Fußball: Der Pokal hat doch eigene Gesetze

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    STROHN/MORBACH. Eine Sensation und eine Überraschung lieferten die regionalen Protagonisten im Achtelfinale des Bitburger Rheinlandpokals ab. Bezirksligist SG Ellscheid katapultierte den FSV Salmrohr mit 6:5 (0:1, 1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen aus dem Pokal. Die SG Badem/Kyllburg/Gindorf gewann beim SV Morbach zumindest in der Art und Weise und dem Resultat nach überraschend mit 3:0 (2:0). Der Pokal hat eben doch eigene Gesetze.

    Als „nicht mehr akzeptabel“ bezeichnete der Sportchef des FSV, Friedhelm Rach, die Vorstellung, die der Oberligist bei zwei Klassen tiefer angesiedelten SG Ellscheid abgeliefert hatte: „Seit Wochen liefern wir denselben Mist ab. Statt Druck auf den Gegner auszuüben, haben wir nur Alibi-Fußball gespielt und uns letztlich den Schneid abkaufen lassen.“ Angesichts der Resultate der letzten Wochen folgert Rach: „Wir haben in den letzten Wochen wohl die gesamte Saison ruiniert.“ Dabei hatte es „für uns optimal begonnen“, weil Kapitän Daniel Schraps schon nach drei Minuten die Führung erzielt hatte. In der Folge wurde die Spielweise der Gäste immer pomadiger, dagegen steigerten sich die Hausherren immer mehr. Dann kam es, wie es kommen musste – in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte Alexander Klas mit einem klasse Freistoß aus 20 m über die Mauer, der den Weg von der Unterkante der Latte ins Netz fand, den Ausgleich.
    Auch in der Verlängerung kam der Oberligist nicht mehr in die Gänge. Nach 120 Minuten musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Ohne Gustav Schulz, den die Salmtaler nur eingesetzt hatten, weil die Verletzungsproblematik ihren Kader immer mehr zusammenschrumpfen lässt. „Gus“ handelte sich den Ampelkarton wegen Meckerns ein. Das Unheil nahm weiter seinen Lauf. Nachdem die Schützen beider Teams zunächst alles getroffen hatte, hielt SG-Schlussmann Andreas Sicken den Strafstoß von Pascal Meschak, Christian Sicken traf und schoss den Favoriten damit aus dem Wettbewerb. Rach: „Natürlich haben wir unfassbares Pech mit inzwischen zehn oder elf Verletzten. Dennoch wird über diese Vorstellung zu reden sein.“
    Eine Kopie des Salmrohrer Resümees lieferte der Morbacher Trainer Rainer Nalbach ab. „Desolat, blutleer und wie in einem Freundschaftsspiel“ habe sich seine Elf beim 0:3 (0:2) gegen den Ligarivalen SG Badem/Kyllburg/Gindorf präsentiert. Und: „Wir müssen, um Spiele zu gewinnen, 100 Prozent Leistung abliefern. Gegen Badem waren es bestenfalls 40 Prozent, womit ich die Leistung der Gäste aber nicht schmälern will.“ Was Nalbach besonders aufregte: „Badem kam aus beruflichen Gründen erst zehn Minuten vor Spielbeginn an. Dann spielen wir noch auf dem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwer bespielbaren Kunstrasen. Nur Vorteile für uns. Aber wach war nur der Gast – und zwar von Beginn an.“
    In der 9. Minute rappelte es zum ersten Mal im Kasten der Hochwälder, nachdem Andre Thom zunächst nach wenigen Sekunden eine Chance für die Hausherren vergeben hatte. Michael Mayer-Nosbüsch, nicht gerade als „Kopfball-Ungeheuer“ bekannt, traf nach einer Kombination über Mike Schwandt und Pierre Valerius per Kopf. Auch sein zweiter Treffer, nach dem Schiedsrichter Heiko Kreutz die Teams sofort zum Pausentee schickte, war ein Kopfball – dieses Mal nach einem Freistoß von Jerome Kolling von der Mittellinie aus in „Uwe-Seeler-Manier“ mit dem Hinterkopf erzielt. Nach 53 Minuten war alles gelaufen. Dieses Mal traf „MMN“ mit dem Fuß nachdem Schwandt an der Strafraumgrenze den Ball erobert und ihn per Querpass bedient hatte. „Es lief ganz gut bei mir“, sagte der Torjäger – der Gipfel der Untertreibung. Ellscheid und Badem können nun im Viertelfinale auf noch attraktivere Gegner hoffen. (wir)

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