Zeichen beim Klimaschutz setzen

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TRIER.Die Großregion Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz-Wallonie soll europäisches Vorbild im Bereich des Klimaschutzes und der Energiewende werden.

Am Donnerstag stellten die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Evelin Lemke (Bündnis 90/Grüne), ihr saarländischer Kollege Heiko Maas, Samuel Meunier, stellvertretender Direktor bei der Regionaldirektion des Ministeriums für Umwelt, Nachhaltige Entwicklung und Energie (DREAL Lorraine), Rudi Müller, Präsident des Interregionalen Rates der Handwerkskammern und der Handwerkskammer Trier sowie ein Vertreter der Universität der Großregion grenzüberschreitende Ansätze für die Energiewende vor. Ort der Veranstaltung war das Konferenzzentrum der Europäischen Rechtsakademie (ERA) in Trier.

Die Großregion, welche die deutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland, den belgischen Teilstaat Wallonien, die französische Region Lothringen und das Großherzogtum Luxemburg umfasst, ist mit 200 000 Grenzgängern der größte transnationale Arbeitsmarkt Europas. Nun soll die Region im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz auch Musterbeispiel Europas werden. Erst kürzlich gewann die Region Trier den Wettbewerb „RES Champions League 2013“ (Anm. d. Red.: RES steht für Renewable Energy Sources) für den durchdachten und planvollen Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Der Kongress diene dazu, grenzüberschreitende Ansätze weiter zu vernetzen und die gemeinsamen Anstrengungen für Klimaschutz zu stärken, betonte Evelin Lemke. „Wir wollen Hemmnisse bei der Zusammenarbeit herausfinden und bewältigen, in Unternehmen, in Verwaltungen und im alltäglichen Miteinander.“ Zu den Koordinationsaufgaben in der Großregion gehören die gemeinsamen Planungen zur Raumentwicklung, der Ausbau der Netze oder die Nutzung von Energie. EU-Rahmensetzungen sollen hierfür harmonisiert werden, um den grenzüberschreitenden Stromhandel zu fördern.

Das gemeinsame Projekt soll ein Signal nach Brüssel senden, welches verdeutlicht, dass der sichere, nachhaltige und bezahlbare Wandel hin zu Erneuerbaren Energien gelingen kann. Noch ist die überwiegende Zahl der EU-Mitgliedsstaaten gegenüber den erneuerbaren Energien skeptisch eingestellt und setzt auf herkömmliche Energielieferanten wie Kohle- und Atomkraft. So auch das Nachbarland Frankreich, wo man bisher noch 75% des eigenen Energiebedarfs aus Atommeilern bezieht. Hierzu zählt auch das störanfällige Atomkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze. Bis 2025 soll der Anteil des Atomstroms jedoch auf 50 Prozent reduziert werden. „Mit einem ehrgeizigen Ziel setzt sich Frankreich für die Ökologiewende ein. Die ‚Faktor 4‘-Strategie plant die Vierteilung der Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050“, erläutert der stellvertretende Direktor bei DREAL Lorraine Samuel Meunier. Ebenso zeigte sich Wirtschaftsministerin Lemke zuversichtlich, dass Cattenom durch den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region in Zukunft in der französischen Energieplanung überflüssig werden könnte.

Eine beträchtliche Rolle bei der praktischen Umsetzung des Energiesparens, dem Einsatz innovativer Technologien und umweltfreundlicher Materialien werden die Handwerksunternehmen der Region spielen. Daher engagiert sich der Interregionale Rat der Handwerkskammern (IRH) Saar-Lor-Lux dafür, dass bürokratische Hürden im Nachbarland für Unternehmen leichter überwindbar werden. HWK-Präsident Rudi Müller betonte außerdem die Wichtigkeit eines einheitlichen Qualifikationsrahmens, die Beibehaltung des Meisterbriefes, sowie einheitliche Ausbildungsgänge und Abschlüsse. Durch die Umgestaltung der Energieversorgung und die damit verbundene Steigerung der Energieeffizienz sei äußerst anspruchsvolles Fachwissen erforderlich, weswegen die Beibehaltung des Meisterbriefes unumgänglich sei. Zurzeit wird die Zukunft des Meisterbriefes noch im Bundesrat verhandelt.

Auch die Universität der Großregion möchte sich mit gemeinsamen Forschungsprojekten, einer erhöhten Mobilität der studierenden und der Vernetzung innovativer Ideen, etwa auf dem Feld der Energiewende, an länderübergreifenden Kooperationen beteiligen und somit einen Beitrag zur Energiewende leisten. Der Verbund der Universitäten der Großregion umfasst die TU Kaiserslautern, die Université de Liège, die Université de Lorraine, die Universität Luxemburg und die Universität Trier.

Auf konkrete Projekte wollte man sich am Donnerstag noch nicht festlegen. Zuerst soll geprüft werden, welche Vorhaben durch EU-Maßnahmen unterstützt werden können. Marilena Häring

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