Dolphins inside

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TRIER/MÜNCHEN. Einblicke in die Abläufe der Vorbereitung eines Sportvereins auf ein Wettbewerbsspiel sind selten. Ganz besonders, wenn es sich um ein Auswärtsspiel handelt. Unser Redakteur Bastian Lütge wurde vom Rollstuhlbasketball-Bundesligisten GOLDMANN Dolphins Trier eingeladen, mit der Mannschaft zur 1. Pokal-Hauptrunde auf Bundesebene nach München zu fahren. Nachfolgend schildert er seine Eindrücke.

Tag 1: Freitagmittag 14 Uhr: Treffpunkt an der Arena Trier. Zwei Kleinbusse stehen für die knapp sechsstündige Fahrt in die bayerische Landeshauptstadt bereit.  Janet McLachlan und Günther Ewertz warten bereits. Nach und nach kommt auch der Rest des Teams an. Der erste Bus startet eine halbe Stunde früher. Wir warten noch auf Florian Ewertz, der  bis 14 Uhr an der Universität sitzt und erst später zu uns stößt. Gegen 14.30 Uhr setzt sich dann auch unser Bus in Bewegung. Mit mir im Bus sitzen Florian, Tyler Saunders, Tracey Ferguson, Janet McLachlan und Günther Ewertz als unser Fahrer. Ich werde unglaublich gut eingebunden, in die Gespräche integriert und nicht als Fremdkörper gesehen. Ein unglaublich sympathisches Team! 
Nach 6 Stunden erreichen wir unser Hotel „Geierhof“ vor den Toren Münchens. Die Dolphins kehren hier „seit 10 Jahren ein“, erklärt mir Michael, Betreuer und Fahrer des ersten Busses.  Nach dem Check-In geht es in das benachbarte Restaurant.  Spielertrainer Dirk Passiwan erlaubt der Mannschaft ein Bier, was Janet und Karlis gerne zum Anlass nehmen, um sich „ein kleines Bier in Form einer Maß“ zu bestellen. Der Begriff „ein kleines Bier“ ist nun mal Auslegungssache – erst recht in Bayern. Es wird gut gegessen, wobei sich der Jüngste  des Teams in besonderer Art und Weise hervorhebt. Florian Ewertz verschlingt sein Schnitzel in Rekordzeit und übernimmt gerne die Aufgabe, auch die Reste der Anderen zu beseitigen. Ich bin echt verwundert und weiß nicht, wo er das alles hinpackt.
Die Stimmung an diesem Abend ist unglaublich gelöst, keine Spur von Anspannung vor den kommenden harten Aufgaben im Pokal. Es wird viel gelacht, auch wenn es schwer ist, den vielen Gesprächen in Deutsch und Englisch überall zu folgen.
Es ist schon spät, Trainer Dirk Passiwan rät dazu, zu zahlen und ins Hotel zurückzukehren. Gesagt, getan. Schnell noch die letzten zehn Minuten der deutschen Fußballnationalmannschaft im Hotel geschaut und dann ins Bett.  Denkst du. Vom Flur her drängen Stimmen in mein Zimmer. Ich finde Florian, Karlis, Janet und Tyler im Aufenthaltsraum. „Gemeinsames Entspannen mit Film“ heißt das Motto des Quartetts. Ich geselle mich ein paar Minuten zu ihnen, bevor ich dann endgültig den Weg ins Bett antrete. Dirk hat ja bereits um 9 Uhr am nächsten Morgen zum Frühstück geladen.

Tag 2: Es ist „Matchday“. Das merkt man auch den Spielern an. Die Lockerheit des Vorabends ist einer positiven Anspannung gewichen. So langsam richtet sich der Fokus auf die Aufgaben, die in der Spielhalle warten. Nach dem ausgiebigen Frühstück nutzen einige Spieler die Zeit bis zur Abfahrt, um sich noch einmal kurz ins Bett zu legen. Für mich heißt es, Sachen packen, Laptop und Kamera bereit machen.
Dann geht es endlich los zur Halle an der Säbener Straße. Im Schatten der Geschäftsstelle und des Trainingsgeländes des großen FC Bayern München befindet sich die Spielstätte der RBB München Iguanas. Rollstühle und Material aus dem Hänger laden, Reifen montieren und alles in die Halle bringen.  Dort spielen bereits die Iguanas gegen den Serienmeister aus Lahn-Dill. Wir schauen uns kurz das Spiel an, bevor es für das Team dann in die Kabine und zum Aufwärmen geht. Ich bleibe bei Betreuer Michael, der damit beschäftigt ist, die Trinkflaschen der Spieler und das Material bereit zu stellen. „Ich bin das Mädchen für alles“, sagt er mir mit einem Lächeln im Gesicht, „aber ich mache das unglaublich gerne für dieses Team. Sie sind einfach sehr sympathisch.“ Ein Eindruck, den ich nur bestätigen kann.
Dann beginnen endlich die Spiele der Dolphins. Ich reiche Handtücher, Trinkflaschen und Shirts in den Auszeiten und Viertelpausen.  Ich begleite nicht nur das Team, für die Zeit der Spiele bin ich irgendwie auch ein Teil davon.
Auch wenn die Spiele teilweise nicht so verlaufen, wie man sich es vielleicht erträumt hätte (siehe Spielberichte) tut es der Stimmung keinen Abbruch.  Nach der ersten Enttäuschung, dass man die nächste Runde des Pokals nicht erreicht hat, geht es mit guter Laune zurück in den Bus. Auf nach Hause. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Schnellrestaurant – Stärkung muss ja schließlich sein – setzen sich die Busse in Richtung Trier in Bewegung. Wie bereits auf dem Hinweg haben die Spieler unterschiedliche Methoden, die Zeit totzuschlagen. So fällt Janet relativ schnell in den Schlaf, Tyler und Florian lenken sich mit Musik ab, die sie über große Kopfhörern hören. Tracey und ich unterhalten uns über ihre Vergangenheit in Toronto, ihren Freund und unsere Hunde, bevor wir den Strapazen des Tages Tribut zollen müssen und entschlummern. Als ich das nächste Mal die Augen aufmache, erkenne ich bekannte Gebäude. Wir sind bereits in Trier angekommen. Schnell noch verabschieden und dann ab nach Hause. Aber nicht bevor man sich nicht zu einem Treffen am kommenden Montag verabredet hat. Auch um 1 Uhr nachts ist die Freundlichkeit nicht verschwunden. Einfach eine sympathische Truppe, mit der ich gerne unterwegs war.

Mein Dank gilt den Dolphins Trier, in besonderer Art und Weise Otmar und Dirk Passiwan und Günther Ewertz, die es möglich gemacht haben, dass sie dieser Reise begleiten konnte. Bastian Lütge

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