Angeklagter schwer belastet

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TRIER. Am heutigen Montag wurde die Verhandlung im Strafprozess gegen den Koch Manfred L. aus Trier fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, seiner ehemaligen Lebensgefährtin gegenüber mehrfach handgreiflich geworden zu sein. Darüber hinaus soll er die Frau mehrmals zum Oral- und Analverkehr gezwungen und sie dabei verletzt haben.

Heute sagte das  mutmaßliche Opfer aus, eine Frau, die seit 2009 an Multipler Sklerose leidet. In den letzten Tagen äußerten sich seit langer Zeit wieder akute Symptome, wie Schmerzen und Taubheitsgefühle von den Beinen bis zur Brust ein. Daher dauerte die Vernehmung etwas länger als gewohnt, da sie zweier Erholungspausen bedarf.

Die Frau gab zu Protokoll, dass sie von August 2012 bis Januar 2013  eine Affäre mit dem Angeklagten hatte. In dieser Zeit soll der Mann ihr gegenüber mehrfach aggressiv und handgreiflich geworden sein. Im Oktober 2012 gab er der Frau eine Tablette, weil sie mit Schlafproblemen zu kämpfen hatte. Kurze Zeit später stellte sich bei ihr ein massiver Rauschzustand ein. Erst dann bemerkte sie, dass es sich nicht um eine Schlaftablette, sondern um eine Droge gehandelt hatte. „Ich hatte so große Angst, dass ich dachte, sterben zu müssen“, so die gelernte Kosmetikerin. Aus ihrer Verzweiflung heraus bat sie Manfred L., einen Krankenwagen zu rufen. Dieser weigerte sich und legte sich schlafen. Als die Frau ihn weckte, packte er sie am Hals und würgte sie für mehrere Sekunden. Danach schubste er sie gegen eine Wand und trat mehrfach auf sie ein. Dabei trug die Frau mehrere Prellungen davon und litt für kurze Zeit unter massiven Schmerzen.

Trotz dieser Vorkommnisse fuhr die Kosmetikerin nur eine Woche später mit L. nach Paris. „Ich dachte, er wäre im Kern ein lieber Kerl und würde mich nur so grob behandeln, weil er zu dieser Zeit selbst große Probleme hatte. Ich hatte immer die Hoffnung, dass er sich ändern würde“, so die Frau auf die Frage des Gerichts, weshalb sie sich nach einer solchen Aktion weiterhin mit ihm getroffen hatte. Der Aufenthalt in Frankreich begann zunächst harmonisch. Dies änderte sich, als beide zusammen in einem Café auf dem Eiffelturm saßen und L. einen Anruf erhielt. Seine Begleiterin sah, dass es sich bei der Anruferin um seine Ex-Freundin handelte, die sich kurz vorher von ihm getrennt hatte. Als sie ihn darauf ansprach, „rastete er völlig aus“. So soll er ihr mit dem Tod gedroht haben: „Wenn ich herausfinde, dass du etwas damit zu tun hast, bring ich dich um“, so die Worte des Angeklagten.

Die Kosmetikerin berichtete weiter, dass L. sie im Zeitraum zwischen August 2012 und Januar 2013 zum Oralverkehr gezwungen haben soll. Dabei habe sie unter Atemnot gelitten und versucht den Verkehr abzubrechen. Doch der Angeklagte habe es nicht zugelassen und sie dabei verletzt. Darüber hinaus soll L. seine ehemalige Geliebte in diesem Zeitraum zum Analverkehr gezwungen haben. Zunächst war sie einverstanden, bat den Mann allerdings nach kurzer Zeit den Verkehr abzubrechen, da sie Schmerzen hatte. L. kam dieser Bitte nicht nach. Daraufhin versuchte sie, ihn wegzudrücken und sich wegzudrehen. Dies unterband der Angeklagte jedoch und hielt sie fest.  Sie trug nach eigener Aussage mehrere blaue Flecken, sowie Würgemale am Hals davon.

Der Strafverteidiger von L., Sven Collet aus Trier, wollte gegen Ende der Verhandlung wissen, warum die ehemalige Geliebte in der Nacht, als sie die Droge unwissentlich verabreicht bekam, nicht selbst einen Krankenwagen gerufen hatte. Immerhin hätte sie es noch geschafft, einen Freund anzurufen und ihn um Hilfe zu bitten. „Ich hatte einfach Angst vor seiner Reaktion. Möglicherweise hätte er mich weiter misshandelt, wenn er das mitbekommen hätte“, so die Frau.

Am kommenden Mittwoch, den 20. November, wird die Verhandlung fortgesetzt. Derzeit steht Aussage gegen Aussage. Der Vorsitzende Richter Armin Hardt, verkündete aber bereits heute, dass am Mittwoch, nach der Aussage von zwei weiteren Zeugen, wohl schon das Urteil verkündet werden kann. (tw)

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