Teilgeständnis des Angeklagten

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TRIER. Am heutigen Dienstag wurde der Prozess gegen den33-jährigen Hetem Z. aus Konz vor dem Landgericht Trier fortgesetzt. Er soll im Mai 2013 seiner Ex-Frau vor einem Hotel aufgelauert und diese in Auto gestoßen haben. In ihrer Wohnung kam es zum Geschlechtsverkehr, obwohl sie sich vehement dagegen gewehrt haben soll. Darüber hinaus soll Z. die Frau mehrmals gewürgt haben. In der heutigen Verhandlung äußerte sich der Angeklagte zu den Tatvorwürfen.

Der gebürtige Kosovare muss sich seit dem 04. November vor dem Landgericht Trier verantworten. Während des ersten Verhandlungstermins wurde lediglich die Anklageschrift von der Staatsanwältin Stefanie Wöste verlesen, da die Gutachterin, Dr. Sylvia Leupold, an diesem Tage verhindert war.

Zu Beginn des heutigen Prozesstages informierte die Strafverteidigerin von Z., Martha Schwiering aus Trier, dass ihr Mandant aussagen werde. Der Konzer berichtete zunächst von seiner Jugend. Er ist bei seinen Eltern im Kosovo auf einem Bauernhof aufgewachsen. Die Beziehung zu seinem Vater beschreibt er als schwierig, da dieser sehr streng war. Im Alter von 15 Jahren ist er erstmals zu seinen Großeltern nach Deutschland geflohen. Dort verbrachte knappe 12 Monate, ehe er wieder in seine Heimat zurückflog. Mit 18 Jahren flog er zurück nach Deutschland und lernte seine zukünftige Ehefrau kennen.

Kurze Zeit später wurde die Frau schwanger und das Pärchen heiratete.  Die ersten Jahre verliefen harmonisch und Z. sprach von einer „glücklichen Beziehung“. Im Jahr 2009 lernte der Angeklagte eine Hotelmanagerin kennen, mit der er eine Affäre einging. Seine Frau wusste von der Sache zunächst nichts. Als bei Z. Ende des Jahres Hodenkrebs diagnostiziert wurde, sollte sich sein Leben schlagartig ändern. Der Arzt riet ihm zu einer Chemotherapie. „Ich hatte Angst um mein Leben“, sagte der Angeklagte. Z. hatte viel Glück, dass der Krebs recht früh erkannt worden war und die Chemotherapie anschlug. Doch auf die positive Nachricht folgte schlagartig eine weitere negative. Seine Frau hatte ihn beim Geschlechtsverkehr mit seiner Geliebten beobachtet und entsprechende Konsequenzen gezogen. Sie trennte sich von ihm. Das stürzte Z. in eine weitere Krise, da er vor allem seine beiden Kinder nicht verlieren wollte. Aus purer Verzweiflung suchte er in der Folgezeit mehrmals das Gespräch mit seiner Frau, bis sie irgendwann einwilligte. Z. schwor ihr, die Affäre beendet zu haben und sich nicht mehr mit seiner Geliebten zu treffen. Das Gespräch gipfelte in einem lautstarken Streit an dessen Ende Z. seiner Ex-Frau mit der flachen Hand ins Gesicht schlug. Daraufhin wurde die Polizei verständigt und der Angeklagte musste die Wohnung verlassen. Neben dem Verbot, die Wohnung aufzusuchen, durfte Z. auch keinen Kontakt zu seinen Kindern herstellen. Darunter litt er am meisten.

Ab Februar 2013 kamen sich beide wieder näher. Zunächst begann es mit Telefonaten und E-Mails. An seinem Geburtstag war Z. schließlich von seiner Ex-Frau eingeladen worden. Doch gefeiert wurde nicht. Es kam zu einem Streit zwischen seiner Tochter und seiner Frau. Daraufhin griff Z. den Arm des Kindes und wollte mit ihm reden. Doch das Kind schlug seinen Vater in den Unterleib. Gekränkt und enttäuscht fuhr Z. wieder nach Hause. Ihm war nicht mehr zum Feiern zu Mute. Nach einiger Zeit fiel ihm in seiner Wohnung die Decke auf den Kopf und er versuchte seine ehemalige Partnerin telefonisch zu erreichen. Ohne Erfolg. Er fuhr erneut zu ihrer Wohnung und stellte fest, dass sie nicht mehr zu Hause war. „Ich war mir sicher, dass sie bei der Arbeit ist“, so der Angeklagte.

Als er beim Hotel ankam, sah er ihr Auto auf einem Parkplatz. Er wartete einige Zeit, bis die Frau um kurz nach 23 Uhr zu ihrem Auto kam, stieg aus dem Wagen aus und forderte die Frau auf, mit ihm zu kommen. Dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft, dass er die Frau auf die Rückbank geschubst habe, widersprach Z. Vielmehr soll sich seine Partnerin freiwillig zu ihm ins Auto gesetzt haben. Auch eine Drohung habe er nicht ausgesprochen. Im Auto hätten sich beide ausgesprochen und sich auf ein Treffen in den folgenden Tagen geeinigt.

Nur zwei Tage später wurde Z. von seiner Ex-Frau zum Essen eingeladen. Der Abend sei sehr harmonisch verlaufen und hätte im Ehebett geendet. Laut Anklage soll der Konzer die Frau aber zum Sex gezwungen haben. Auch dem widersprach er vehement. „Beide Seiten wollten es“, behauptet er.
Zu den weiteren Tatvorwürfen äußerte sich der Angeklagte wie folgt:
Ab November 2012 habe er sich wieder regelmäßig mit seiner ehemaligen Affäre M. getroffen. Im Dezember sollen beide eine Diskothek in Trier aufgesucht haben. Dort sei es zum Streit gekommen, woraufhin er die Frau an den Haaren gepackt und aus der Diskothek herausgezerrt haben soll. Anschließend habe er sie an beiden Handgelenken ergriffen und hinter sich her nach draußen gezerrt. Dort habe sie sich von ihm befreien können. Diese Tat räumte der Angeklagte ein.

Im Frühjahr 2011 habe er die Zeugin M. ohne Grund oder Anlass im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung in ihrer Wohnung mit der flachen Hand derart heftig geschlagen, dass sie ein Hämatom am Auge erlitten habe. Bei mindestens zwei weiteren Gelegenheiten im Zeitraum zwischen 2009 und 2012 habe der Angeklagte die Zeugin M. im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung getreten und derart heftig gewürgt, dass sie Atemnot erlitten habe. Auch diese Vorwürfe bestätigte Z., fügte aber hinzu, er habe die Frau nur kurz gewürgt.
Neben der umfangreichen Einlassung von Z. wurde seine ehemalige Lebensgefährtin als Zeugin geladen. Die Vernehmung wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt, da sich die Frau nicht in der Lage fühlt, vor vielen fremden Menschen auszusagen.
Der Prozess wird am 21.November fortgesetzt. (tw)

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