeckung wert sind die Autorinnen und Autoren des Eifel-Literatur-Festivals – und sind es auch in 2014. Ein „Who-is-Who“ der deutschen Gegenwartsliteratur. Zu Gast in kleinen Orten der Eifel, vor großem und begeisterungsfähigem Publikum, das keine Anfahrtswege scheut. Ein Besuchermagnet seit vielen Jahren.

Das Selbstbewusstsein ist begründet. Zierden leitet die renommierteste Literatur-Veranstaltungsreihe der Großregion. Wer sonst kann sich schon rühmen, mit Günter Grass und Herta Müller zwei Nobelpreisträger auf die Bühne gebracht zu haben. Auch die nun vorgestellte 11. Auflage, wird Spuren hinterlassen, obwohl sie gegenüber den Vorjahren deutlich gestrafft wurde. „Nur neun“, statt wie zuletzt 24 einzelne Events, muten auf den ersten Blick wie ein Rückschritt an. Dem widerspricht der 59-jährige Studiendirektor am St.-Matthias-Gymnasium in Gerolstein: „Die Qualität wird unverändert hoch sein. Genau deshalb haben wir (Anm. d. Red.: Zum Team gehört auch Ehefrau Birgit) das Paket enger geschnürt.“ Der organisatorische Aufwand sollte dem „Familienunternehmen Zierden“ nicht über den Kopf wachsen und auf diese Weise zu einem Qualitätsverlust führen. Schließlich muss der gebürtige Prümer den größten Teil des Etats von rund 100 000 Euro über Einnahmen aus dem Sponsoring stemmen. „Ich bewege mich oft in dünner Luft“, lautet Zierdens Kernaussage über den sich ständig wiederholenden Balanceakt. Hellseherische Fähigkeiten sind dennoch nicht vonnöten, um auch dem nun vorgestellten Programm beste Erfolgsaussichten zu prognostizieren. Wegen der geringeren Zahl der Veranstaltung wird der letztjährige Besucherrekord 15 000 nicht gebrochen werden.

„Ich habe einen breiten Literaturbegriff“, sagt Zierden über sich selbst, und meint damit, dass er Autoren der Belletristik jeder Richtung auf seinem Wunschzettel hat, wie auch die Verfasser von Sachbüchern eines jeden Genres. Der Start des 11. ELF erfolgt am 9. April 2014 mit Pater Anselm Grün im Wittlicher Eventum, das erstmals Gastgeber einer Festival-Veranstaltung sein wird. Grün, dessen Eltern aus der Eifel stammen, kommt mit seinem Buch „Die hohe Kunst des Älterwerdens“. Ihm folgen bis zum Schlussakkord ausschließlich Hochkaräter, die lokalo beginnend im kommenden Jahr in einer eigenen „ELF-Reihe“ vorstellen wird. Viele Autoren (Anm. d. Red.: die komplette Veranstaltungsreihe finden Sie in unserer Info-Box) haben nicht nur gemeinsam, dass sie Dauergäste in der Spiegel-Bestseller-Liste sind, sondern sich auch rar machen, was öffentliche Auftritte angeht. Wie Florian Illies (u.a.: Generation Golf; 1913 – Der Sommer eines Jahrhunderts). Einer jener Schriftsteller, bei dem sich Zierden sicher wieder mit der Fragen konfrontiert sehen wird: „Wie sind Sie denn an den gekommen?“ Seine Antwort darauf wird wahrscheinlich ein wissendes Schmunzeln sein.

Der „Prümer Literaturpapst“ verfügt inzwischen über ein exzellentes Netzwerk, dass es ihn in die Lage versetzt hat, aus den Anfängen als regionales Festival in die Riege der bundesweit meistbeachteten Veranstaltungen aufzusteigen. Nach der Besetzung des 2014er Festivals befragt, zeigt sich der Lehrer für Deutsch und Geschichte mehr als glücklich: „Wir haben eine Traumbesetzung.“ Vor der „Abstimmung mit den Füßen“ der Festival-Besucher hat er keine Angst. Sein Credo lautet: „Die Zufriedenheit des zahlenden Publikums war und bleibt unser größtes Kapital. Wir bringen die Autoren zu den Lesern und umgekehrt. Das war so, ist so und bleibt so.“ Laura Dolfen/Willi Rausch

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