Autobesitzer müssen mit Kotverschmutzungen durch Krähen leben

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TRIER. Im Herbst haben Saat- und Aaskrähen wieder ihre Übernachtungsquartiere bezogen. Mit der Dämmerung fliegen sie in Schwärmen ins Stadtzentrum, um in Platanen und Kastanien auf dem Augustinerhof oder im Alleenring zu schlafen.

Autofahrer müssen sich mit den Verschmutzungen durch den Kot der Vögel abfinden, die ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ändern und in Städten keine natürlichen Feinde haben. Bei Tagesanbruch verschwinden sie wieder.

Doch was die Vögel an Schmutz hinterlassen, führt zum Beispiel am Augustinerhof bei Anwohnern, Theaterbesuchern und Nachtschwärmern zu großer Verärgerung. Wer unter einem der Schlafbäume geparkt hat, findet sein Auto übersät mit dicken, weißen Kotflecken wieder, die nur mit einigem Aufwand zu entfernen sind.

„Die Krähen sind ein Teil der Natur. Ihre Verhaltensweisen lassen sich nur schwer ändern. Sie kommen zum Übernachten in die Stadt, weil es hier etwas wärmer und heller ist als im Umland und es keine natürlichen Feinde gibt. Ein übergroßes Nahrungsangebot durch Abfälle ist nicht der Grund ihrer Anwesenheit. Krähen sind tagaktiv. Tagsüber sieht man allenfalls einmal einzelne Vögel in der Stadt, die sich über einen Abfalleimer oder Essensreste hermachen. Die Stadt ist so sauber, dass sie keine Nahrungsgrundlage bietet für Schwärme von über 200 dieser großen Vögel“, erläutert Udo Ammel von der Unteren Naturschutzbehörde im Rathaus.

In anderen Städten wurde versucht, die Krähen mit Böllern, Lichtblitzen oder „Krähenklatschen“ zu verscheuchen. Doch die hochintelligenten Vögel lernen sehr schnell, dass ihnen davon keine Gefahr droht und ignorieren schon bald diese Störungen. Auch der Einsatz von Falknern hat sich als wenig effektiv erwiesen. Ein Jagen der Tiere scheide in besiedelten Bereichen allein schon aus Sicherheitsgründen aus. „Hier darf nicht geschossen werden. Ein Auslegen von Giftködern wäre nicht nur unvereinbar mit dem Tier- und Artenschutz, sondern würde zudem andere Vogelarten, Hunde und Katzen gefährden“, so Ammel.

Zwar könne man die Kronen der großen Schlafbäume, wenn sie kein Naturdenkmal sind, um die Hälfte zurückschneiden. Aber so verlagere man das Problem nur auf andere Straßen und Plätze und müsse zudem den Verlust an markantem Stadtgrün, eine verstärkte sommerliche Aufheizung der Innenstadt und eine verminderte Staubfilterung in Kauf nehmen. Zudem würden die Krähen auf Dächern übernachten, wenn Großbäume nicht mehr zur Verfügung stehen.

„Was bleibt ist, sich mit der abendlichen und nächtlichen Anwesenheit der Krähen zu arrangieren, ihr Spektakel als Naturschauspiel zu betrachten und das Auto in ausreichender Entfernung zu deren Schlafbäumen abzustellen. Im Frühjahr verlassen die geschützten Vögel die Stadt wieder, um den Sommer in der freien Landschaft zu verbringen, wo sie ihren Nachwuchs aufziehen“, betont Ammel. (red)

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