Baumgerippe „schmücken“ den Nikolaus-Koch-Platz

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TRIER. Was verharmlosend als „Baumpflegearbeiten“ umschrieben ist, ähnelt eher einem Kahlschlag. Die Arbeiten am Nikolaus-Koch-Platz sollen noch länger als eine Woche andauern.

Am vergangenen Donnerstag, den 7. November, veröffentlichte lokalo, wie viele andere regionale Medien auch, die Pressemitteilung der Stadt Trier, in der mitgeteilt wurde, dass am Nikolaus-Koch-Platz umfangreiche „Baumpflegearbeiten“ vorgenommen würden, die Teilsperrungen und Umleitungen auf diesem Platz und dem gegenüber liegenden Gerichtsgebäude erforderlich machten.
Am Dienstag, den 12. November begannen diese Tätigkeiten. Äste werden abgesägt, viele davon in den Baumkronen sind nur mit dem Steiger zu erreichen. Kaum fällt das abgesägte Teil zu Boden, wandert es nach eventuell weiteren Sägearbeiten zu „handlichen Stücken“ direkt in den am Rand des Platzes stehenden Häcksler und wird zu kleinen Schnipseln verarbeitet.
Was als „Baumpflege“ angekündigt war, ist nichts anderes als eine Radikalkur. Als Bäume sind die nach den „Verschönerungsarbeiten“ traurigen Reste nur noch mit viel Phantasie zu erkennen. Die objektiven Überlegungen, warum mit diesen Arbeiten gerade jetzt begonnen wurde, führen zwangsläufig dazu, einen Zusammenhang mit dem Unglück am Wilhelm-Rautenstrauch-Park herstellen zu wollen. Dort war am 22. November des vergangenen Jahres eine mächtige Kastanie umgestürzt und hatte ein Todesopfer und einen Verletzten gefordert. In einem medialen Schnellschuss hatte die Stadt zunächst einen Einzelfall suggeriert, da alle Bäume auf dem Territorium der Kommune „scheckheftgepflegt“ seien (Bauderzernentin Simone Kaes-Torchiani). Am kommenden Dienstag beginnt der Prozess gegen einen Sachgebietsleiter des Grünflächenamts der Stadt, dem vorgeworfen wird, fahrlässig das Fällen des „Todesbaums“ versäumt zu haben. Prozessbeteiligte und Beobachter können sich dann vom Gerichtsgebäude aus selbst ein Bild machen, was die Zustandsbeschreibung „scheckheftgepflegt“ in Bezug auf Triers Bäume bedeutet. (wir)

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1 KOMMENTAR

  1. hier direkt einen skandal zu sehen liegt irgendwie nahe. allerdings ist sowohl jahreszeit und umfang der arbeiten nicht unbedingt ungewöhnlich.

  2. Ich sehe das ehrlich gesagt ähnlich wie Baum – allerdings gibt es einen Punkt der mich etwas verunsichert: Warum gab es diese Arbeiten in den Vorjahren eben nicht?

  3. @tobi:

    aus meiner amateurhaften sichtweise. weil ich die baume in meinem garten auch nur alle xy jahre radikal zurückschneide.

    das im fall Rautenstrauch offensichtlich die baumbeschauung mangelhaft war steht ja (leider) auf einem anderen papier. und KANN aber muss nichts miteinander zu tun haben.

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