TBB Trier: 26 Minuten Basketball reichen nicht

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TRIER. Was zwischenzeitlich wie ein Basketball-Fest aussah, wurde nach 26 Minuten zu einem desaströsen Abend und der vielleicht bittersten Niederlage unter Henrik Rödl. Trotz einer 18-Punkte-Führung im dritten Viertel verlor man letztendlich verdient mit 82:88 gegen Phoenix Hagen, da man kein Mittel gegen die Hagener Zone fand. Die 3893 Zuschauer in der Arena waren bedient.

Nach zweiwöchiger Verletzungspause konnte Trier Mathis Mönninghoff wieder im Team begrüßen – eine wichtige Stütze zu Beginn der Saison. Doch nicht nur positive Nachrichten gab es vor dem Spiel. Beim Warm-Up fehlten sowohl Jermaine Bucknor, als auch Anthony Canty und Marin Petric.

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Wenig positiv dann auch der Start. Trier agierte offensiv sehr nervös und leistete sich schnell zwei Ballverluste. Hagen konnte sich dagegen auf einen gut aufgelegten David Bell verlassen, der mit seinem zweiten Dreier die frühe 2:8-Führung der Gäste erwarf. Trier reagierte postwendend. Fünf Punkte von Jermaine Anderson und ein schöner Hakenwurf von Andreas Seiferth – die Moselstädter lagen plötzlich mit 9:8 in Front. Doch Bell und Co. trafen weiterhin hochprozentig und behielten die Führung. Beim Stand von 14:18 nahm Henrik Rödl eine Auszeit. Diese fruchtete – und wie!

Angeführt von Trevon Hughes, der als Ballverteiler glänzte, setzte Trier zum Ende des Viertels zu einem 12:3-Lauf an. Besonderes Schmankerl: Ein No-Look-Pass von Hughes auf Stefan Schmidt. Das 26:21 zum Viertelende war die Belohnung.

Hughes war es auch, der zu Beginn des zweiten Spielabschnitts im Fokus stand. Zwei Fouls sammelte der einzige US-Amerikaner in Rödls Team innerhalb von wenigen Sekunden. Rödl spielte auf Risiko und ließ den Shooting-Guard auf dem Parkett – und Trier behielt die Kontrolle über die Partie. Die Phoenixe spielten ihr Spiel, hatten aber zunehmend Probleme mit der Trierer Defensive, die gut in den Passwegen stand. Hatten die Moselstädter die aggressive Hagener Press-Verteidigung überwunden, punktete man zuverlässig. Beim Stand von 37:30 sah sich Ingo Freyer zu einer Auszeit gezwungen. Hagen blieb angeführt von Bell zunächst im Spiel. Wie auf dem Freiplatz schoss der Shooting-Guard aus allen Lagen und traf trotz aller Trierer Bemühungen. Rödl reagierte beim 41:38 sofort und brachte seine Mannen wieder in die Spur – der beste Beweis dafür, dass Basketball ein Spiel der Läufe ist und Taktik eine sehr große Rolle spielt.  Zwei Dreier des starken Laurynas Samenas und ein Dunk von Chikoko erhöhten die Trierer Führung auf 11 Punkte (49:38). Mit 51:42 ging es in die Kabine. Trier hatte in fast allen wichtigen Statistiken die Nase vorne, die Stimmung in der Arena war euphorisch.

Diese Euphorie wurde zunächst weiter geschürt. Mit einem 7:0-Lauf schien man den Westfalen gleich zeigen zu wollen, dass an diesem Abend nichts in der Arena zu holen ist. Hagen spielte weiterhin kopflos, Trier fand meist leichte Abschlüsse in Korbnähe. Andreas Seiferth machte eine starke Partie und hatte beim 66:50 im dritten Viertel bereits 18 Punkte auf dem Konto. Freyer bat noch einmal zum Gespräch – und drehte an der wohl spielentscheidenden Taktik-Schraube. Hagen spielte Zonen-Verteidigung, Trier fiel einfach kein Mittel dagegen ein. Die fassungslosen Zuschauer mussten zusehen, wie Hagen Punkt um Punkt herankam.  Gordon führte seine Farben mit sieben Punkten zu einem viertelübergreifenden 15:0-Lauf binnen fünf Minuten.

Die Phoenixe waren jetzt wieder voll im Spiel, erkämpften sich sogar die verdiente Führung nach mehreren schwachen Angriffen der TBB Trier. Seit der 26. Minute fand kein geordnetes Offensivspiel mehr bei den Moselstädtern statt. Sie passten ihre Spielweise dem der Hagener an und melkten dabei noch die 24-Sekunden-Uhr. Statt mit schnellem Passspiel die Zone auszuhebeln, verstrickte man sich zusehends in Einzelaktionen. Sowohl Hughes, als auch Anderson konnten das Team in der entscheidenden Phase nicht führen und trafen schlechte Entscheidung. Nun gab es dafür die Quittung. Kopflos rannte man in der Offensive an – Notwürfe waren das Resultat. Bezeichnend: Bei vier Punkten Rückstand und noch rund 26 Sekunden Spielzeit melkte Jermaine Anderson die Uhr – von dem Willen, das Spiel mit einer fokussierten Aktion noch einmal spannend zu machen keine Spur. Trier gelang kein Punkt mehr und verlor gegen Hagen mit 82:88. Damit liegt Trier vor dem Spiel beim Deutschen Meister Brose Baskets Bamberg (Montag, 25.11) mit drei Siegen und sechs Niederlagen weit hinter den Erwartungen zurück. (cw)

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