Verhandlung im Baumsturz-Prozess fortgesetzt

0

TRIER. Am heutigen Dienstag, den 19. November, begann vor dem Amtsgericht Trier der mit großer Spannung erwartete Prozess um die Trierer Baumsturz-Affäre vom 22. November des vergangenen Jahres im Wilhelm-Rautenstrauch-Park. Im zweiten Teil der Verhandlungen wurden die Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

Im zweiten Teil des ersten Verhandlungstages wwaren Ärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten als Zeugen geladen. Ungeklärt blieb nach allen Aussagen, wer der Arzt war, der als erster vor Ort war und den Tod von Gisela S. diagnostiziert hatte.

Jochen Z., kommissarisch leitender Notarzt an dem Tag, gab zu Protokoll, er habe als zweiter den Tod festgestellt: „Die Auffindesituation war mit dem Leben nicht vereinbar.“ Auf Nachfrage erklärte er, ihm sei beim Eintreffen am Unfallort aber bereits mitgeteilt worden, dass die Frau tot sei.

Auch Feuerwehrmann Michael K. und Rettungsassistentin Rebecca P. konnten nicht aufklären, welcher Arzt die Tote zuerst begutachtet hatte. Sie sagten jedoch beide übereinstimmend aus, er sei in Zivil gewesen und habe dem Verletzten Karl-Heinz R. bereits einen Zugang gelegt gehabt.

Hauptkommissar Harald K. war mit dem ersten Streifenwagen an der Unglücksstelle. Er hatte sich gemeinsam mit seinen Kollegen vorrangig um unter Schock stehende Schüler gekümmert und den Sichtschutz angebracht.

Ein weiterer Polizeibeamter, Dirk B., hatte die förmliche Todesbescheinigung angefordert, die von Jochen Z. ausgestellt wurde. Dies war möglich, da Becker in der Tasche der Toten den Personalausweis sicher gestellt hatte. Er konnte auch zudem erste Aussagen über den Zustand des Baumes machen: „Der Baum war innen hohl und unmittelbar unter der Grasnarbe abgebrochen.“

Zu den Verletzungen, die zum Tode der Frau geführt hatten, äußerte sich Kriminalhauptkommissar Joseph H., der bei der Leichenschau zugegen war. Danach hatte Gisela S. erhebliche Wirbelverletzungen und weitere multiple Frakturen erlitten, die auch zu inneren Verletzungen geführt hatten. „Für mich ist eindeutig, dass die Frau durch den Baumsturz den Tod erlitten hat!“

Eckhart O., ebenfalls Kriminalhauptkommissar, war mit dem Ermittlungsverfahren beauftragt. Eine seiner ersten Maßnahmen war, den von Franz K., dem Leiter des Grünflächenamts der Stadt Trier, bereits georderten Baumgutachter Pfeifer abzulehnen. Richter Wolf-Dietrich Strick wollte wissen, woher dieses Wissen stamme. O. antwortete: „Ich habe es über Dritte erfahren.“

Auf O’s. Anordnung hin wurde der Stamm der Kastanie in ca zwei Metern Höhe abgesägt. „Dabei konnte man sehen, dass der Baum nur noch aus einer höchstens 10 cm starken Außenhülle bestand – ansonsten war er hohl. Von irgendwelchen Betonresten habe ich nichts gesehen.“

Nache einem Durchsuchungsbeschluss wurden sowohl die Baumkataster in Papier- und elektronischer Form als auch die Postfächer gesichtet. „Wir konnten keine nachträglichen Änderungen an den Unterlagen feststellen.“ Was aber auffiel: „Amtsleiter K. hatte per E-Mail an seine vorgesetzte Dienststelle darum gebeten, die Arbeitsstrukturen zu überdenken und die Baumkontrolleure nicht mehr zu Winterarbeiten einzusetzen. Diese Bitte wurde allerdings negativ beschieden.“

Der nächste Verhandlungstag wurde auf den 26. November festgelegt. Willi Rausch/Laura Dolfen

Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.