Prozess um sexuelle Nötigung fortgesetzt

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TRIER. In der heutigen Fortsetzung im Prozess gegen den 33-jährigen Hetem Z. aus Konz wegen sexueller Nötigung belasteten die heute gehörten Zeugen den Angeklagten schwer. So soll Gewalt in den Beziehungen des Kosovaren an der Tagesordnung gewesen sein. Insgesamt wurden in der heutigen Sitzung der 3.Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Armin Hardt zwölf mehr oder weniger hilfreiche Zeugen vernommen.

Zu Beginn der Verhandlung wurde die Ex-Schwägerin des Angeklagten angehört. Unter Tränen berichtete Pia W. über das, was ihre Schwester ihr berichtet hat. So soll der Angeklagte das Opfer nach einer Nachtschicht im „Eurener Hof“ in der Wohnung die komplette Nacht in die Ecke gestellt haben, da sie nicht direkt nach der Arbeit nach Hause gekommen sei, sondern mit Arbeitskollegen noch einen „Absacker“ getrunken habe. „Es gab immer Gewalt hinter verschlossenen Türen. Er hatte oft Wutanfälle, verschaffte sich Zutritt zur Wohnung meiner Schwester, drückte Zigaretten auf ihr aus, verpasste ihr ‚blaue Augen‘ und auch sexuelle Übergriffe gab es“, beschrieb die sichtlich mitgenommene Schwester des Opfers. Auch über die im Raum stehende Vergewaltigung habe ihre Schwester sie informiert. So habe Hetem Z. das Opfer ins Auto gezerrt, sei mit ihr auf einen Parkplatz gefahren, wo er ihr drohte, sie mit einer im Kofferraum liegenden Waffe zu erschießen. Der Angeklagte sei dann aber in Tränen ausgebrochen, so dass „meine Schwester ihn überzeugen konnte, sie nach Hause zu fahren. Allerdings kam er später noch einmal zur Wohnung. Meine Schwester hat ihn aufgefordert zu gehen, allerdings tat er dies nicht.“ Dann habe Z. sie ins Schlafzimmer geschoben und dort zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

Auch die Aussage der Ex-Freundin Dagmar M., mit der Z. bereits während der Ehe eine Affäre hatte, zeichnete ein Bild von einem „impulsiven, gewalttätigen und leicht reizbaren Mann.“  Auch sie habe in der vierjährigen Beziehung mehrfach „blaue Augen“ und Würgemale davongetragen.  

Beide Aussagen decken sich auch mit der Aussage des leitenden Ermittlers in diesem Verfahren, Alfred H. von der Polizei Trier.

Auch eine verlesene ärztliche Bescheinigung, die die Brandverletzungen bestätigte, trug nicht zur Unschuldsvermutung bei.

Einzig Hoqif Z., Bruder des Angeklagten und die von ihrer Schweigepflicht entbundene Ärztin Mirja L., entlasteten Hetem Z. So sagte der Bruder aus, dass er eine „gute Ehe“ mitbekommen habe und Hetem ein „ruhiger und freundlicher Mensch“ sei.

Zeugin L., die das Opfer in der Nacht der angeblichen Vergewaltigung im Mutterhaus untersucht hatte, konnte keine Symptome für eine Vergewaltigung feststellen. Weder äußere noch innere Verletzungen waren festzustellen. Sie sei „psychisch angekratzt gewesen“, dies reiche für die Ärztin allerdings nicht als Beweis für eine Vergewaltigung.

Der Prozess wird am kommenden Donnerstag, den 28. November um 9 Uhr fortgesetzt. Dann wird auch die Ex-Ehefrau und Nebenklägerin Isabelle Z. geladen, um noch offen gebliebene Fragen zu beantworten.

Außerdem wird an diesem Tag auch ein Urteil in diesem Prozess erwartet. Der Angeklagte bleibt bis dahin weiter in Untersuchungshaft. (bas)

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