TBB Trier: Gegen kriselndes Team zum dritten Heimsieg?

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TRIER. Die TBB Trier trifft am Samstag, den 16. November, um 20 Uhr auf Phoenix Hagen. Die Mannschaft von Ingo Freyer hat in der bisherigen Saison eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Auf drei Siege folgten vier Niederlagen. Damit treffen zwei angeschlagene Boxer aufeinander – und Rödl warnt vor dem letztjährigen Playoff-Teilnehmer.

Es war die Zugabe auf eine starke Hauptrunde: Phoenix Hagen, die Feuervögel von der Volme, erreichten in der vierten Saison nach dem Aufstieg 2009/10 mit ihrem spektakulären Offensivbasketball die Playoffs. Dort reichte es nur für Runde eins, doch Hagen setzte ein Highlight und nahm dem späteren Meister Bamberg in der heimischen Enervie Arena, vormals Ischelandhalle, ein Spiel ab. Am Ende standen der verdiente 8. Tabellenplatz und ein ausgeprägtes Wir-Gefühl in der Basketball-Hochburg auf der Habenseite. Die Fans hätten Lust auf eine Wiederholung der Saison 2012/13.

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Die Voraussetzungen sind gegeben: Nur fünf Abgänge musste der Phoenix hinnehmen, „nur“ drei davon waren Stammspieler. Doch zwei dieser Abgänge tun richtig weh: Davin White war Topscorer der Beko BBL in der Saison 2012/13, markierte starke 17,2 Punkte im Schnitt und führte damit das Hagener Offensiv-Orchester eindrucksvoll an. Adam Hess traf beim Viertelfinalsieg gegen Bamberg acht Dreier und gefiel nicht nur damit der Konkurrenz: der 32-jährige Deutsch-Amerikaner wechselte nach Ulm.

Der Rest blieb: Point Guard David Bell, der unbestrittene Team-Leader, führt auch mit 16,7 Punkten die Scoring-Liste an, Forward Larry Gordon ist aktuell gleich in zwei wichtigen Kategorien Ligaspitze: mehr Rebounds als der 26-jährige Allrounder holt kein anderer Erstligaspieler (nämlich 8,4 pro Spiel), insgesamt ist er mit einem Wert von 18,4 der effizienteste Spieler der Beko BBL – das wird eine richtig harte Nuss für die Trierer Verteidigung. Mark Dorris, einer der athletischsten Spieler der Liga macht weiterhin seine 10,1 Punkte im Schnitt, auch Shotblocker Dino Gregory bleibt in Hagen.

A propos Dino: Als Back-Up auf der Center-Position hat Hagen mit Bernd „Storch“ Kruel den vielleicht letzten klassischen Brettcenter auf deutschem Boden vorzuweisen, der Ur-Hagener ist 37 Jahre alt und hat schon angekündigt, dass nach dieser Saison Schluss ist. Ole Wendt hat im Sommer mit der A2-Nationalmannschaft wertvolle Erfahrung dazugewonnen, die er in der Hagener Rotation in 5.7 Punkte und starke 3.4 Assists ummünzt.

Neu dazu kamen Henry Dugat, Nikita Khartchenkov und Keith Ramsey. Dugat ist ein schneller Point Guard, der in der schwedischen Liga seine Scorer-Qualitäten bewiesen hat, Trierer Fans könnte das an Tommy Adams erinnern. Zusätzlich gelingen dem 26-jährigen 1,4 Steals pro Spiel – aufpassen, Jermaine Anderson und Trevon Hughes! Ramsey gibt dem Team auf den großen Positionen Masse, gilt als starker Verteidiger und untermauert das mit 5.9 Rebounds und einem Block pro Spiel.

Hagen spielt mittlerweile im fünften Jahr einen fast chaotisch anmutenden Offensivbasketball – niemand hält öfter drauf, kein Team schließt schneller ab. Die Feuervögel machen 86,6 Punkte im Schnitt, das bedeutet in dieser Statistik Platz 3 hinter München und Ulm. In der Defensive gehen sie hauptsächlich auf den Ballgewinn, um das hohe Tempo zu gewährleisten. Diese Rechnung geht nicht immer auf, Hagen kassiert 86,7 Punkte pro Spiel. Mit diesem Mix liegen die Feuervögel zurzeit „unter dem Strich“, nämlich auf Tabellenplatz 10.

Mit den letzten Spielen vor dem nun anstehenden kann man an der Volme nicht zufrieden sein. Vier Niederlagen in Folge stehen zu Buche; zuletzt verlor man zu Hause gegen das bis dahin sieglose Schlusslicht Eisbären Bremerhaven mit 89:93, zuvor knapp aber spektakulär mit 100:105 gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig. Vom starken Saisonauftakt mit drei Siegen in Folge gegen die s.Oliver Baskets, medi bayreuth und RASTA Vechta ist also aktuell  nicht mehr viel übrig.

Wenn es nach den Hagenern ginge, würde die Serie in Trier enden – genau das macht diesen Gegner besonders extra gefährlich.

TBB-Co-Trainer Thomas Päch weiß um die besondere Charakteristik dieses Duells: „Bei Hagen heißt es ‚Erwarte das Unerwartete‘. Sie frönen einem sehr eigenen Stil, sind sehr unangenehm zu spielen. Sie attackieren 40 Minuten, es hat nichts zu sagen, ob man mit 20 führt oder mit 20 hinten liegt, das kann gegen Hagen ganz schnell umschlagen. Für uns ist die Herausforderung, über 40 Minuten volle Konzentration abzurufen und dieses Hagener Spiel und seine Überraschungsmomente einzugrenzen.“ Dabei legt Päch sich bewusst nicht auf einen oder zwei Schlüsselspieler fest: „Sie haben bestimmt vier oder fünf, die in der Lage sind, 30 Punkte zu machen – auch wenn David Bell und Larry Gordon momentan gut in Form sind, geht es eher darum gut auszuboxen, ihnen die zweiten Chancen wegzunehmen und die Fastbreaks zu unterbinden. Wenn wir das gut machen, haben wir Chancen.“

Dieses „gut machen“ hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab – der gravierendste ist im Moment die Trierer „Verletztengeschichte“. Andi Seiferth und Mathis Mönninghoff können wieder ins Geschehen eingreifen, wobei es für Mönninghoff nach seinem Außenbandriss möglicherweise nur zu einem Kurzeinsatz kommen könnte. Ein Fragezeichen steht dagegen weiter hinter Jermaine Bucknor (Rücken) und Anthony Canty (Schulter).

Der Vorverkauf für das Spiel ist dagegen „kräftig und gesund“, die TBB-Geschäftsstelle öffnet wie gewohnt am Samstag von 10 Uhr bis 14 Uhr. Weitere Möglichkeiten: www.tbb-trier.de/tickets, Tickethotline 06 51 – 97 90 777 sowie alle Vorverkaufsstellen von Ticket Regional.

In der Halbzeit begrüßt die TBB Trier das Einradhockey-Team „Die Römer“ aus ihrem Partnerverein DJK/MJC Trier.

Die Partie wird live im Videostream auf www.tbb-trier.de/livestream übertragen. Sendebeginn ist ca. 19.40 Uhr! (red)

Hier geht es zur Kolumne von Willi Rausch

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