Schüsse auf Polizeibeamte aus fahrendem Fahrzeug

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TRIER. Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen einen 39-jährigen und zwei 27-jährige Männer, die alle in Belgien wohnhaft waren, Anklage wegen versuchten Mordes und Verstoßes gegen das Waffengesetz zum Landgericht Trier erhoben.

Die zunächst in Belgien und nunmehr seit August in Deutschland in Untersuchungshaft sitzenden Beschuldigten hatten sich nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen am 11. April mit einem Fahrzeug mit gestohlenen deutschen Kennzeichen von Belgien aus in das Bundesgebiet aufgemacht, um dort im Bereich Bleialf eine Bank unter Einsatz von Schusswaffen zu überfallen. Sie führten zu diesem Zweck unter anderem zwei illegale scharfe Schusswaffen und Sturmhauben mit sich.

Auf dem Weg zu dem geplanten Überfall fielen die Beschuldigten in der Ortslage Bleialf Beamten der Kriminalinspektion Trier auf. Als die Beschuldigten sich einer Polizeikontrolle gegenüber sahen, durchbrachen sie eine Straßensperre und flüchteten über die L 17 in Richtung Belgien. Während der Flucht gaben die Beschuldigten mehrfach gezielt Schüsse auf die sie verfolgenden Polizeifahrzeuge ab. Ein Fahrzeug wurde dabei von einem Projektil getroffen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Beschuldigten bewusst waren, dass jeder der gezielt auf die Fahrzeuge abgegebenen Schüsse geeignet war, tödliche Verletzungen bei den Fahrzeuginsassen hervorzurufen. Sie nahmen dies jedoch in Kauf, da es ihnen darauf ankam, nicht von den Polizeibeamten kontrolliert und festgenommen zu werden. Sie befürchteten, dass die nach Deutschland eingeschmuggelten Waffen entdeckt werden und sie bezüglich des geplanten bewaffneten Banküberfalls in Deutschland strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden würden. Dies wollten sie um jeden Peis verhindern.

Die Beschuldigten, die schließlich in Belgien das Fluchtfahrzeug abgestellt und zu Fuß weiter geflüchtet waren, konnten schließlich durch belgische Polizeibeamte in der Nähe eines Waldgebietes bei Breitfeld/Belgien festgenommen werden. Sie wurden aufgrund eines europäischen Haftbefehls nach Deutschland ausgeliefert und der Staatsanwaltschaft Tier übergeben. Die Zusammenarbeit mit den belgischen Behörden gestaltete sich dabei eng und reibungslos.

Die Beschuldigten stehen zudem im Verdacht, im Bereich der Staatsanwaltschaften Düsseldorf und Aachen in der Vergangenheit bereits zahlreiche bewaffnete Raubüberfälle auf Kreditinstitute verübt zu haben. Der Ausgang der von diesen Behörden geführten Verfahren konnte nicht abgewartet werden.

Das Landgericht wird nunmehr über die Zulassung der Anklage entscheiden. Ein Termin für eine Hauptverhandlung steht noch nicht fest. (red)

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