Prozessauftakt in der Baumsturz-Affäre

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TRIER. Am morgigen Dienstag, den 19. November, beginnt vor dem Amtsgericht Trier der mit Spannung erwartete Prozess gegen einen Sachgebietsleiter des Grünflächenamts. Der Mann ist wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Am 22. November des vergangenen Jahres hatte eine umstürzende Rosskastanie im Wilhelm-Rautenstrauch-Park ein Todesopfer und einen Verletzten gefordert.

Der von der Staatsanwaltschaft Trier beantragte Strafbefehl über 90 Tagessätze gegen den Beschuldigten war vom Amtsgericht Trier abgelehnt worden, das ein mündliches Verfahren angeordnet hat (lokalo berichtete).

Der Angeklagte, ein Sachgebietsleiter des Grünflächenamts der Stadt Trier, muss sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Köperverletzung verantworten. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, verantwortlich dafür zu sein, dass der umstürzende Baum eine Rentnerin erschlagen und einen Mann schwer verletzt hat.

Der Angestellt der Stadt habe es nach einem Hinweis über den schlechten Belaubungs- und Vitalitätszustand des Baumes in der Zeit vom 23. Juli bis zum 22. November pflichtwidrig unterlassen, eine eingehende Untersuchung des dann umgestürzten Baumes vorzunehmen.

Bei Einhaltung der gebotenen Sorgfalt hätten das Umstürzen der Kastanie und damit sowohl der Tod der Rentnerin als auch die Verletzungen des Fußgängers vermieden werden können,  so die Anklagevertretung.

Die bei dem Baumsturz schwer verletzte Person tritt als Nebenkläger auf und wird vom Trierer Rechtsanwalt Otmar Schaffarczyk vertreten. Der erfahrene Jurist betont im Gespräch mit lokalo, dass sein Mandant immer noch sowohl an den körperlichen als auch an den psychischen Folgen des damaligen Unfalls leide: „Schließlich ist er nur knapp dem Tode entronnen.“ Zu einer schnelleren Genesung habe die „Salami-Taktik“ auch nicht gerade beigetragen. Außer einer förmlichen Entschuldigung sei von Seiten der Stadt nichts passiert – die Kommune habe immer nur gerade das eingestanden, was ohnehin schon nachgewiesen war. Das sei nicht eben sachdienlich gewesen. „Jetzt liegt es am Richter, Licht ins Dunkel zu bringen.“

Schaffarczyk sagt einen spannenden Prozess voraus. „Das Aufklärungsinteresse ist hoch, schließlich wurde mein Mandant schwerst verletzt und befindet sich nach wie vor in Reha-Maßnahmen.“ Die Stadt sei als Träger des Parks in der Verkehrssicherungspflicht. Daher sei es auch besonders wichtig, ob dem Baumsturz fahrlässiges oder grob fahrlässiges Handeln vorausgegangen war.

Die Verhandlungen sind für den 19., 26. und 28. November anberaumt. (wir)

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